Rheinmetall setzt zum Jahresauftakt gleich an mehreren Fronten auf Wachstum – von neuen Kapazitäten in Sachsen-Anhalt über eine größere Rolle im Marinesektor bis hin zu Technologieprojekten in den USA. Im Ergebnis behauptet sich die Aktie trotz zwischenzeitlicher geopolitischer Entspannung und bleibt klar im Aufwärtstrend. Wie stark ist dieser Mix aus Investitionen, Übernahmen und Branchenrückenwind?

Heute legt das Papier leicht zu und notiert bei rund 1.823 Euro. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von über 140 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, wie konsequent der Markt die aktuelle Strategie honoriert.

Die Fakten im Überblick

  • Aktueller Kurs: ca. 1.823 Euro
  • Veränderung heute: +0,25 %
  • Performance 12 Monate: +147,35 %
  • Abstand zum 52-Wochen-Hoch: rund 9 %
  • 52-Wochen-Tief: etwa 688 Euro
  • Abstand zum 50-Tage-Durchschnitt: knapp 10 %
  • RSI (14 Tage): 83,7 (klar überkauft)

Die Aktie notiert damit deutlich über allen wichtigen gleitenden Durchschnitten, was den bestehenden Aufwärtstrend unterstreicht, aber zugleich auf einen sehr ambitionierten Bewertungslevel hindeutet.

Produktionsoffensive in Silberhütte

Deutlichster operativer Akzent ist der geplante Ausbau des Standorts Silberhütte in Sachsen-Anhalt. Dort will Rheinmetall zwischen 30 und 40 Millionen Euro investieren, um die Pyrotechnik-Kapazitäten kräftig zu erhöhen.

Konkret geplant sind:

  • eine Verdopplung bis Verdreifachung der bestehenden Produktion,
  • die Schaffung von mindestens 100 zusätzlichen Arbeitsplätzen neben den bislang knapp 300 Beschäftigten,
  • eine weitere Stärkung des ohnehin schon zentralen pyrotechnischen Kompetenzzentrums im Konzern.

Damit unterlegt das Management die hohen Auftrags- und Nachfrageerwartungen im Bereich Munition und pyrotechnische Anwendungen mit harter Infrastruktur. Für den Markt ist das ein klares Signal: Rheinmetall verlässt sich nicht nur auf politische Zusagen zu Verteidigungsausgaben, sondern baut Kapazitäten konsequent aus.

Marinegeschäft: Fokus auf Luerssen

Parallel arbeitet der Konzern an einer größeren Rolle im Marinesegment. CEO Armin Papperger rechnet weiterhin damit, die EU-Kartellgenehmigung für die Übernahme des Schiffbauers Luerssen (Naval Vessels Lürssen) noch vor Ende Januar 2026 zu erhalten.

Wichtige Punkte:

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  • Die Integration von Luerssen steht klar im Vordergrund.
  • Spekulationen über Gespräche zur Übernahme der German Naval Yards Kiel wies Papperger zurück.
  • Weitere Akquisitionsmöglichkeiten im Marinebereich werden geprüft, ohne dass bereits konkrete Ziele öffentlich benannt wurden.

Damit schärft Rheinmetall das Profil als breit aufgestellter Verteidigungsanbieter – von Land- über Luft- bis hin zu maritimen Systemen. Die erwartete Luerssen-Übernahme passt in diese Diversifizierungsstrategie.

Rückenwind durch Branchen-IPO und Analysten

Zusätzlichen Schub erhält der Sektor durch den heutigen Börsengang der Czechoslovak Group (CSG) in Amsterdam. Das starke Debüt des tschechischen Rüstungsunternehmens – der größte europäische IPO seit Porsche – lenkt frisches Kapital und Aufmerksamkeit auf Verteidigungswerte insgesamt. Die hohe Bewertung von CSG wird von Marktteilnehmern als Bestätigung der Attraktivität des Geschäftsmodells der Branche gewertet, anstatt Sorgen vor neuer Konkurrenz zu schüren.

Auf Analystenseite spiegelt sich dieser Rückenwind klar wider:

  • Barclays hat das Kursziel in dieser Woche auf 2.175 Euro angehoben und bleibt mit „Overweight“ positiv. Die Bank erwartet den Margen-Peak erst 2029/30, sieht den Zyklus also noch längst nicht ausgereizt.
  • JPMorgan spricht von einem möglichen „zehnjährigen Aufschwung“ bei Verteidigungsausgaben und betrachtet Kursrückgänge im Sektor als Einstiegschance.
  • Kepler Capital bestätigt das „Buy“-Rating mit einem Kursziel von 2.462 Euro und positioniert sich damit besonders optimistisch.

In Summe stützt dieser Analysten-Konsens das Bild eines strukturell intakten, langfristigen Wachstumstrends.

Technologieprojekte in den USA

Auch technologisch arbeitet Rheinmetall an seiner Positionierung. Die US-Tochter American Rheinmetall hat einen Prototypen-Auftrag an IperionX vergeben. Das US-Unternehmen soll Titankomponenten aus recyceltem Material für Fahrzeuge der US-Armee liefern.

Das Volumen von rund 0,3 Millionen US-Dollar ist für einen Konzern dieser Größe zwar gering. Strategisch ist der Schritt dennoch relevant, weil er:

  • die Einbindung von Rheinmetall in die Lieferkette der US-Streitkräfte vertieft,
  • Kompetenz im Bereich nachhaltiger Materialien demonstriert,
  • eine Basis für größere Folgeaufträge im US-Markt schaffen kann.

Damit ergänzt Rheinmetall die europäischen Ausbaupläne um technologieorientierte Projekte im wichtigsten Verteidigungsmarkt der Welt.

Technisches Bild und Ausblick

Charttechnisch bleibt das Bild konstruktiv: Der Kurs liegt rund 10 Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt und etwa 5 Prozent über der 200-Tage-Linie. Gleichzeitig signalisiert ein RSI von 83,7 eine überkaufte Situation, was kurzfristige Konsolidierungsphasen wahrscheinlicher macht, ohne den Aufwärtstrend grundsätzlich infrage zu stellen.

Unterm Strich steht eine Aktie, die von mehreren konkreten Wachstumstreibern profitiert: dem Ausbau der Produktion in Silberhütte, der anstehenden Luerssen-Übernahme, einem starken Branchenumfeld und klar positiven Analystenstimmen. Entscheidend für die nächsten Wochen wird sein, ob die EU-Genehmigung für Luerssen wie geplant kommt und der Konzern die angekündigten Kapazitätserweiterungen zügig umsetzt – dann bleibt die aktuelle Wachstumsstory operativ gut untermauert.

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