Nasdaq 100: Rally-Pause
Der Nasdaq 100 ist mit Gegenwind ins neue Jahr gestartet. Nach starken Monaten 2025 geraten vor allem hoch bewertete Tech- und Konsumwerte unter Druck, während einzelne Chipaktien deutlich zulegen. Entscheidend ist dabei weniger die Tagesbewegung als die Frage: Wie stark bremsen steigende Anleiherenditen die Wachstumsfantasie im Index?
Schwäche im Gesamtmarkt, Stärke bei Chips
Der Nasdaq 100 hat seine Verlustserie am Freitag auf fünf Handelstage ausgedehnt und die Woche mit einem leichten Minus beendet. In Summe ging es in den vergangenen sieben Tagen um rund 1,7 % nach unten, womit ein Teil der vorherigen Jahresendrally wieder abgegeben wurde.
Auffällig ist die Spaltung im Index: Der Halbleitersektor zeigte deutliche Stärke. Titel wie Baidu, Micron, Intel und Nvidia legten teils zweistellig zu oder präsentierten sich zumindest robust. Hintergrund sind unter anderem positive Impulse aus dem Chipgeschäft, etwa die geplante Börsennotierung der Baidu-Chip-Sparte in Hongkong und anhaltende Nachfrage nach Speicherchips.
Auch Versorgerwerte konnten als defensiver Hafen zulegen. Sie profitierten von der vorsichtigeren Anlegerstimmung, die zyklische Wachstumswerte meidet und stabile Erträge höher gewichtet.
Auf der Gegenseite stand vor allem der Elektroautobauer Tesla im Fokus. Schwächere Auslieferungszahlen zum Jahresende sorgten für Enttäuschung und drückten den Kurs spürbar. Zusammen mit Rücksetzern bei Amazon und weiteren Konsum- und Internetwerten belastete das die großen Schwergewichte im Nasdaq 100.
Zinsen und Sektorrotation als Belastung
Ein zentraler Faktor im Hintergrund bleibt der Anleihemarkt. Steigende Renditen der US-Staatsanleihen erhöhen den Druck auf hoch bewertete Wachstumsaktien, da zukünftige Gewinne stärker abgezinst werden. Genau dieses Umfeld bekam der Nasdaq 100 in der ersten vollen Handelswoche des Jahres zu spüren.
Während der Dow Jones am Freitag dank Kursgewinnen bei Industrie- und Banktiteln zulegen konnte, verlor der techniklastige Nasdaq 100 an Boden. Diese Divergenz deutet auf eine Rotation hin: Kapital fließt aus teuren Tech- und Konsumtiteln in eher klassisch bewertete Value- und Zykliker-Sektoren.
Institutionelle Investoren scheinen ihr Risiko bewusst zu reduzieren. Im Fokus stehen dabei:
- Umschichtungen aus Mega-Caps wie Tesla und Amazon
- verstärkte Engagements in ausgewählten Wachstumssegmenten wie Halbleitern
- vermehrte Absicherung über Optionen im Vorfeld wichtiger Konjunkturdaten
Diese vorsichtigere Positionierung passt zu einem Markt, der vor der nächsten Zinsentscheidung der US-Notenbank Klarheit über den Arbeitsmarkt und die Inflationsperspektive sucht.
Technisches Bild: Druck nach fünf Verlusttagen
Aus technischer Sicht hinterlässt die Serie von fünf Rückgangstagen Spuren. Der Nasdaq 100 notiert mit rund 25.200 Punkten knapp unter seinem 50-Tage-Durchschnitt und nur etwa 3 % unter dem 52‑Wochen-Hoch bei 26.068 Punkten. Gleichzeitig liegt der Index aber fast 50 % über dem Jahrestief vom April – der übergeordnete Aufwärtstrend ist damit weiterhin intakt.
Der Relative-Stärke-Index (RSI) der vergangenen 14 Tage liegt mit 55,2 im neutralen Bereich. Von einer überverkauften Lage ist der Markt also entfernt, was aus technischer Sicht weiteres Korrekturpotenzial offenlässt, bevor eine stärkere Gegenbewegung wahrscheinlicher wird. Die 25.000‑Punkte-Zone fungiert dabei als kurzfristig wichtige psychologische Unterstützungsmarke.
Die 200‑Tage-Linie verläuft deutlich tiefer bei rund 24.100 Punkten. Mit einem Abstand von gut 4 % bleibt der mittelfristige Trend positiv, auch wenn kurzfristig der Verkaufsdruck dominiert.
Ausblick: Arbeitsmarktdaten im Fokus
In der neuen Woche rückt der makroökonomische Kalender in den Vordergrund. Besonders die anstehenden US-Arbeitsmarktdaten könnten entscheidend dafür sein, wie die Federal Reserve ihren weiteren Zinspfad für Anfang 2026 bewertet. Überraschend starke Daten würden den Druck auf die Renditen und damit auf Wachstumswerte erhöhen, während schwächere Zahlen die Hoffnung auf frühere Zinssenkungen nähren könnten.
Für den Nasdaq 100 ist damit klar umrissen, was auf dem Spiel steht: Kurzfristig entscheidet die Stabilität im Bereich um 25.000 Punkte, ob die aktuelle Schwächephase nur eine Atempause im langfristigen Aufwärtstrend bleibt oder sich zu einer tieferen Korrektur ausweitet.
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