Procter & Gamble Aktie: Neuer CEO, hoher Druck
Procter & Gamble startet schwächer ins Jahr 2026. Die Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten deutlich schlechter entwickelt als der Gesamtmarkt, während ein Führungswechsel an der Spitze und operative Gegenwinde das Bild prägen. Mit den anstehenden Q2-Zahlen in gut zwei Wochen steht nun der neue CEO im Fokus.
- Schlusskurs zuletzt: 141,79 US-Dollar (minus 1,06% am Handelstag)
- Kursrückgang 12 Monate: rund 14,5%
- Q2-Zahlen erwartet am 22. Januar
- Analysten sehen moderates Wachstum, aber Druck auf die Gewinne
Neuer CEO, neue Hoffnung
Seit dem 1. Januar führt Shailesh Jejurikar als CEO das Unternehmen, zuvor war er Chief Operating Officer. Er übernimmt in einer Phase, in der der Aktienkurs deutlich hinter dem S&P 500 zurückgeblieben ist.
Jefferies hat die Aktie jüngst von „Hold“ auf „Buy“ hochgestuft und das Kursziel von 156 auf 179 US-Dollar angehoben. Die Investmentbank sieht im Führungswechsel einen möglichen Impuls und rechnet unter Jejurikar vor allem mit:
- konsequenterer Umsetzung in den Geschäftsbereichen
- mehr Tempo bei Produktinnovationen
- stärkerem Fokus auf Kostendisziplin
Damit knüpfen die Erwartungen klar an operative Verbesserungen und Effizienzsteigerungen an.
Kursentwicklung und Bewertung
Die jüngste Kursbilanz bleibt enttäuschend:
- 1 Monat: minus 1,41%, schwächer als der Sektor Consumer Staples
- 6 Monate: rund 9,2% Verlust
- 52-Wochen-Spanne: 138,14 bis 179,99 US-Dollar
- Dividendenrendite: etwa 2,95%
Auf Basis der Schätzungen handelt die Aktie aktuell zu einem Forward-KGV von 20,5 und liegt damit praktisch auf Branchenniveau (20,52). Auffällig ist jedoch das deutlich höhere PEG-Ratio von 4,83 gegenüber rund 2,61 im Sektor. Das signalisiert eine vergleichsweise anspruchsvolle Bewertung gemessen an den erwarteten Wachstumsraten.
Erwartungen an Q2 und das Gesamtjahr
Im Vorfeld des Q2-Berichts rechnet die Wall Street mit leichtem Gewinnrückgang bei moderatem Umsatzplus:
- Q2 EPS: 1,87 US-Dollar (minus 0,53% gegenüber Vorjahr)
- Q2 Umsatz: 22,3 Mrd. US-Dollar (plus 1,89% gegenüber Vorjahr)
- EPS-Guidance Gesamtjahr: 6,83–7,10 US-Dollar
- Umsatzprognose Gesamtjahr: 86,87 Mrd. US-Dollar (plus 3,07%)
Die Zacks-Konsensschätzung für den Gewinn je Aktie ist im vergangenen Monat um 0,28% gesunken. Das Unternehmen wird dort mit einem Rank #3 („Hold“) geführt – ein Signal für verhaltene Erwartungen, aber keine drastische Neubewertung.
China-Schwäche und Probleme im Babygeschäft
Operativ belasten vor allem zwei Baustellen.
Zum einen bleibt das China-Geschäft schwach. Besonders im Beauty-Segment, das knapp ein Fünftel des Konzernumsatzes ausmacht, drückt die verhaltene Konsumlaune auf das organische Wachstum. Hier fehlt bislang eine klare Trendwende.
Zum anderen steht das Baby-Care-Segment unter Druck. Demografische Veränderungen und intensiver Wettbewerb setzen eine Sparte unter Spannung, die historisch als verlässlicher Ergebnisträger galt. Marktteilnehmer verweisen darauf, dass eine Entspannung bei den Verbraucherbudgets und stabilere Währungen die Nachfrage nach Kernmarken im Bereich Haushalt und Babypflege unterstützen könnten.
Institutionelle Investoren und Analystenbild
Bei den institutionellen Investoren zeigen sich gemischte Signale. So hat Ninety One North America Inc. im dritten Quartal seinen Bestand an Procter-&-Gamble-Aktien um 25% reduziert und 8.963 Aktien verkauft. Im Portfolio verblieben 26.936 Papiere mit einem Wert von rund 4,14 Mio. US-Dollar.
Insgesamt halten Institutionelle etwa 65,8% der ausstehenden Aktien, während das Management und andere Insider lediglich rund 0,20% direkt halten. Die Analystenschaft bleibt per Saldo positiv gestimmt: Der Konsens liegt bei „Moderate Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 171,38 US-Dollar. Gegenüber dem aktuellen Kurs ergibt sich daraus ein rechnerisches Aufwärtspotenzial von gut 21%.
Branchenumfeld bremst zusätzlich
Die Rahmenbedingungen im Sektor sind aktuell kein Rückenwind. Die Branche „Consumer Products – Staples“ rangiert bei Zacks nur auf Platz 216 von mehr als 250 beobachteten Industrien und gehört damit zu den schwächeren Bereichen. Für defensive Konsumwerte wie Procter & Gamble erschwert das die Suche nach neuen Impulsen im Vergleich zu wachstumsstärkeren Sektoren.
Die Beta-Kennziffer der Aktie von etwa 0,38–0,39 unterstreicht den defensiven Charakter des Titels: Die Schwankungen liegen deutlich unter denen des Gesamtmarktes, dafür fällt das Potenzial in Phasen hoher Risikoaversion solide aus, während in starken Aufwärtsphasen der Spielraum nach oben begrenzter bleibt.
Entscheidend wird nun, ob der neue CEO mit den Q2-Zahlen und einem klaren Fokus auf Umsetzung, Innovation und Kosten eine überzeugende Grundlage für eine Erholung der Aktie legen kann.
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