QuantumScape sorgt erneut für Gesprächsstoff – diesmal weniger wegen des Kurses, sondern wegen eines frischen Insiderverkaufs aus der Chefetage. Finanzchef Kevin Hettrich hat einen kleinen Teil seiner Position zu Jahresbeginn veräußert, während Analysten mehrheitlich skeptisch bleiben und die Bewertung für ambitioniert halten. Im Zusammenspiel mit deutlichen Insiderabflüssen der vergangenen Monate entsteht ein Bild, das Anleger genau einordnen müssen.

CFO-Verkauf mit Plan

Im Mittelpunkt steht eine Transaktion von CFO Kevin Hettrich, die gestern bei der US-Börsenaufsicht SEC gemeldet wurde. Er hat 9.800 QuantumScape-Aktien der Klasse A verkauft. Abgewickelt wurde der Deal bereits am 14. Januar zu einem gewichteten Durchschnittspreis von 10,5909 US‑Dollar je Aktie, in einer Spanne zwischen 10,315 und 10,815 US‑Dollar. Das Volumen lag bei rund 103.782 US‑Dollar.

Wichtig ist der Rahmen dieser Transaktion: Hettrich nutzte ein Rule‑10b5‑1‑Handelsprogramm, das er bereits am 11. Juni 2025 aufgelegt hatte. Solche Pläne legen im Voraus Menge, Timing und Bedingungen von Verkäufen fest und sollen sicherstellen, dass Insider nicht auf Basis nicht-öffentlicher, kursrelevanter Informationen handeln.

Trotz des Verkaufs bleibt die Beteiligung des CFO hoch. Direkt hält er weiterhin 1.485.138 Aktien. Darin enthalten sind 1.110.707 Anteile, die durch Restricted Stock Units (RSUs) und Performance Stock Units (PSUs) repräsentiert werden – ein deutlicher Hinweis darauf, dass seine Vergütung stark aktienbasiert ist.

Analysten sehen Bewertungsrisiko

An der grundsätzlichen Skepsis vieler Analysten ändert der jüngste Kursanstieg nichts. Auf Basis der aktuellen Einschätzungen liegt der durchschnittliche Zielkurs bei 9,17 US‑Dollar und damit deutlich unter dem jüngsten Schlusskurs von 10,38 US‑Dollar. Daraus ergibt sich ein rechnerisches Abwärtspotenzial von rund 14 Prozent.

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Der Konsens lautet entsprechend nicht auf Kauf, sondern auf Reduzierung der Position. Insgesamt liegen 7 „Hold“-Einstufungen und 4 „Sell“-Voten vor, eine breite Kaufempfehlung fehlt also. In der Folge wirkt die Aktie auf Basis dieser Einschätzungen überbewertet, zumal die Gesellschaft nach wie vor Verluste schreibt – für das laufende Jahr liegt die Gewinnschätzung bei einem Ergebnis je Aktie von –0,82 US‑Dollar.

Institutionelle Käufe vs. Insiderverkäufe

Interessant ist der Kontrast zwischen institutionellen Investoren und dem Verhalten der Unternehmensinsider. Auf der einen Seite hat etwa Thames Capital Management LLC im dritten Quartal seine Position deutlich um 65,3 % auf 686.706 Aktien aufgestockt. Insgesamt liegt der institutionelle Anteil bei rund 29,87 % des ausstehenden Kapitals.

Auf der anderen Seite zeigen die internen Daten ein klares Muster: In den vergangenen drei Monaten traten Insider ausschließlich auf der Verkäuferseite auf. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum Aktien im Wert von 83,3 Mio. US‑Dollar veräußert, ohne dass Käufe durch Organmitglieder gemeldet wurden. Ergänzt wird dieses Bild durch eine Short-Quote von 9,75 % des frei handelbaren Aktienvolumens. Ein spürbarer Teil des Marktes setzt damit entweder aktiv auf fallende Kurse oder sichert sich gegen mögliche Rückschläge ab.

Technisches Bild und Marktlage

Charttechnisch wirkt der Titel angeschlagen, aber nicht kollabiert. Mit einem Schlusskurs von 10,38 US‑Dollar liegt die Aktie spürbar unter dem 50‑Tage‑Durchschnitt von 11,82 US‑Dollar und damit im kurzfristigen Downtrend. Gleichzeitig notiert sie aber noch oberhalb der 200‑Tage‑Linie von 9,52 US‑Dollar, was den längerfristigen Aufwärtspfad zumindest formal intakt lässt.

Der 14‑Tage‑RSI von 35,0 deutet darauf hin, dass das Papier sich zwar der überverkauften Zone nähert, diese aber noch nicht klar erreicht hat. Hinzu kommt eine deutlich erhöhte 30‑Tage‑Volatilität von annualisiert 47,6 %, die die jüngsten Schwankungen unterstreicht.

Fazit: Herausforderndes Umfeld

Unter dem Strich bleibt QuantumScape in einer technisch wie fundamental anspruchsvollen Lage. Kurzfristig drücken vor allem drei Faktoren: ein klar negatives Analystenvotum mit spürbarem Abschlag zum durchschnittlichen Kursziel, ein anhaltender Insider-Abgabetrend über mehrere Monate und eine signifikante Short-Quote. Dass der jüngste CFO-Verkauf vorgeplant war, nimmt dem Vorgang zwar die Brisanz, ändert aber nichts daran, dass der Nachrichtenfluss derzeit eher auf Bewertungsrisiken als auf neue Kurstreiber hinweist.

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