Christoph Jurecka gibt als neuer Konzernchef der Münchener Rück klare Ansagen: Bis 2030 sollen 600 Millionen Euro eingespart werden. Während in der Rückversicherung die natürliche Fluktuation ausreicht, drohen bei der Tochter Ergo Abfindungsprogramme. Gleichzeitig fallen die Preise am Rückversicherungsmarkt deutlich – doch Jurecka sieht die Lage gelassener als viele Beobachter.

Zwei unterschiedliche Strategien im Konzern

Der seit Jahresanfang amtierende CEO differenziert deutlich zwischen den Konzernbereichen. In der Rückversicherung wird es keinen erzwungenen Stellenabbau geben. Die natürliche Fluktuation von rund zehn Prozent jährlich reiche aus, um die Effizienzziele zu erreichen.

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Anders bei Ergo: Dort könnte die natürliche Fluktuation nach Jureckas Worten „möglicherweise nicht ausreichen". Wo Umschulungen nicht greifen, sind freiwillige Abfindungen im Gespräch. Der Grund: Automatisierung macht zunehmend Routineaufgaben überflüssig.

Die wichtigsten Eckpunkte der Umstrukturierung:

  • Jobs werden vorwiegend nach Indien und Polen verlagert
  • Etwa zehn Prozent der Stellen in betroffenen Bereichen betroffen
  • Jede freiwerdende Position wird einzeln geprüft
  • Von weltweit knapp 46.000 Mitarbeitern arbeiten rund 20.000 in Deutschland
  • 200 Millionen Euro Einsparungen bereits 2026 geplant

Preisdruck am Rückversicherungsmarkt

Der globale Rückversicherungsmarkt zeigt deutliche Entspannungstendenzen. Laut Broker Howden fielen die risikoadjustierten Preise zum Jahresbeginn 2026 um durchschnittlich 14,7 Prozent – der stärkste Rückgang seit 2014. Versicherungsmakler berichten von Preisrückgängen bis zu zwölf Prozent nach der Vertragserneuerungsrunde.

Jurecka relativiert diese Zahlen deutlich. Die Erneuerung bei Munich Re sei „viel breiter aufgestellt", die eigenen Zahlen würden „deutlich anders aussehen". Sein Fazit: „Ich würde sagen, es ist immer noch ein attraktiver Markt."

Ambitionierte Ziele bis 2030

Mit der Strategie „Ambition 2030" hat der Konzern klare Marken gesetzt:

  • IFRS-Nettogewinn 2026: 6,3 Milliarden Euro
  • Eigenkapitalrendite bis 2030: über 18 Prozent
  • Gewinnwachstum je Aktie: mehr als 8 Prozent jährlich
  • Ausschüttungsquote: über 80 Prozent
  • Versicherungsumsatz 2026: 64 Milliarden Euro

Analysten uneinig über Bewertung

Goldman Sachs senkte das Kursziel von 587 auf 574 Euro und bleibt bei „Neutral". JPMorgan hält dagegen an „Overweight" mit einem Kursziel von 655 Euro fest. Die Aktie notierte zuletzt bei 507,60 Euro und damit knapp über dem 52-Wochen-Tief von 507,20 Euro. Vom Dezember-Hoch bei 671 Euro hat der Titel damit fast ein Viertel verloren.

Am 26. Februar folgen die konkreten Geschäftszahlen. Dann wird sich zeigen, ob Jureckas optimistische Einschätzung zur Marktlage berechtigt ist.

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