Rheinmetall trotzt heute dem schwachen DAX und steuert erneut auf die Marke von 2.000 Euro zu. Getrieben wird die Aktie von einer Mischung aus geopolitischer Unsicherheit und frischem Analystenrückenwind. Gleichzeitig gewinnt ein zentrales Rüstungsprojekt mit der Ukraine an operativer Bedeutung – ein Punkt, der für die Bewertung des Konzerns zunehmend wichtiger wird.

Mit einem Kurs von zuletzt rund 1.897 Euro liegt die Aktie nur wenige Prozent unter ihrem jüngsten Rekordstand. Nach einem Plus von rund 19 % seit Jahresbeginn und mehr als 170 % auf Sicht von zwölf Monaten gehört der Titel klar zu den stärksten Werten im DAX.

Geopolitik und Analysten als Treiber

Im Mittelpunkt steht die verschärfte sicherheitspolitische Lage im Nordatlantik. Die Zuspitzung rund um Grönland und eine konfrontative Rhetorik der US-Administration unter Donald Trump schüren Sorgen um die Stabilität der NATO. In diesem Umfeld rückt die europäische Verteidigungsfähigkeit stärker in den Fokus – ein struktureller Rückenwind für etablierte Rüstungsanbieter.

Parallel dazu stützt ein neues Analystenurteil die Aktie:
- Alphavalue hat das Rating auf „Add“ angehoben.
- Zuvor hatten bereits Goldman Sachs und Deutsche Bank Kaufempfehlungen ausgesprochen.

Im Kern würdigen die Analysten die vollen Auftragsbücher und die starke Position des Konzerns in zentralen Verteidigungssegmenten. Das zeigt sich auch im Chart: Die Aktie hat kürzlich ein Rekordhoch knapp über 2.000 Euro markiert, bevor Gewinnmitnahmen einsetzten. Trotz der leichten Konsolidierung notiert der Kurs deutlich über den gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50 und 200 Tage, was die übergeordnete Aufwärtsbewegung bestätigt.

Lynx-Lieferungen an die Ukraine als Katalysator

Fundamental erhält die Story zusätzliches Gewicht durch Fortschritte im Geschäft mit der Ukraine. Rheinmetall hat bestätigt, dass die Auslieferung der ersten Lynx KF41 Schützenpanzer Anfang 2026 wie geplant angelaufen ist. Der im Dezember 2025 geschlossene, von der Bundesregierung finanzierte Vertrag ist der erste Export dieses Modells in ein aktives Kriegsgebiet.

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Die Bedeutung geht dabei über das unmittelbare Auftragsvolumen hinaus. Zwar bewegt sich das erste Los nur im mittleren zweistelligen Millionenbereich, doch der praktische Einsatz gilt als eine Art „Bewährungsprobe“ für das System. Gelingt dieser, rechnen Marktbeobachter mit einer erhöhten Chance auf weitere Exportaufträge aus anderen Ländern, was die langfristigen Umsatzperspektiven im Fahrzeuggeschäft deutlich verbessern könnte.

Rüstung als Stabilitätsanker im DAX

Die Entwicklung der vergangenen Monate unterstreicht die Entkopplung der Aktie vom Gesamtmarkt. Während zyklische Branchen und Technologiewerte unter geopolitischer Unsicherheit leiden, hat sich Rheinmetall als eine Art Absicherung gegen sicherheitspolitische Risiken etabliert.

Wichtige Eckpunkte der aktuellen Lage:
- 12-Monats-Performance: rund +173 %
- Kursplus seit Jahresbeginn: etwa +19 %
- Abstand zum 52‑Wochen-Tief: mehr als +170 %

Nach einer Verschnaufpause im zweiten Halbjahr 2025 hat die Aktie 2026 wieder deutlich an Dynamik gewonnen und zählt erneut zu den Top-Performern im Leitindex. Unterstützt wird der Trend von der politischen Diskussion um höhere Verteidigungsausgaben und mehr europäische Eigenständigkeit in Sicherheitsfragen.

Charttechnik und Ausblick auf die 2.000-Euro-Marke

Kurzfristig konzentriert sich der Blick vieler Marktteilnehmer auf die Zone um 2.000 Euro. Das jüngste Allzeithoch lag bei knapp 1.995 bis 2.008 Euro; von dort aus hat der Kurs leicht korrigiert. Auf technischer Seite fällt ein sehr hoher Relative-Stärke-Index (RSI) von über 80 auf – ein Wert, der auf eine überkaufte Situation hindeutet und zwischenzeitliche Rücksetzer begünstigen kann.

Gleichzeitig signalisiert die hohe 30-Tage-Volatilität von mehr als 70 % ein nervöses, nachrichtengetriebenes Umfeld. Das spiegelt vor allem die starke Reaktion der Aktie auf Meldungen zur Grönland-Krise und zur NATO-Debatte wider. JPMorgan bleibt dennoch positiv und bestätigt ein „Overweight“-Rating mit einem Kursziel von 2.250 Euro, was moderates Aufwärtspotenzial über die 2.000-Euro-Marke hinaus impliziert.

Entscheidend für die nächsten Wochen wird sein, ob es der Aktie gelingt, sich stabil oberhalb des bisherigen Rekordbereichs zu etablieren. Gelingt dieser Schritt, wäre die starke fundamentale und geopolitische Unterstützung auch technisch untermauert; scheitert der Ausbruchsversuch, dürfte zunächst eine Phase erhöhter Schwankungen und möglicher Konsolidation folgen.

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