Nvidia Aktie: Infrastrukturoffensive
Nvidia sichert sich zunehmend nicht nur die Nachfrage nach seinen Chips, sondern auch die dahinterliegende Infrastruktur. Mit einem Milliardeninvestment in den Cloudanbieter CoreWeave und einer parallelen Software-Wette auf das KI-Startup Synthesia baut der Konzern seine Stellung entlang der gesamten KI-Wertschöpfungskette aus. Spannend ist vor allem die Frage, wie stark diese Strategie die Konkurrenz im Rechenzentrumsmarkt ausbremst – und genau hier setzt der aktuelle Deal an.
Milliardenpaket für CoreWeave
Im Zentrum steht eine direkte Beteiligung an CoreWeave:
Nvidia hat Class-A-Aktien des Cloudanbieters zu einem Preis von 87,20 US-Dollar je Anteil erworben und steigt damit zum zweitgrößten Aktionär auf. Die Reaktion auf den Sekundärmärkten fiel deutlich aus: Die CoreWeave-Papiere legten nach Bekanntwerden der Transaktion um mehr als 15 % auf 107 US-Dollar zu.
Das frische Kapital soll ein massives Ausbauprogramm der Rechenkapazität finanzieren. Ziel ist der Aufbau von mehr als 5 Gigawatt sogenannter „AI Factory“-Kapazität bis 2030. Diese Infrastruktur wird benötigt, um die extrem energiehungrigen Cluster für das Training fortgeschrittener KI-Modelle zu betreiben.
Die Eckpunkte der Vereinbarung im Überblick:
- Investitionsvolumen: 2 Milliarden US-Dollar Eigenkapital
- Kaufpreis: 87,20 US-Dollar pro CoreWeave-Aktie
- Infrastrukturziel: 5 Gigawatt zusätzliche KI-Kapazität bis Ende des Jahrzehnts
- Hardware-Bindung: Bevorzugter Frühzugang für CoreWeave zu Nvidias Rubin-Architektur, Vera-CPUs und BlueField-Speichersystemen
- Bestehende Bestellungen: CoreWeave hält bereits Nvidia-Aufträge im Volumen von mindestens 6,3 Milliarden US-Dollar
Damit geht es Nvidia klar um mehr als eine reine Finanzbeteiligung: Der Konzern verankert seine eigene Hardware tief im Rechenzentrumsaufbau eines wichtigen Cloudpartners.
Strategische Barriere gegen AMD und Intel
Die Partnerschaft ist so strukturiert, dass sie direkten Wettbewerb von AMD und Intel in einem zentralen Zukunftssegment erschwert. Die geplanten 5 Gigawatt Kapazität sind an Nvidias eigene Architektur gekoppelt: Rubin-GPUs und die neuen Vera-CPUs sollen verbindlich integriert werden.
Besonders brisant: Über die Vera-Chips tritt Nvidia im Datacenter-Bereich in den klassischen CPU-Markt ein – ein Terrain, das bislang von Intel und zunehmend auch von AMD dominiert wird. Durch die feste Verzahnung von GPU- und CPU-Architektur schafft Nvidia ein geschlossenes System, das für Kunden attraktiv ist, aber Wettbewerbern den Zugang zu genau dieser Hochleistungsinfrastruktur abschneidet.
Zusätzlich umfasst die Kooperation Unterstützung bei der Sicherung von Flächen und Stromversorgung – zwei der größten Engpässe im aktuellen KI-Boom. Wer hier frühzeitig Kapazitäten reserviert, verschafft sich einen strukturellen Vorteil, den Wettbewerber nicht kurzfristig aufholen können.
Vorstoß in hochmargige KI-Software
Parallel zur Hardware- und Infrastrukturstrategie baut Nvidia seine Präsenz im Softwarebereich aus. Über die Venture-Sparte NVentures beteiligte sich der Konzern an einer Series-E-Finanzierungsrunde über 200 Millionen US-Dollar beim britischen KI-Unternehmen Synthesia.
Synthesia ist auf KI-generierte Video-Avatare für Unternehmenskunden spezialisiert und wird nach der Runde mit 4 Milliarden US-Dollar bewertet. Neben Nvidia stieg auch Google Ventures ein, was die Bewertung zusätzlich stützt.
Strategisch zielt Nvidia damit auf die Anwendungsebene der KI:
- Hardware-Umsätze werden durch wiederkehrende Softwareerlöse ergänzt.
- Hochmargige Dienste im Enterprise-Bereich können die Abhängigkeit vom reinen Chipverkauf reduzieren.
- Gleichzeitig stärkt Nvidia das eigene Ökosystem, indem es Anwendungen fördert, die stark auf seine Rechenplattformen angewiesen sind.
Die Kombination aus Infrastrukturdeal (CoreWeave) und Softwareinvestment (Synthesia) zeigt, dass Nvidia seine Rolle nicht mehr nur als Chiplieferant, sondern als umfassender KI-Plattformanbieter versteht.
Aktueller Marktstatus der Aktie
Die Aktie notiert aktuell bei 187,07 US-Dollar und bewegt sich damit nahe am 52-Wochen-Hoch von 190,53 US-Dollar. Der Kurs hat sich binnen zwölf Monaten um mehr als 65 % erhöht und liegt deutlich über dem 200-Tage-Durchschnitt von 153,00 US-Dollar, was ein weiterhin konstruktives technisches Bild unterstreicht.
Fundamental stützen die jüngsten Schritte die Bewertung, weil Nvidia sich zusätzliche Erlösquellen jenseits des klassischen GPU-Geschäfts erschließt:
- Über CoreWeave sichert sich der Konzern langfristige Abnahme und Verankerung seiner neuen Rubin- und Vera-Generationen im Rechenzentrumsmarkt.
- Über Synthesia stärkt Nvidia seine Position in margenstarken KI-Anwendungen mit wiederkehrenden Softwareumsätzen.
Gleichzeitig verschärft sich der Wettbewerb: Microsoft bringt mit „Maia 200“ eigene KI-Chips in Stellung, um die Abhängigkeit von Nvidia-Hardware zu verringern. Die tiefere Integration mit Cloud-Anbietern wie CoreWeave schafft jedoch eine Art Verteidigungswall: Wer Höchstleistung braucht und bereits eng mit Nvidia-Systemen arbeitet, dürfte nur schwer und mit hohen Umstellungskosten auf alternative Plattformen wechseln.
Im Ergebnis untermauern die aktuellen Deals Nvidias Anspruch, das KI-Ökosystem von der Rechenzentrumsinfrastruktur bis zur Anwendungsebene abzudecken – ein Ansatz, der bei anhaltender KI-Nachfrage weiter Rückenwind für Umsatzwachstum und Margen liefern kann.
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