MSCI World ETF: Erfolgsbilanz vorgelegt!
Der iShares MSCI World ETF (URTH) startet mit Rückenwind ins Jahr 2026. Getrieben wird der Fonds vor allem von den großen US-Technologiewerten, allen voran Nvidia, das sich inzwischen an die Spitze der größten Positionen geschoben hat. Für Anleger stellt sich damit die Frage, wie „global“ ein ETF noch ist, wenn über 70 % in den USA liegen – und ein großer Teil der Musik im Tech-Sektor spielt.
Im Fokus stehen dabei vor allem drei Themen:
- hohe Gewichtung der „Magnificent Seven“
- starke Performance gegenüber breiteren Weltindizes
- erhöhte Abhängigkeit von US-Wachstumswerten und ihren Bewertungen
Markthintergrund und Schwerpunkte
URTH bildet den MSCI World Index ab, der 23 entwickelte Länder umfasst. In der Praxis zeigt sich Anfang 2026 aber klar: Das Produkt ist stark von US-Tech geprägt.
- US-Anteil am Portfolio: über 70 %
- Information Technology: knapp 28 % des Fonds
- Technologie- und Kommunikationswerte zusammen: über 35 %
Die treibenden Faktoren der vergangenen 30 Tage:
- AI-Hardware und Halbleiter: Starke Ausblicke der großen Chip-Hersteller haben den IT-Sektor weiter nach oben gezogen.
- Geldpolitik: Die Märkte rechnen im ersten Quartal 2026 mit einem stabilen Zinsumfeld. Das stützt wachstumsstarke Titel mit langen Ertragsperspektiven.
- Mittelzuflüsse: Nettozuflüsse von rund 262 Mio. US-Dollar im letzten Monat deuten auf anhaltendes Interesse institutioneller Investoren an entwickelten Aktienmärkten hin – trotz hoher Bewertungen.
URTH bleibt damit im Kern ein global ausgerichteter, aber klar wachstumsorientierter ETF mit US-Schwerpunkt.
Zusammensetzung: Nvidia übernimmt die Führung
Die wichtigste Veränderung in der Struktur des Fonds ist die Neuordnung an der Spitze der größten Positionen. Nvidia hat Apple und Microsoft überholt und ist nun die größte Einzelposition im ETF – ein direktes Ergebnis des anhaltenden KI-Booms.
Top-10-Positionen (Stand Januar 2026):
- Nvidia – 5,34 %
- Apple – 4,48 %
- Microsoft – 3,83 %
- Amazon – 2,71 %
- Alphabet A – 2,26 %
- Alphabet C – 1,90 %
- Broadcom – 1,83 %
- Meta Platforms – 1,67 %
- Tesla – 1,48 %
- JPMorgan Chase – 1,07 %
Wesentliche Punkte:
- Konzentration: Die Top 10 machen etwa 26,6 % des gesamten Fondsvolumens aus. Für einen globalen, breit gestreuten ETF ist das eine relativ hohe Bündelung auf wenige, vor allem US-Tech-Werte.
- Renditetreiber: Besonders Nvidia (1-Jahres-Performance: +39,46 %) und Alphabet (+71 % im Jahresvergleich) haben die Gesamtrendite nach oben gezogen.
- Stabilitätsanker: Titel wie JPMorgan tragen weniger zur Outperformance bei, liefern dafür eher Stabilität und breitere Sektorabdeckung.
Unter dem Strich ist URTH derzeit weniger ein neutraler „Weltmarkt-ETF“, sondern stark von Wachstums- und Tech-Namen geprägt.
Performance und Handelbarkeit
URTH konnte in den vergangenen Monaten deutlich zulegen und liegt über Indizes, die auch Schwellenländer enthalten.
