Die Rheinmetall Aktie verliert am Donnerstag über drei Prozent – und das, obwohl CEO Armin Papperger ein potenzielles Auftragsvolumen von 80 Milliarden Euro für 2026 in Aussicht stellt. Der Grund für den Kursrückgang liegt in Davos: Dort einigten sich US-Präsident Donald Trump und NATO-Generalsekretär Mark Rutte überraschend auf einen Rahmen für eine Grönland-Vereinbarung. Was nach diplomatischem Erfolg klingt, trifft den gesamten europäischen Rüstungssektor hart.

Die wichtigsten Fakten:

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  • Rheinmetall fällt auf 1.790,50 Euro – niedrigster Stand seit zwei Wochen
  • Gesamter Rüstungssektor unter Druck: Hensoldt -3,96%, Renk -2,08%
  • Papperger sieht Auftragspotenzial von 80 Milliarden Euro für 2026
  • Jahresperformance trotz Rückschlag: +18,7% seit Jahresbeginn

Deeskalation trifft Verteidigungswerte

Noch am Montag hatten Rüstungsaktien von Trumps aggressiver Rhetorik profitiert, als dieser militärische Mittel zur Durchsetzung amerikanischer Interessen nicht ausschloss. Die Kehrtwende in Davos kam unerwartet. Die ING Bank sprach von einer Deeskalation bei geopolitischen Risiken. Die Deutsche Bank kommentierte, Trumps Zugeständnisse seien deutlich reduziert worden im Vergleich zu seinen ursprünglichen Forderungen nach vollständiger Kontrolle über Grönland.

Der Düsseldorfer Konzern steht mit dem Kursverlust nicht allein: Der gesamte europäische Verteidigungssektor gibt deutlich nach.

Papperger kontert mit Auftrags-Offensive

Ungeachtet der Marktreaktion präsentierte CEO Armin Papperger auf der Handelsblatt-Konferenz in Berlin konkrete Zahlen. Das mögliche internationale Auftragsvolumen für 2026 verteilt sich auf mehrere Großprojekte:

  • Boxer-Schützenpanzer: 37,7 Milliarden Euro
  • Fregatten F126 und F127: 12-13 Milliarden Euro
  • Puma-Schützenpanzer: Zusätzliche Charge erwartet

Parallel meldete Rheinmetall operative Erfolge: Die erste Lieferung von Lynx KF41-Schützenpanzern an die Ukraine läuft an. Die Bundeswehr orderte 30mm-Munition im Wert von mehreren hundert Millionen Euro. Ein Joint Venture mit MBDA für maritime Laserwaffen steht kurz vor der Gründung.

Analysten halten an Kurszielen fest

Goldman Sachs bestätigt das Kursziel von 2.300 Euro mit Einstufung "Buy". Barclays sieht den fairen Wert bei 2.175 Euro ("Overweight"), Bernstein bei 2.000 Euro ("Outperform"). Das durchschnittliche Kursziel von 23 Analysten liegt bei 2.244 Euro – ein Aufwärtspotenzial von rund 25 Prozent zum aktuellen Kurs.

Die Bewertung fußt auf der strukturellen Aufrüstung in Europa und den langfristigen Lieferverträgen. Innerhalb eines Jahres legte die Aktie um über 145 Prozent zu.

Die kurzfristige Marktreaktion auf diplomatische Signale ändert nichts an der mittelfristigen Auftragslage. Entscheidend wird, ob die von Papperger genannten 80 Milliarden Euro tatsächlich in verbindliche Aufträge münden.

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