Das Edelmetall zeigt sich aktuell von zwei Seiten: Während passive Fonds Milliarden-Positionen verkaufen müssen, kämpft der physische Markt mit anhaltenden Lieferengpässen. Der Preis pendelt bei 78 US-Dollar – nur knapp unter dem Allzeithoch von Ende Dezember. Was überwiegt: der technische Verkaufsdruck oder die fundamentale Knappheit?

Die Fakten im Überblick:

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  • Silber notiert bei rund 78 US-Dollar und steuert auf ein Wochenplus von über 7 Prozent zu
  • Index-Fonds müssen schätzungsweise 6,8 Milliarden US-Dollar an Futures verkaufen
  • Das entspricht etwa 12 Prozent des gesamten Open Interest an der COMEX
  • Fünftes Defizitjahr in Folge bei der Minenproduktion

Verkaufswelle durch Indexanpassung

Die jährliche Neugewichtung großer Rohstoffindizes belastet den Markt erheblich. Die außergewöhnliche Rallye von 2025 – das Edelmetall legte rund 150 Prozent zu – zwingt passive Fonds nun zu massiven Positionsanpassungen. Citigroup beziffert das Verkaufsvolumen auf etwa 6,8 Milliarden US-Dollar. JPMorgan Chase bestätigt: Das Ausmaß übertrifft das Vorjahr deutlich.

Die Auswirkungen zeigen sich bereits. Am Mittwoch verzeichneten Silber-ETFs die größten Abflüsse seit Oktober. Nach einem zweitägigen Rückgang stabilisiert sich der Preis am Freitag zwar wieder, doch die technische Belastung bleibt vorerst bestehen.

Physischer Markt bleibt angespannt

Trotz des Verkaufsdrucks signalisiert der physische Markt das Gegenteil: Anhaltende Knappheit. Der Londoner Spotmarkt kämpft weiterhin mit Lieferengpässen. Ein Großteil der verfügbaren Bestände lagert in New Yorker Tresoren – eine Folge der Zollängste aus dem Vorjahr.

Die strukturellen Faktoren sprechen für sich: Die industrielle Nachfrage übersteigt das Minenangebot bereits im fünften Jahr in Folge. Extreme Backwardation bei CME-Futures und Rekordleasingraten in London unterstreichen die physische Enge. HSBC erwartet eine Auflösung dieser Situation erst in der zweiten Jahreshälfte 2026.

Banken heben Prognosen an

Die fundamentale Knappheit veranlasst Analysten zu optimistischen Prognosen. HSBC sieht für 2026 einen Durchschnittspreis von 68,25 US-Dollar und eine Handelsspanne von 58 bis 88 US-Dollar. BNP Paribas betont: Das Index-Rebalancing bremse zwar kurzfristig, langfristig verfüge Silber jedoch über mehr Momentum als Gold.

FXTM-Analyst Lukman Otunuga hält sogar die Marke von 100 US-Dollar für erreichbar, sollten die bullischen Faktoren intakt bleiben. Das Gold-Silber-Verhältnis liegt aktuell bei etwa 57 – deutlich unter dem historischen Durchschnitt.

Industrienachfrage als Strukturtreiber

Die Photovoltaik-Branche und die breitere Elektrifizierung sorgen für kontinuierlichen Bedarf. Da rund 70 Prozent des Silbers als Nebenprodukt aus Kupfer-, Blei- und Zinkminen stammt, reagiert das Angebot nur träge auf höhere Preise. Diese Angebotsstruktur stützt die Preise mittelfristig.

Parallel beobachten Investoren die geopolitischen Entwicklungen. Die US-Intervention in Venezuela und die Spannungen zwischen China und Japan stärken die Safe-Haven-Nachfrage. Der am Freitag erwartete US-Arbeitsmarktbericht dürfte Hinweise auf die weitere Fed-Politik liefern. Die Märkte preisen aktuell eine fast 90-prozentige Wahrscheinlichkeit für unveränderte Zinsen bei der nächsten Sitzung ein.

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