Microsofts Software-Macht: Britische Wettbewerbshüter starten Großprüfung
Die britische Wettbewerbsbehörde CMA stellt Microsofts gesamtes Geschäftssoftware-Ökosystem auf den Prüfstand. Im Fokus stehen Windows, Office und die KI-Plattform Copilot.
London — Großbritannien verschärft den Kampf gegen die Marktmacht von Tech-Giganten und nimmt nun den digitalen Arbeitsplatz ins Visier. Die Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) hat am Dienstag, den 31. März 2026, eine umfassende Untersuchung gegen Microsoft eingeleitet. Ziel ist es, dem Unternehmen einen Strategischen Marktstatus (SMS) für seine Bürosoftware zuzuweisen. Damit rückt nicht mehr nur die Cloud-Infrastruktur in den Fokus, sondern das allgegenwärtige Ökosystem aus Windows, Office, Teams und der integrierten KI Copilot.
Während Behörden die Marktmacht von Software-Giganten prüfen, stehen viele Anwender vor ganz praktischen Hürden beim Wechsel auf das aktuelle Betriebssystem. Dieser Gratis-Report bündelt alles Wichtige, damit der Umstieg auf Windows 11 ohne Stress und Datenverlust reibungslos klappt. Windows 11 Starterpaket kostenlos anfordern
Die Untersuchung folgt auf Zugeständnisse von Microsoft und Amazon im Cloud-Markt. Doch die CMA sieht tiefer liegende Probleme: Die Lizenzpolitik und die enge KI-Verbindung könnten den Wettbewerb ersticken. Das formale Verfahren beginnt im Mai 2026.
Ein neues Werkzeug gegen Tech-Dominanz
Ermöglicht wird der Schritt durch ein neues Gesetz, das der CMA proaktivere Befugnisse gibt. Hunderte tausende britische Unternehmen und Behörden sind täglich auf Microsofts Produkte angewiesen. Diese Abhängigkeit, so die Befürchtung, erstickt Innovationen von kleineren Wettbewerbern.
Wird Microsoft der SMS-Status zuerkannt, kann die Behörde konkrete Verhaltensregeln vorschreiben. Diese könnten festlegen, wie Microsoft seine Schnittstellen verwaltet oder mit Drittanbietern zusammenarbeitet. „Wir müssen verbleibende Bedenken aus früheren Cloud-Untersuchungen angehen“, sagte CMA-Chefin Sarah Cardell. Das Ziel sei, ein Monopol zu verhindern, das vom Betriebssystem bis zur Spezial-KI reicht.
Der Streit um die Software-Lizenzen
Ein Kernpunkt der Prüfung sind Microsofts Lizenzbedingungen. Rivalen und Kunden kritisieren diese seit langem. Die CMA fürchtet, dass die Klauseln Kunden unfair dazu drängen, die Microsoft-Cloud Azure zu nutzen, wenn sie Software wie SQL Server betreiben.
Ist es teurer oder technisch schwieriger, Microsoft-Produkte auf den Clouds von AWS oder Google laufen zu lassen? Dann, so Analysten, nutzt der Konzern seine Software-Macht, um den Infrastrukturmarkt zu erobern. Eine gesunde Multi-Cloud-Strategie werde so behindert. Die neue Untersuchung prüft, ob britische Firmen dadurch höhere Kosten haben und weniger flexibel sind.
KI-Integration: Die nächste Falle?
Der Zeitpunkt der Untersuchung ist kein Zufall. Sie fällt in die Phase der rasanten Verbreitung generativer KI im Arbeitsalltag. Die CMA beobachtet genau, wie Tools wie Copilot nahtlos in Word, Excel und Teams eingebettet werden.
Die Sorge: Nutzt Microsoft seine Kontrolle über die Desktop-Umgebung, um eigene KI-Lösungen zu bevorzugen, hat die Konkurrenz kaum eine Chance. Die britische Wirtschaft profitiere am meisten, wenn Unternehmen KI-Tools verschiedener Anbieter kombinieren könnten, so die Behörde. Die aktuelle Dominanz bei Bürosoftware drohe, sich im aufkeimenden KI-Markt zu wiederholen – und eine neue Abhängigkeit zu schaffen, die später kaum zu durchbrechen ist.
Die Integration von KI in den Büroalltag unterliegt bereits heute strengen gesetzlichen Regeln, die viele Unternehmen noch unterschätzen. Erfahren Sie in diesem kompakten E-Book, welche Anforderungen die neue EU-KI-Verordnung stellt und wie Sie Ihr Unternehmen rechtssicher aufstellen. Gratis-Leitfaden zur KI-Verordnung herunterladen
Zugeständnisse im Cloud-Bereich, Konflikt bei Software
Parallel zur Ankündigung der Software-Prüfung vermeldete die CMA Fortschritte in einem anderen Streitpunkt. Microsoft und Amazon haben sich bereiterklärt, die umstrittenen Cloud-Ausgangsgebühren (Egress Fees) zu senken und die technische Zusammenarbeit zu verbessern.
Microsoft-Präsident Brad Smith betonte die Bereitschaft zur konstruktiven Zusammenarbeit. Die Märkte für Cloud und KI seien äußerst wettbewerbsintensiv. Doch für die CMA ist das Lizenzproblem ein einzigartiges Risiko, das einen gezielten Eingriff erfordert – trotz der Zugeständnisse bei den Datengebühren.
Blaupause für die Regulierung der Zukunft
Großbritanniens aggressiver Kurs spiegelt einen globalen Trend wider. Auch die EU übt unter dem Digital Markets Act Druck auf Microsoft aus, etwa durch die Entbündelung von Teams. Der britische Ansatz ist jedoch breiter: Er zielt auf den strategischen Status des gesamten Software-Ökosystems.
Marktbeobachter sehen erhebliche finanzielle Folgen für Microsofts UK-Geschäft. Würde die CMA eine „lizenzportable“ Nutzung erzwingen, fiele der Preisvorteil für Azure weg. Zöge sie eine größere Offenheit für KI-Tools durch, könnten britische KI-Startups ihre Dienste direkt in Windows integrieren. Das würde Microsofts Plan durchkreuzen, Copilot zur Standard-Schnittstelle für alle Arbeitsaufgaben zu machen.
Was kommt jetzt?
Die formale SMS-Untersuchung beginnt im Mai 2026. Die CMA hat dann typischerweise neun Monate Zeit für ihre Prüfung und eine Entscheidung. Wird der SMS-Status verhängt, könnten erste wettbewerbsfördernde Auflagen Anfang 2027 in Kraft treten.
In den kommenden Monaten will die Behörde Stellungnahmen von Wettbewerbern, Cloud-Anbietern und Großkunden einholen. Das Ergebnis wird eine Blaupause dafür liefern, wie Großbritannien mit der Macht traditioneller Software und der neuen KI-Ära umgeht. Für britische Unternehmen könnte mehr Transparenz und Flexibilität winken – die volle Wirkung entfaltet sich aber erst mit Abschluss der neunmonatigen Untersuchung.








