Renk Group Aktie: Doppelter Schub
Zwei Meldungen prägen derzeit die Story rund um die Renk Group: ein neuer Fünfjahresvertrag mit der US-Armee und ein groß angelegtes Investitionsprogramm an den deutschen Standorten. Zusammen zeichnen sie ein Bild, wie der Militärzulieferer sein internationales Geschäft absichert und zugleich die Kapazitäten für künftige Nachfrage ausbaut. Wie klar ist dieser Kurs bereits im Aktienpreis eingepreist?
US-Army-Rahmenvertrag stärkt US-Geschäft
RENK America hat am 15. Januar 2026 einen Fünfjahres-Rahmenvertrag mit der US-Armee abgeschlossen. Das Volumen kann bis zu 75,5 Millionen US-Dollar erreichen. Vertragsform ist ein Cost-Plus Fixed Fee-Modell, bei dem die anfallenden Kosten zuzüglich einer festen Marge vergütet werden.
Gegenstand des Vertrags sind System Technical Support (STS) für das Hydro-Mechanical Powered Transmission (HMPT). Konkret geht es um Engineering- und technische Dienstleistungen, Programmmanagement sowie weltweiten Feldservice-Support.
Der Auftrag deckt mehrere zentrale Plattformen des US-Heeres ab:
- Bradley Fighting Vehicle (BFV)
- Armored Multi-Purpose Vehicle (AMPV)
- Multiple Launch Rocket System (MLRS)
- Paladin Self Propelled Howitzer System (SPHS)
CEO Ian Pain von RENK America betonte in diesem Zusammenhang die Rolle des Vertrags für Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit dieser Fahrzeuge. Strategisch sichert sich das Unternehmen damit planbare Erlöse im wichtigen US-Markt und untermauert seine Position als Schlüsselzulieferer für gepanzerte Systeme.
325 Millionen Euro für deutsche Standorte
Bereits einen Tag zuvor, am 14. Januar 2026, hat Renk den Beitritt zur Initiative „Made for Germany“ verkündet. Verbunden ist dies mit einer Investitionszusage von bis zu 325 Millionen Euro für die Standorte Augsburg und Rheine bis 2028. Im Fokus steht dabei nicht der Erhalt des Status quo, sondern der gezielte Ausbau von Technologie- und Produktionsbasis.
Das Programm ruht auf drei klar definierten Säulen:
- Digitalisierung: Aufbau von Drive-by-Wire-Fähigkeiten für autonome und unbemannte Fahrzeuge
- Innovation: Entwicklung neuer Getriebegenerationen wie HSWL 076 (Kettenfahrzeuge) und HSWL 406 (schwere Kampfpanzerplattformen)
- Kapazitätsausbau: Erweiterung der Produktion für steigende Verteidigungsnachfrage und Umstellung auf moderne industrielle Kleinserienfertigung
Vorstandschef Dr. Alexander Sagel kündigte zusätzlich den Einstieg in den Markt für schwere unbemannte Plattformen im Segment von 10 bis 20 Tonnen an. Damit adressiert Renk ein Feld, das in vielen Streitkräften als Wachstumsbereich gilt: autonome und ferngesteuerte Systeme für Logistik und Gefechtsfeldunterstützung.
Kursbild und Analysten: Hohe Erwartungen eingepreist
Am Freitag ging die Aktie mit 62,50 Euro aus dem Handel. Auf Wochensicht ergibt sich ein Rückgang von knapp 6 Prozent, auf 30-Tage-Sicht jedoch ein Plus von rund 18 Prozent. Seit Jahresbeginn summiert sich der Zuwachs auf 13,41 Prozent, im Zwölfmonatsvergleich steht ein Sprung von 174,60 Prozent zu Buche – ein Hinweis darauf, wie stark der Markt die Perspektiven des Verteidigungszulieferers bereits honoriert hat.
Wichtig ist der Blick auf das Chance-Risiko-Profil:
- Schlusskurs: 62,50 Euro
- 52-Wochen-Hoch: 88,73 Euro (Abstand rund -30 %)
- 52-Wochen-Tief: 22,14 Euro (Abstand über +180 %)
- 50-Tage-Durchschnitt: 55,53 Euro (Aktie ca. 13 % darüber)
- 200-Tage-Durchschnitt: 64,60 Euro (Aktie leicht darunter)
Damit notiert der Titel deutlich über seinen kurzfristigen Durchschnittswerten, aber klar unter dem Hoch vom vergangenen Herbst. Der 14-Tage-RSI von 61,2 signalisiert weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Extremsituation, die 30-Tage-Volatilität von gut 43 Prozent unterstreicht jedoch das schwankungsanfällige Profil.
Analysten haben ihre Einschätzungen zuletzt präzisiert. Berenberg bestätigte am 13. Januar 2026 ein Buy-Rating, senkte das Kursziel jedoch von 84 auf 76 Euro. JPMorgan liegt mit einem Overweight-Rating und Kursziel 75 Euro in einer ähnlichen Größenordnung. Die Deutsche Bank hält an ihrer Kaufempfehlung fest, während Goldman Sachs am 15. Januar ein Neutral-Rating mit Kursziel 70 Euro bekräftigte. Goldman-Analyst Sam Burgess stuft das Risiko einer deutlichen Reduzierung der deutschen Aufrüstungsambitionen als sehr gering ein – ein zentraler Punkt für das mittel- bis langfristige Wachstumsszenario.
Ausblick: Termine und Wachstumsziele im Blick
Operativ verfolgt Renk eine duale Wachstumsstrategie: Stärkung des US-Geschäfts über Verträge wie den HMPT-Rahmenvertrag und gleichzeitiger Ausbau der Fertigungskapazitäten in Deutschland. Der Auftragsbestand lag zum Jahresende 2025 bei 6,4 Milliarden Euro. Bis 2030 peilt das Unternehmen einen Konzernumsatz von 2,8 bis 3,2 Milliarden Euro an – auf Basis organischen Wachstums und ausgewählter Übernahmen im Verteidigungssektor.
Konkrete Orientierungspunkte liefert der Kalender: Am 5. März 2026 werden in Augsburg die Jahresfinanzergebnisse 2025 vorgestellt. Am 22. April folgt der Pre-Close Call für das erste Quartal 2026, die Q1-Zahlen sollen am 6. Mai 2026 kommen. Spätestens dann wird sichtbar, wie schnell sich Rahmenvertrag, Investitionsprogramm und gut gefüllter Auftragsbestand in der Ergebnisentwicklung niederschlagen.
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