Renk meldet innerhalb weniger Tage gleich zwei Weichenstellungen: ein groß angelegtes Investitionsprogramm in Deutschland und einen neuen Rahmenvertrag der US-Armee. Beides zahlt direkt auf die Rolle des Unternehmens als Zulieferer für Kettenfahrzeuge und Artilleriesysteme ein. Wie stark stützt diese Kombination aus Kapazitätsausbau und US-Auftrag die Wachstumsstory?

Investitionsschub in Deutschland

Am 14. Januar 2026 hat Renk den Beitritt zur Initiative „Made for Germany“ bekanntgegeben und zugleich ein Investitionspaket für die deutschen Standorte vorgestellt. Bis 2028 sollen bis zu 325 Millionen Euro in Augsburg und Rheine fließen.

CEO Dr. Alexander Sagel kündigte an, „mehr als eine Viertelmilliarde Euro in die digitale Transformation, Innovationskraft und den gezielten Kapazitätsausbau“ zu stecken. Damit richtet Renk die Produktion klar auf steigende Verteidigungsbudgets und neue technologische Anforderungen aus.

Im Fokus stehen drei Schwerpunkte:

  • Digitalisierung: Aufbau von Drive-by-Wire-Fähigkeiten für autonome, unbemannte Fahrzeuge
  • Innovation: Einführung neuer Getriebe-Generationen wie HSWL 076 und HSWL 406
  • Kapazität: Erweiterung der Produktionskapazitäten für die wachsende Verteidigungsnachfrage

Strategisch wichtig: Renk bereitet damit den Einstieg in den Markt für schwere unbemannte Plattformen im Segment von 10 bis 20 Tonnen vor. Dieses Feld dürfte mit der weiteren Automatisierung militärischer Systeme an Bedeutung gewinnen.

Börsentechnisch spiegelt sich der Optimismus in einem kräftigen mittelfristigen Plus wider: Auf Sicht von zwölf Monaten liegt die Aktie rund 180 % im Plus, zuletzt schloss sie am Freitag bei 62,50 Euro. Gleichzeitig notiert der Kurs deutlich unter dem 52‑Wochen-Hoch, was auf eine Konsolidierungsphase nach der vorangegangenen Rally hindeutet.

Neuer Rahmenvertrag mit der US-Armee

Direkt im Anschluss folgte am 15. Januar 2026 die nächste Meldung: RENK America erhielt einen Rahmenvertrag der US-Armee mit einem Volumen von bis zu 75,5 Millionen US‑Dollar über fünf Jahre.

Gegenstand ist System Technical Support (STS) für das Hydro-Mechanical Powered Transmission (HMPT). Unterstützt werden dabei mehrere zentrale US-Militärplattformen:

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  • Bradley Fighting Vehicle (BFV)
  • Armored Multi-Purpose Vehicle (AMPV)
  • Multiple Launch Rocket System (MLRS)
  • Paladin Self Propelled Howitzer System (SPHS)

Der Auftrag umfasst Engineering- und technische Dienstleistungen, Programmmanagement sowie weltweiten Feldservice-Support. Renk stärkt damit nicht nur die laufenden Erlöse im US-Geschäft, sondern sichert auch den Zugang zu Folgeaufträgen rund um Wartung, Upgrades und mögliche Modernisierungsprogramme dieser Systeme.

Die Aktie bewegt sich dabei oberhalb ihres 50‑Tage-Durchschnitts, was den jüngsten Aufwärtstrend untermauert, während sie leicht unter dem 200‑Tage-Durchschnitt notiert. Das signalisiert einen insgesamt intakten, aber volatileren Aufwärtsmodus.

Wachstumstreiber MDAX, KNDS und USA

Seit dem Börsengang im Februar 2024 hat sich Renk an der Börse stark etabliert. Der Aufstieg in den MDAX im März 2025 erhöhte die Sichtbarkeit bei institutionellen Investoren. Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei rund 6,4 Milliarden Euro.

Operativ legte der Konzern 2024 einen Umsatz von 1,14 Milliarden Euro vor. Die Neunmonatszahlen 2025 zeigten laut Unternehmensangaben ein konsistentes Wachstum, der Auftragsbestand erreichte Rekordniveau – ein wichtiger Puffer in einem von Großprojekten geprägten Geschäft.

Eine zentrale Rolle spielt die Verankerung im europäischen Rüstungsverbund: KNDS N.V. – das Joint Venture von Krauss-Maffei Wegmann und Nexter – hat seine Option genutzt und den Anteil an Renk auf 25,1 % erhöht. Das unterstreicht die strategische Bedeutung als Kernzulieferer für europäische Land- und Artilleriesysteme.

Parallel baut Renk die Präsenz in den USA aus:

  • Übernahme von Cincinnati Gearing Systems im April 2025 abgeschlossen
  • Bereits im März 2025 US-Army-Aufträge über mehr als 150 Millionen US‑Dollar gesichert

Damit steht das Unternehmen auf zwei Standbeinen: europäischem Investitionsprogramm und US-Auftragsdynamik. Diese duale Basis macht die Wachstumsstory im aktuellen geopolitischen Umfeld besonders robust.

Fazit: Solide Wachstumsbasis, ambitionierte Pläne

Die Kombination aus dem 325‑Millionen‑Investitionsprogramm in Deutschland und dem neuen 75,5‑Millionen‑Dollar-Rahmenvertrag in den USA stärkt sowohl Technologiekompetenz als auch Auftragsbasis. Der MDAX-Aufstieg, der Rekord-Auftragsbestand und der Einstieg von KNDS als Ankeraktionär fügen sich zu einem konsistenten Bild: Renk positioniert sich als zentraler Antriebsspezialist für gepanzerte und perspektivisch auch unbemannte Plattformen.

Für die nächsten Quartalen werden entscheidend sein, wie zügig die geplanten Kapazitätserweiterungen umgesetzt werden und in welchem Tempo sich die neuen Produkte wie HSWL 076 und HSWL 406 im Markt durchsetzen. Gelingt dies im Rahmen der laufenden europäischen und US-Programme, dürfte die aktuelle Wachstumsdynamik eine belastbare Grundlage für die weitere Entwicklung der Renk Aktie bleiben.

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