Wenn ein einziges Unternehmen ein ganzes Land in wirtschaftliche Turbulenzen stürzen kann, dann zeigt das dessen ungeheure Macht – oder seine Schwäche. Novo Nordisk, der dänische Pharmakonzern hinter den Blockbustern Wegovy und Ozempic, hat genau das geschafft: Die dänische Regierung musste ihre Wachstumsprognose für 2025 drastisch senken, weil der Diabetes- und Abnehmspritzenhersteller schwächelt. Während das Land wirtschaftlich strauchelt, versucht sich Novo Nordisk mit einer halben Milliarde Dollar schweren Partnerschaft für die Zukunft zu rüsten. Doch reicht das?

Regierung streicht Wachstumsprognose zusammen

Am Freitag machte Dänemarks Wirtschaftsministerium ernst: Die Wachstumsprognose für 2025 wurde von 3,0 auf nur noch 1,4 Prozent gesenkt. Der Grund? Explizit die schwächeren Aussichten für die Pharmaindustrie, die unter zunehmendem Konkurrenzdruck im lukrativen Markt für Abnehm-Medikamente leidet. Noch drastischer fiel die Korrektur bei den Exporterwartungen aus: Statt 4,3 Prozent erwartet die Regierung nur noch magere 0,9 Prozent Wachstum.

Diese nationale Wirtschaftsrevision unterstreicht den enormen Einfluss von Novo Nordisk auf die dänische Volkswirtschaft. Immerhin war das Unternehmen im vergangenen Jahr für ein Fünftel des gesamten Beschäftigungswachstums des Landes verantwortlich.

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Zweite Prognosesenkung in einem Jahr

Die Probleme kommen nicht überraschend. Bereits Ende Juli hatte Novo Nordisk zum zweiten Mal in diesem Jahr seine eigenen Jahresprognosen gekappt. Die revidierten Erwartungen sehen nun ein Umsatzwachstum von nur noch 8 bis 14 Prozent vor – ursprünglich waren 13 bis 21 Prozent geplant. Beim Betriebsgewinn schrumpften die Erwartungen von 16-24 auf 10-16 Prozent.

Verantwortlich für diese Ernüchterung: Der Konkurrenzkampf intensiviert sich, und die Marktdurchdringung der GLP-1-Medikamente Wegovy und Ozempic fällt schwächer aus als erhofft – besonders in den USA, dem wichtigsten Absatzmarkt.

RNA-Partnerschaft als Rettungsanker?

Als Antwort auf die wachsenden Herausforderungen setzt Novo Nordisk auf Innovation. Am Mittwoch kündigte das Unternehmen eine mehrjährige Forschungspartnerschaft mit Replicate Bioscience an. Ziel ist die Entwicklung neuer Behandlungen für Fettleibigkeit, Typ-2-Diabetes und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen mittels selbstreplizierender RNA-Technologie.

Mit bis zu 550 Millionen Dollar – inklusive Vorauszahlungen, Meilensteinzahlungen und gestaffelten Lizenzgebühren – investiert Novo Nordisk massiv in diese Zukunftstechnologie. Die Partnerschaft zeigt deutlich: Das Unternehmen sucht externe Innovation, um seine Pipeline zu stärken und die nächste Generation von Medikamenten zu entwickeln.

Blick in die Zukunft

Die kommenden Monate werden entscheidend. Anleger warten gespannt auf den Quartalsbericht für das dritte Quartal 2025, der Aufschluss über die Verschreibungszahlen für Wegovy und Ozempic geben wird. Gleichzeitig müssen die strategischen Initiativen erste Früchte tragen.

Die Herausforderung ist klar: Novo Nordisk muss beweisen, dass es seine bestehenden Kassenschlager stabilisieren und gleichzeitig die nächste Innovationswelle erfolgreich aufbauen kann. Für Dänemark steht dabei nicht weniger auf dem Spiel als die wirtschaftliche Stabilität eines ganzen Landes.

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