Nestle Aktie: Nachteiliger Wandel?
Der Schweizer Lebensmittelriese kämpft mit den Folgen des größten Produktrückrufs der Firmengeschichte. Nach ersten bestätigten Erkrankungsfällen in Brasilien erhöht nun auch die philippinische Lebensmittelbehörde den Druck. Die klare Botschaft: Fehlende Grenzwerte sind keine Entschuldigung für Produktrisiken.
Philippinen verschärfen Tonfall
Die Food and Drug Administration der Philippinen stellte heute unmissverständlich klar, dass Hersteller uneingeschränkt für die Sicherheit von Säuglings- und Kleinkindprodukten verantwortlich bleiben – unabhängig von regulatorischen Grenzwerten. Die Stellungnahme richtet sich direkt gegen öffentliche Äußerungen von Nestlé Philippines zum freiwilligen Rückruf.
Bereits letzte Woche hatte Chinas Marktaufsichtsbehörde das Unternehmen zur "Erfüllung der unternehmerischen Verantwortung" aufgefordert. Die Behörden weltweit ziehen die Zügel an.
Kontaminiertes ARA-Öl aus den Niederlanden
Die Fakten zur Rückrufaktion:
- Über 800 Produkte aus mehr als 10 Fabriken betroffen
- Mittlerweile über 60 Länder auf allen Kontinenten einbezogen
- Ursache: Potenzielle Kontamination mit Cereulide, einem Toxin des Bacillus cereus-Bakteriums
- Quelle: Arachidonsäure-Öl (ARA) eines Zulieferers im Werk Nunspeet (Niederlande)
Nestlé hat die Belieferung durch den betroffenen Zulieferer gestoppt und die Produktion mit alternativen Lieferanten wieder aufgenommen. Der chinesische ARA-Produzent Cabio Biotech, der Nestlé 2024 als Großkunden führte, verlor am 8. Januar fast 12% an Wert.
Erste Krankheitsfälle bestätigt
Am 15. Januar bestätigte die brasilianische Gesundheitsbehörde zwei Erkrankungen bei Säuglingen nach Konsum betroffener Produkte. Beide etwa einjährigen Patienten litten unter anhaltendem Erbrechen und Durchfall, erholen sich aber nach Absetzen der Nahrung.
Barclays-Analysten warnen, die Situation könnte besonders in China "ziemlich schädlich" werden. Der chinesische Markt für Säuglingsnahrung ist 26,5 Milliarden US-Dollar schwer – und chinesische Verbraucher reagieren aufgrund früherer Milchskandale besonders sensibel.
CEO Navratil unter Druck
Philipp Navratil, seit September 2025 im Amt, veröffentlichte am 14. Januar eine Video-Entschuldigung für die "Sorgen und Störungen" bei Eltern. Der Konzernchef, der nach der Entlassung seines Vorgängers Laurent Freixe übernommen hatte, findet sich wenige Monate nach Amtsantritt im Krisenmodus wieder.
Die Aktie notiert bei 93,87 USD (ADR) – ein Minus von 5,2% seit Jahresbeginn. An der Schweizer Börse schloss sie zuletzt bei 75,80 CHF. Seit Bekanntwerden des erweiterten Rückrufs Anfang Januar haben die Papiere rund 4% verloren.
Nutrition-Sparte im Fokus
Die Rückrufkrise belastet die Nutrition and Health Science-Sparte, die 2024 rund 16,6% des Gesamtumsatzes von 91,4 Milliarden CHF beisteuerte. Nestlé kontrolliert nach Branchenschätzungen fast ein Viertel des globalen Säuglingsnahrungsmarktes im Wert von 92,2 Milliarden US-Dollar.
Das durchschnittliche Analystenrating lautet "Hold" bei einem Kursziel von 91 USD. Am 19. Februar folgen die Geschäftszahlen für 2025 – dann dürfte sich zeigen, wie stark der Rückruf das Zahlenwerk belastet.
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