DAX: Ölschock belastet Leitindex
Der Iran-Krieg hält die Finanzmärkte in Atem. Brent-Rohöl schloss zum zweiten Mal in Folge über 100 USD pro Barrel — und der DAX spürte den Druck deutlich.
Auslöser ist die anhaltende Blockade der Straße von Hormus durch die Iranische Revolutionsgarde, die seit dem 5. März den Schiffsverkehr durch die wichtigste Öltransportroute der Welt faktisch lahmlegt. Rund ein Fünftel des global gehandelten Erdöls passiert diese Meerenge. Brent-Futures legten allein auf Wochensicht rund 10 % zu — nach einem Anstieg von fast 28 % in der Vorwoche, dem stärksten wöchentlichen Ölpreissprung seit der Covid-Pandemie. Jochen Stanzl von der Consorsbank sieht keine schnelle Lösung: Eine sichere Rückkehr des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus sei nicht absehbar.
Trotz koordinierter Gegenmaßnahmen — die Internationale Energiebehörde vereinbarte die Freigabe von 400 Millionen Barrel aus strategischen Reserven, die USA erteilten Indien eine 30-tägige Ausnahmegenehmigung für den Kauf russischen Öls — bleibt der Energiemarkt angespannt.
Gewinner und Verlierer im DAX
Das Bild im Leitindex war gespalten. Zalando führte die Gewinner mit einem Plus von 7,6 % an, nachdem Bernstein das Papier von „Underperform" auf „Market Perform" hochgestuft und das Kursziel auf 25 Euro angehoben hatte. Rückenwind lieferten zudem ein neues Aktienrückkaufprogramm, ein E-Commerce-Deal mit Levi Strauss und ein EBIT-Ausblick für 2026, der die Analystenerwartungen übertraf. Rheinmetall legte 2,8 % zu — Rüstungswerte profitieren weiter vom geopolitischen Umfeld.
Auf der Verliererseite stand Siemens Energy mit einem Minus von 6,1 %, gefolgt von Volkswagen mit −3,2 %. Der Euwax-Sentiment-Index für Privatanleger notierte bei −7,7 Punkten — die Mehrheit der Kleinanleger positioniert sich derzeit auf fallende Kurse.
Charttechnik und makroökonomischer Ausblick
Technisch hat der DAX binnen sieben Handelstagen rund 9,8 % vom Verlaufshoch Ende Februar verloren und dabei die gleitenden Durchschnitte der letzten 20, 50 und 200 Handelstage unterschritten — alle drei zeigen Verkaufssignale. Der Index bewegt sich in einer Rechteck-Formation zwischen rund 22.950 und 24.650 Punkten. Ein nachhaltiger Anstieg über den 200-Tage-Durchschnitt würde das Bild aufhellen; fällt der Index unter 22.922 Punkte, entfällt das konstruktive Szenario.
Auch die Währungsseite belastet: Der Euro fiel auf 1,1445 USD — den schwächsten Stand seit Ende Juli. Steigende Energiekosten belasten Europas Handelsbilanz strukturell. Die Geldmärkte preisen mittlerweile zwei EZB-Zinserhöhungen für dieses Jahr ein, nachdem noch im Vormonat keine Maßnahmen erwartet wurden. EZB-Präsidentin Christine Lagarde dürfte bei der kommenden Ratssitzung Stellung beziehen, wie die Notenbank auf den inflationären Druck aus dem Konflikt reagieren will.
Die entscheidenden Impulse für die nächste Woche liefern die Zinsentscheidungen von EZB und Fed — sowie die Nachrichten aus Teheran. Während Trump gegenüber G7-Partnern von einer bevorstehenden iranischen Kapitulation sprach, schwor Irans neuer Oberster Führer Mojtaba Khamenei im Staatsfernsehen, den Kampf fortzusetzen. Wie stark solche Schlagzeilen die Marktstimmung in beide Richtungen bewegen können, zeigte dieser Freitag eindrücklich.
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