Die Ruhe vor den Quartalszahlen ist vorbei: Bei Siemens Energy rückt wieder das operative Geschäft ins Zentrum. Entscheidend wird, ob der Konzern die schwächelnde Windsparte stabilisieren kann und gleichzeitig vom Investitionsschub in Stromnetze und Kraftwerkstechnik profitiert. Gelingt dieser Spagat, könnte sich der jüngste Kursanstieg als mehr als nur ein technischer Lauf erweisen.

Aktuell notiert die Aktie bei 141,90 Euro und markiert damit zugleich ein neues 52‑Wochen-Hoch. Auf Sicht von zwölf Monaten hat sich der Kurs in etwa verdreifacht – ein klares Signal, dass der Markt die Wende im Geschäftsmodell inzwischen ernst nimmt.

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Quartalszahlen als entscheidender Test

Der nächste große Prüfstein steht bereits fest: Am 11. Februar 2026 legt Siemens Energy die Zahlen für das zum 31. Dezember 2025 beendete erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 vor. Von diesem Termin erwartet der Markt konkrete Antworten zu Fortschritten und Risiken im Konzern.

Im Fokus steht vor allem die Sanierung der Windkrafttochter Siemens Gamesa. Dort hatten Qualitätsprobleme und Verluste in der Vergangenheit die gesamte Gruppe belastet. Nun zählt, ob die eingeleiteten Maßnahmen beginnen, Wirkung zu zeigen – insbesondere mit Blick auf:

  • Erkennbare Verbesserung der Profitabilität in der Windsparte
  • Konkrete Aussagen zur Erreichbarkeit des Break-even im laufenden Jahr
  • Bestätigung oder Anpassung der Gesamtjahresprognose des Konzerns

Parallel richtet sich der Blick auf die übrigen Segmente. Die Bereiche konventionelle Kraftwerkstechnik und insbesondere Netztechnologien galten zuletzt als Stabilitätsanker. Aussagen des Managements zur Auftragslage, Marge und Projektqualität in diesen Sparten werden daher genau gewertet.

Starker Kurs, hohes Erwartungsniveau

Die Kursentwicklung setzt die Messlatte hoch:
- Auf 30‑Tage-Sicht liegt das Plus bei rund 18 %
- Seit Jahresbeginn ergibt sich ein Zuwachs von gut 15 %
- Gegenüber dem 52‑Wochen-Tief von 48,05 Euro hat sich der Kurs fast verdreifacht

Der Titel handelt deutlich über den wichtigen gleitenden Durchschnitten: Rund 13 % über dem 50‑Tage- und mehr als 38 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt. Der 14‑Tage-RSI von 85,4 signalisiert kurzfristig überkaufte Bedingungen, was auf eine sehr optimistische Stimmung hindeutet – und entsprechend empfindliche Reaktionen bei Enttäuschungen möglich macht.

Branchenumfeld: Chancen und Druck zugleich

Operativ bewegt sich Siemens Energy in einem zweigeteilten Marktumfeld. Die globale Energiewende sorgt für anhaltend hohe Investitionen in Netzinfrastruktur und Übergangstechnologien wie moderne Gas- und Hybridkraftwerke. Diese Bereiche eröffnen dem Konzern attraktive Chancen, insbesondere bei großen Netzausbau- und Stabilitätsprojekten.

Gleichzeitig bleibt der Wettbewerb in der Windenergie hart, die Margen sind unter Druck und der Kostendruck in der gesamten Lieferkette hoch. Für Siemens Energy ist daher entscheidend, die strukturellen Probleme in der Windsparte schrittweise in den Griff zu bekommen und parallel die starken Segmente Netztechnologien und Kraftwerkstechnik weiter auszubauen.

Fazit: 11. Februar als Wegweiser

Die Ausgangslage ist klar: Der Aktienkurs spiegelt bereits hohe Erwartungen an eine operative Verbesserung wider, vor allem bei Siemens Gamesa. Am 11. Februar muss das Management mit belastbaren Zahlen und konkreten Aussagen zur Prognose unterlegen, dass der eingeschlagene Kurs tragfähig ist. Gelingt dies, kann der aktuelle Bewertungsaufschlag durch operative Fortschritte gestützt werden; bleiben die Signale vage, dürfte der Markt die ambitionierte Kursentwicklung rasch neu einpreisen.

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