Das Wochenende steht an der Wall Street ganz im Zeichen eines erbitterten Ringens. Während Netflix seine Fühler immer tiefer nach Warner Bros. Discovery (WBD) ausstreckt, fährt die Konkurrenz bereits schwere Geschütze auf. Steht der Streaming-Primus vor der größten Übernahme seiner Geschichte oder droht ein kostspieliges Wettbieten, das die gerade erst neu justierte Aktienstruktur ins Wanken bringt?

Gnadenloses Wettbieten

Die Anzeichen verdichten sich: Berichten zufolge hat Netflix die Investmentbank Moelis & Co. engagiert, um Zugang zum Datenraum von WBD zu erhalten. Dieser Schritt signalisiert ernste Kaufabsichten und markiert einen bemerkenswerten Strategiewechsel für CEO Ted Sarandos, der sich bisher eher als "Baumeister" denn als Käufer verstanden wissen wollte.

Doch der Weg zur Übernahme ist vermint. Comcast bereitet dem Vernehmen nach ein nachgebessertes Angebot im Bereich von 27 bis 28 US-Dollar pro WBD-Aktie vor, das noch vor der Frist am 1. Dezember eingereicht werden soll. Auch Paramount Skydance mischt im Bietergefecht mit. Warner Bros. Discovery verlangt verbesserte Offerten bis zu diesem Stichtag, eine endgültige Entscheidung wird bis Weihnachten erwartet.

Optische Täuschung oder Kaufchance?

Parallel zum Übernahme-Poker müssen sich Anleger an das neue Kursniveau gewöhnen. Nach dem am 16. November vollzogenen 10-für-1-Aktiensplit notiert das Papier nun im Bereich von 107 US-Dollar. Was auf den ersten Blick günstig wirkt, ist eine reine Rechenübung – die Aktie handelte zuvor bei über 1.100 US-Dollar.

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Dennoch bleibt die fundamentale Lage robust. Abseits der Fusionsfantasien läuft die Content-Maschine auf Hochtouren: Die fünfte Staffel von Stranger Things und der Überraschungserfolg von KPop Demon Hunters (dem meistgesehenen Film der Plattform) treiben die Nutzerbindung.

Die aktuellen Finanzdaten im Überblick:

  • Schlusskurs (Freitag): 107,58 USD (+1,36%)
  • Marktkapitalisierung: 455,85 Mrd. USD
  • KGV: ~45x
  • Umsatzwachstum: +15,65% auf 43,38 Mrd. USD

Alles oder Nichts

Ein erfolgreicher Zugriff auf Warner Bros. Discovery würde Netflix die Kronjuwelen der Branche sichern: HBO, HBO Max und die legendären Warner-Studios. Es wäre das faktische Ende der "Streaming Wars" durch Konsolidierung. Analysten bleiben überwiegend optimistisch; rund 71 Prozent raten zum Kauf und sehen weiteres Aufwärtspotenzial nach dem Split.

Doch das Risiko steigt. Sollte Netflix den Kürzeren ziehen und Comcast den Zuschlag erhalten, entstünde 2026 ein noch mächtigerer Konkurrent. Investoren sollten den 1. Dezember genau im Auge behalten. Sobald die neuen Gebote auf dem Tisch liegen, dürfte die Volatilität sprunghaft ansteigen. Die Aktie hält sich vorerst stabil über der Unterstützung von 105 US-Dollar, doch die Ruhe könnte trügerisch sein.

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