Ein mehr als einjähriger Rechtsstreit mit Elon Musks Plattform X ist für Nestlé endgültig vom Tisch. Eine US-Bundesrichterin wies die Klage wegen eines angeblichen Werbeboykotts vollständig ab und erspart dem Schweizer Lebensmittelkonzern damit ein potenziell teures Verfahren.

Fehlender Nachweis für Kartellverstoß

Die Entscheidung von US-Bezirksrichterin Jane Boyle fiel am Donnerstag eindeutig aus. Sie gab dem Antrag von Nestlé und weiteren Großkonzernen wie Shell oder Mars auf Klageabweisung statt. Zur Begründung hieß es, Musks Unternehmen habe nicht nachweisen können, durch einen kartellrechtlichen Verstoß geschädigt worden zu sein. Selbst angebliche Einnahmeverluste oder erzwungene Preissenkungen bei X reichten für die Argumentation der Kläger nicht aus.

Die im Verfahren genannten Unternehmen sind Mitglieder der Global Alliance for Responsible Media (GARM). Über diese Organisation fordern Werbetreibende bestimmte Sicherheitsstandards von den Plattformen ein, auf denen sie ihre Anzeigen schalten.

Endgültiger Schlussstrich

Ursprünglich hatte X die Klage im Jahr 2024 eingereicht. Zuvor hatten zahlreiche Werbetreibende ihre Budgets auf der Plattform drastisch reduziert oder ganz gestrichen. Als Auslöser galt der laxe Umgang des Netzwerks mit der Moderation von Hassrede. Nestlé und die Mitbeklagten betonten im Verfahren stets, ihre Entscheidungen zur Reduzierung der Werbung völlig unabhängig voneinander getroffen zu haben.

Für X ist der juristische Weg in dieser Angelegenheit nun versperrt. Die Abweisung der Klage erfolgte mit sogenanntem Präjudiz, was eine erneute Einreichung unmöglich macht. Eine Berufung schloss die Richterin explizit aus.

Blick auf die Kursentwicklung

An der Börse sorgt der juristische Erfolg heute nicht für unmittelbare Kaufimpulse. Die Nestlé-Papiere verzeichnen einen leichten Rückgang von 0,61 Prozent auf einen Schlusskurs von 83,07 Euro. Damit notiert der Titel exakt auf der viel beachteten 200-Tage-Linie, die aktuell bei 83,05 Euro verläuft.

Mit dem juristischen Schlussstrich in den USA fällt für das Management ein lästiger Nebenschauplatz weg. Charttechnisch entscheidet sich in den kommenden Handelstagen direkt an der 200-Tage-Linie, ob die Aktie ihren leichten Abwärtstrend des laufenden Jahres stoppen und den Abstand zum 52-Wochen-Hoch von knapp 95 Euro wieder verringern kann.

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