Wichtige Kennzahlen:
- Kurs: 189,21 US-Dollar
- 1 Woche: +0,75 %
- 1 Monat: +2,54 %
- Jahr 2026 bislang (YTD): +2,01 %
- 1 Jahr: +21,28 %
- Dividendenrendite (Trailing 12M): 1,46 %
Liquidität und Spreads:
- durchschnittliches Handelsvolumen (30 Tage): ca. 450.000 Anteile pro Tag
- durchschnittlicher Spread: rund 0,07 US-Dollar
- Abweichung vom Nettoinventarwert (NAV): minimal bei etwa -0,04 %
Damit ist der ETF sowohl für Privatanleger als auch für größere Orders gut handelbar, mit geringen Transaktionskosten und effizienter Preisbildung.
Wettbewerbsumfeld: URTH im Vergleich
URTH tritt vor allem gegen globale ETFs an, die entwickelte und teils auch Schwellenländer abdecken. Der entscheidende Unterschied: Emerging Markets sind hier bewusst außen vor.
Vergleich mit VT (Vanguard Total World) und ACWI (iShares MSCI ACWI):
- Gebühren (TER):
- URTH: 0,24 %
- VT: 0,07 %
-
ACWI: 0,32 %
-
Volumen (AUM):
- URTH: 6,97 Mrd. US-Dollar
- VT: über 50 Mrd. US-Dollar
-
ACWI: über 20 Mrd. US-Dollar
-
Regionale Ausrichtung:
- URTH: nur entwickelte Märkte
- VT: entwickelte + Schwellenländer
-
ACWI: entwickelte + Schwellenländer
-
US-Gewichtung:
- URTH: ca. 71 %
- VT: ca. 63 %
-
ACWI: ca. 64 %
-
Top-Holding:
- URTH: Nvidia (5,34 %)
- VT: Apple/Nvidia mit geringerer Einzelgewichtung
-
ACWI: Nvidia (4,8 %)
-
1-Jahres-Performance:
- URTH: +21,28 %
- VT: ca. +19,5 % (Schätzung)
- ACWI: ca. +20,1 % (Schätzung)
Gegenüber VT punktet URTH mit einer klareren Ausrichtung auf entwickelte Märkte, verzichtet dafür aber auf die niedrigsten Kosten im Segment. Im Vergleich zu ACWI bietet URTH ein etwas günstigeres Gebührenprofil für Anleger, die Schwellenländer separat oder gar nicht abdecken möchten.
Blick nach vorn: Bewertungen, Indexanpassungen, Währungen
Für die kommenden Wochen und Monate zeichnen sich drei zentrale Einflussfaktoren ab:
-
Bewertungen der Schwergewichte
Die wichtigsten Positionen im ETF – insbesondere die „Magnificent Seven“ – handeln auf Basis erwarteter Gewinne mit KGVs im Bereich von etwa 25- bis 30-fach. Damit reagiert der Fonds empfindlich auf mögliche Ergebnisenttäuschungen. Die anstehenden Quartalsberichte Ende Januar und Anfang Februar werden daher zum wichtigen Belastungstest für die aktuell eingepreisten Wachstumserwartungen. -
Index-Review und Rebalancing
Die nächste MSCI-Überprüfung im Februar kann zu weiteren Anpassungen bei den Gewichten führen. Verstärkt sich der Abstand zwischen US-Tech und dem Rest der Welt weiter, können Umschichtungen notwendig werden. Der Index ist marktkapitalisierungsgewichtet, lässt Gewinner grundsätzlich laufen, doch Methodik und Obergrenzen setzen dennoch einen Rahmen. -
Währungsrisiko
Rund 28 % der Positionen notieren in Nicht-US-Währungen wie Euro, Yen oder Pfund. Sollte der US-Dollar wieder stärker zulegen, könnte dies die in Fremdwährung gehaltenen Teile des Portfolios belasten – selbst dann, wenn die lokalen Aktienmärkte gut laufen.
Charttechnisch notiert URTH nahe am Allzeithoch bei rund 190,13 US-Dollar. Ein Anstieg über 191 US-Dollar würde den laufenden Aufwärtstrend bestätigen, während die 50-Tage-Linie um etwa 182 US-Dollar eine erste wichtige Unterstützungszone markiert.
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