Micron setzt zum Jahresauftakt seine beeindruckende Kursrally fort. Nach einem Tagesplus von 10,52 % schloss die Aktie gestern bei 315,42 US‑Dollar. Auf Jahressicht steht inzwischen ein Anstieg von mehr als 250 % – getragen von der starken Nachfrage nach KI-Speicherchips und einer Serie von Analystenaufstufungen. Wie solide ist dieses Momentum untermauert?

Bernstein treibt den Jahresstart

Zum jüngsten Kurssprung trug vor allem eine neue Einstufung von Sanford C. Bernstein bei. Die Analysten erhöhten ihr Kursziel von 270 auf 330 US‑Dollar und bestätigten das Rating „Outperform“. Die Anpassung am ersten Handelstag des neuen Jahres trieb die Aktie bis auf ein Tageshoch von 315,60 US‑Dollar bei rund 42 Millionen gehandelten Papieren – etwa 60 % über dem durchschnittlichen Tagesvolumen.

Bernstein verweist auf eine starke Preissetzungsmacht. Engpässe im Angebot und steigende DRAM-Preise sollen sich 2026 fortsetzen. Für das laufende Quartal erwarten die Analysten einen sequentiellen Anstieg der DRAM-Preise um 20 bis 25 %, getrieben durch unverändert hohe Nachfrage von Rechenzentren für KI-Anwendungen.

Wall Street bleibt klar positiv

Die Bernstein-Studie reiht sich ein in mehrere optimistische Analystenreaktionen seit der Veröffentlichung der Zahlen zum Fiskalquartal Q1 2026 am 17. Dezember:

  • Rosenblatt: Kursziel 500 US‑Dollar (höchstes Ziel am Markt), Begründung: KI als struktureller Treiber der Speichernachfrage
  • JPMorgan: Anhebung von 220 auf 350 US‑Dollar, Rating „Overweight“
  • Morgan Stanley: Kursziel von 338 auf 350 US‑Dollar erhöht, Rating „Overweight“ bestätigt
  • Bank of America: Hochstufung von „Neutral“ auf „Buy“ mit Kursziel 300 US‑Dollar
  • Citigroup: Anhebung des Kursziels von 300 auf 330 US‑Dollar am 18. Dezember

Im Konsens von 37 Analysten lautet das Votum „Buy“, das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit bei rund 305 US‑Dollar – mit weiter steigendem Trend durch aktualisierte Modelle.

Rekordquartal liefert Basis

Den Grundstein für die Rally legte Micron mit sehr starken Zahlen zum Fiskal-Q1 2026 (Bericht vom 17. Dezember):

  • Umsatz: 13,64 Mrd. US‑Dollar, +21 % gegenüber dem Vorquartal, +57 % im Jahresvergleich
  • Non-GAAP-EPS: 4,78 US‑Dollar, und damit 1,01 US‑Dollar über dem Konsens von 3,77 US‑Dollar
  • GAAP-Nettoergebnis: 5,24 Mrd. US‑Dollar bzw. 4,60 US‑Dollar je verwässerter Aktie
  • Bruttomarge: rund 57 % und damit deutlich ausgeweitet
  • Operativer Cashflow: 8,41 Mrd. US‑Dollar nach 5,73 Mrd. US‑Dollar im Vorquartal

DRAM blieb klarer Wachstumstreiber: Der Bereich erzielte einen Rekordumsatz von 10,8 Mrd. US‑Dollar, was 79 % des Gesamtumsatzes entspricht und einem Plus von 69 % im Jahresvergleich. Die durchschnittlichen Verkaufspreise für DRAM stiegen sequentiell um 20 %, NAND-Preise legten im mittleren Zehnprozentbereich zu.

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Ausblick: Beschleunigung in Q2

Für das laufende Fiskalquartal Q2 2026 legte das Management eine Prognose oberhalb der Markterwartungen vor:

  • Umsatz: 18,7 Mrd. US‑Dollar (± 400 Mio. US‑Dollar)
  • Non-GAAP-Bruttomarge: 68 % (± 1 Prozentpunkt)
  • Non-GAAP-EPS: 8,42 US‑Dollar (± 0,20 US‑Dollar)

CEO Sanjay Mehrotra rechnet damit, dass die Speichermärkte über 2026 hinaus angespannt bleiben. Die komplette HBM-Produktion für 2026 ist bereits verkauft. Das adressierbare Gesamtmarktvolumen für High Bandwidth Memory wird nun auf 100 Mrd. US‑Dollar bis 2028 geschätzt – zwei Jahre früher als bislang angenommen. Daraus ergibt sich ein jährliches Wachstum von rund 40 %.

Investitionen unterstreichen Zuversicht

Micron erhöhte die Investitionsplanung für das Fiskaljahr 2026 auf 20 Mrd. US‑Dollar nach 18 Mrd. US‑Dollar zuvor. Im Vorjahr waren es 13,8 Mrd. US‑Dollar. Die Mittel fließen vor allem in den Ausbau der HBM- und 1-Gamma-DRAM-Kapazitäten, um die starke Nachfrage von Rechenzentrumsbetreibern für KI-Infrastruktur bedienen zu können.

Auf der Analystenkonferenz nach den Zahlen betonte Chief Business Officer Sumit Sadana, dass die aggregierte Nachfrage nach DRAM und NAND die angebotene Kapazität deutlich übersteigt – nicht nur bei Micron, sondern branchenweit. Alle Segmente lägen unter den Bedarfsmengen der Kunden, eine kurzfristige Entspannung sei nicht absehbar.

Technik: Überkauftes Niveau

Auf technischer Seite mehren sich Hinweise auf eine überdehnte Bewegung. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt bei 72 und signalisiert überkaufte Bedingungen, nachdem er Ende November noch bei 44 stand. Die Aktie notiert rund 111 % über ihrer 200‑Tage-Linie und damit deutlich über dem Bereich, der üblicherweise als historisch „gestreckt“ gilt (etwa 70 %).

Die Spanne der vergangenen zwölf Monate reicht von 61,54 US‑Dollar (Tief am 7. April 2025) bis 315,60 US‑Dollar (Hoch von gestern). Der aktuelle Kurs bewegt sich damit unmittelbar am oberen Rand dieser Range.

Nächste Termine und Einordnung

Der nächste wichtige Impuls steht mit der Veröffentlichung der Zahlen zum Fiskal-Q2 2026 in der zweiten Märzhälfte an. Im Fokus wird stehen, ob Micron die ehrgeizige Prognose mit einer Bruttomarge von 68 % und einem Non-GAAP-EPS von 8,42 US‑Dollar erreichen kann.

Bereits in der kommenden Woche folgt die Hauptversammlung am 15. Januar. Dort scheiden die langjährigen Aufsichtsratsmitglieder Richard M. Beyer und Mary Pat McCarthy aus dem Gremium aus. Operativ bleibt Micron mit ausverkaufter HBM-Kapazität und steigenden DRAM-Preisen klar als Profiteur des globalen KI-Infrastrukturaufbaus positioniert, während der starke Kursanstieg den Abstand zu den laufend angehobenen Analystenzielen deutlich verkleinert hat.

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