Rocket Lab Aktie: Rally unterbrochen
Rocket Lab hat den ersten Electron-Start des Jahres wegen ungünstiger Wetterbedingungen verschoben. Parallel dazu setzt sich eine Kurskorrektur fort, die auf eine vorangegangene Rekordrally folgt. Wie stark verändert das Zusammenspiel aus Verzögerung, Bewertungssorgen und hohen Erwartungen das Bild?
Startverschiebung wegen Wetter
Das Unternehmen teilte heute mit, dass die Mission „The Cosmos Will See You Now“ verschoben wurde. Grund sind starke Winde und aufziehendes Schlechtwetter am Startplatz Launch Complex 1 auf der Mahia-Halbinsel in Neuseeland.
- Geplanter Start: ursprüngliches Startfenster ab 20. Januar (UTC)
- Neuer Termin: „später in dieser Woche“, vorbehaltlich Wetter
- Trägerrakete: Electron, 80. Flug insgesamt
- Nutzlast: zwei Satelliten von Open Cosmos (UK)
- Zielbahn: polare Umlaufbahn in 1.050 km Höhe
Es handelt sich um den ersten Electron-Start des Jahres 2026. Die Satelliten sind der Auftakt einer sicheren LEO-Breitbandkonstellation von Open Cosmos. Sie sollen eine unabhängige Konnektivitätsinfrastruktur für Europa bereitstellen und nutzen Ka-Band-Spektrumszuweisungen aus Liechtenstein.
Bereits am 19. Januar hatte Rocket Lab den sogenannten Wet Dress Rehearsal erfolgreich abgeschlossen und die Startbereitschaft der Rakete bestätigt. Gleichzeitig wies das Unternehmen darauf hin, dass die starken Winde ein kritischer Punkt für den Startversuch bleiben.
Kurs gibt nach Rekordhoch nach
Die Aktie knüpft mit dem Rückgang von heute an einen Verlusttag von gestern an, als der Titel um 7,4 % fiel. Am 16. Januar hatte die Aktie mit 96,30 US‑Dollar ein Allzeithoch auf Schlusskursbasis markiert, der Tageshöchstkurs lag bei 99,58 US‑Dollar.
Am 20. Januar eröffnete die Aktie bei 93,70 US‑Dollar, fiel im Tagesverlauf bis auf 88,30 US‑Dollar und schloss bei 89,16 US‑Dollar. Heute setzt sich die Konsolidierung fort, nachdem die Notierung zuvor von einer außergewöhnlich starken Rally profitiert hatte.
Auslöser dieser Rally war vor allem eine deutliche Hochstufung durch Morgan Stanley am 16. Januar. Analystin Kristine Liwag änderte das Votum von „Equal Weight“ auf „Overweight“ und erhöhte das Kursziel von 67 auf 105 US‑Dollar – den höchsten bekannten Zielwert am Markt.
Morgan Stanley verwies dabei auf zwei zentrale Treiber:
- den erwarteten ersten Start der Neutron-Rakete Anfang 2026
- eine weitere Beschleunigung der Startfrequenz von Electron
In ihrer Analyse bezeichnete Liwag das Jahr 2025 für die Raumfahrtbranche insgesamt als besonders stark und stufte den Sektor Raumfahrttechnologie als „attraktiv“ ein.
Zusätzlich hob das Institut den jüngsten Großauftrag der US Space Development Agency (SDA) hervor: Rocket Lab erhielt im Rahmen der Tranche‑3‑Tracking‑Layer einen Auftrag über 816 Mio. US‑Dollar, den größten Einzelauftrag der Unternehmensgeschichte. Er umfasst 18 Satelliten mit Sensoren zur Raketenwarnung und -verfolgung.
Bewertung, Wachstum und Insiderverkäufe
Auf Sicht von rund zwölf Monaten hat die Aktie etwa 276 % zugelegt, seit Jahresbeginn rund 30 %. Ende 2025 lag der Schlusskurs noch bei 69,76 US‑Dollar, bevor die Rally in das neue Jahr hinein einsetzte.
Bei der Bewertung gehen die Einschätzungen der Analysten deutlich auseinander. Während Morgan Stanley mit 105 US‑Dollar das obere Ende markiert, liegt das durchschnittliche Kursziel im Bereich von etwa 73 bis 84 US‑Dollar und damit unter dem jüngsten Kursniveau. Insgesamt ergibt sich aus 16 Analystenmeinungen ein Konsensrating „Moderate Buy“.
KeyBanc hat die Aktie zuletzt von „Overweight“ auf „Sector Weight“ abgestuft und dies mit Bewertungsrisiken nach dem raschen Kursanstieg begründet.
Fundamental meldete das Unternehmen auf Zwölfmonatsbasis einen Umsatz von 554,53 Mio. US‑Dollar, was einem Wachstum von 48 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Unter dem Strich steht jedoch weiterhin ein Nettoverlust von rund 198 Mio. US‑Dollar. Die Marktkapitalisierung beläuft sich auf etwa 47,6 Mrd. US‑Dollar.
Auffällig ist zudem umfangreicher Insiderverkauf in den vergangenen drei Monaten. Führungskräfte, darunter CFO Adam Spice, haben zusammen rund 4,3 Mio. Aktien im Gegenwert von etwa 272 Mio. US‑Dollar veräußert.
Ausblick auf Neutron und nächste Termine
Der nächste wichtige Fixpunkt ist der anstehende Quartalsbericht, der für den 26. Februar erwartet wird. Im Fokus dürften dabei Aktualisierungen zur Entwicklung der Neutron-Rakete stehen, deren Erstflug für Mitte 2026 angepeilt ist und die als zentrales Wachstumsthema in den Märkten für Konstellationsstarts und nationale Sicherheitsmissionen gilt.
Der verschobene Open‑Cosmos‑Start soll noch diese Woche stattfinden, sofern die Wetterbedingungen am neuseeländischen Startplatz mitspielen. Ein reibungsloser Flug würde die hohe Startkadenz der Electron-Rakete bestätigen und den operativen Auftakt in ein weiteres arbeitsreiches Jahr für Rocket Lab markieren.
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