Die vergangene Woche brachte die extremsten Schwankungen des Jahres. Nachdem der Preis zeitweise um über 12 Prozent eingebrochen war, sorgte der schwache US-Arbeitsmarktbericht am Freitag für eine deutliche Gegenbewegung. Der Grund: Enttäuschende Beschäftigungsdaten lassen die Märkte auf frühere Zinssenkungen hoffen – was die Attraktivität des nicht verzinslichen Edelmetalls erhöht.

Arbeitsmarktdaten drehen die Stimmung

Der Rückgang der Non-Farm-Payrolls um 92.000 Stellen und ein Anstieg der Arbeitslosigkeit auf 4,4 Prozent verschoben die Erwartungen für den nächsten Zinsschritt der Fed. Hatten Anleger zuvor mit einer Zinssenkung erst im Juli gerechnet, wird nun September oder Oktober wahrscheinlicher. Das verringert die Opportunitätskosten für Edelmetalle spürbar.

Am Freitag notierte Silber bei 83,48 US-Dollar pro Unze – ein Wochenminus bleibt dennoch bestehen. Der Grund liegt in den vorangegangenen Turbulenzen.

Iran-Konflikt löst Preiskapriolen aus

Anfang der Woche hatte die Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran dramatische Ausschläge ausgelöst. Am Dienstag fiel Silber auf 83,70 US-Dollar, nachdem es zuvor auf über 96 US-Dollar gesurgt war – das höchste Niveau seit Ende Januar. Innerhalb von zwei Tagen wurden rund 12 Prozent an Wert vernichtet.

Die US-israelische Offensive trat in ihren siebten Tag ein, während Teheran neue Raketen- und Drohnenangriffe im Golf startete. Die Schließung der Straße von Hormus trieb die Ölpreise in die Höhe und schürte Inflationsängste. Das belastete Silber in seiner doppelten Rolle: Als Safe-Haven profitiert es von Kriegsängsten, als Industriemetall leidet es unter Rezessionssorgen – ein Widerspruch, den Gold als reines Währungsmetall nicht kennt.

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Zusätzlichen Druck erzeugte US-Finanzminister Scott Bessent mit der Ankündigung, dass die globale Zollgebühr von 15 Prozent bald in Kraft treten werde.

Strukturelle Angebotslücke bleibt bestehen

Jenseits der kurzfristigen Volatilität stützen fundamentale Faktoren den Markt. Das Silver Institute erwartet für 2026 das sechste Defizitjahr in Folge. Die globale Nachfrage soll weitgehend stabil bleiben, während das Angebot nur um 1,5 Prozent steigt. Das resultierende Defizit von 67 Millionen Unzen muss durch Lagerbestände ausgeglichen werden – doch die physischen Bestände in London sind bereits knapp.

Die industrielle Nachfrage bleibt robust: Allein die Photovoltaikindustrie verbraucht über 230 Millionen Unzen jährlich. Die Elektrifizierung der Mobilität erfordert 25 bis 50 Gramm Silber pro Elektrofahrzeug. Die weltweiten ETP-Bestände belaufen sich aktuell auf etwa 1,31 Milliarden Unzen.

Analysten zwischen Skepsis und Euphorie

Die institutionellen Prognosen könnten unterschiedlicher kaum sein. J.P. Morgan Global Research sieht den durchschnittlichen Silberpreis für 2026 bei 81 US-Dollar – mehr als doppelt so hoch wie 2025. Bank of Americas Metallchef Michael Widmer hält dagegen an seiner außergewöhnlichen Prognose von 309 US-Dollar fest.

Ein möglicher Katalysator: Sollten Zölle auf Metallimporte tatsächlich kommen, würde der Handel zurück nach New York verlagert. Das könnte die physische Liquidität außerhalb der USA weiter verknappen.

Die kommenden Wochen dürften zeigen, welche Kraft stärker wirkt: die geopolitische Unsicherheit und Fed-Hoffnungen auf der einen Seite, oder die strukturelle Unterversorgung des physischen Markts auf der anderen. Mit einer annualisierten Volatilität von über 122 Prozent bleibt Silber ein Spielball konkurrierender Kräfte.

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