Micron Aktie: KI treibt Rekorde
Micron startet mit Rückenwind ins neue Jahr. Nach einem Rekordquartal, ausverkaufter Hochleistungsspeicher-Kapazität und einem optimistischen Blick auf den KI-Markt rückt der Speicherchiphersteller bei Morgan Stanley an die Spitze der Halbleiterempfehlungen – noch vor Namen wie Nvidia und Broadcom. Die zentrale Frage für Anleger lautet dabei: Wie belastbar ist dieser Aufschwung?
Rekordquartal und neue Höchstmarken
Micron profitiert massiv vom KI-Boom. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2026 legte der Umsatz auf 13,64 Milliarden US-Dollar zu, ein Plus von 56 % im Jahresvergleich. Noch stärker zog die Profitabilität an: Der Nettogewinn sprang auf 5,24 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 180 % entspricht.
Der Gewinn je Aktie lag mit 4,60 US-Dollar deutlich über den erwarteten 4,05 US-Dollar. Auch operativ läuft es so gut wie nie: Der operative Cashflow kletterte auf 8,41 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 159 % gegenüber dem Vorjahr. Die Bruttomarge weitete sich von 38,4 % auf 56,0 % aus – ein klarer Hinweis auf bessere Preise und ein profitableres Produktmix.
Besonders bemerkenswert: Der bereinigte freie Cashflow erreichte 3,9 Milliarden US-Dollar und damit den höchsten Stand in der Unternehmensgeschichte. Am Markt spiegelt sich dieser Sprung in einer starken Kursperformance wider – in den vergangenen zwölf Monaten legte die Aktie um mehr als 200 % zu und notiert aktuell mit rund 3 % Abstand nahe ihrem jüngsten 52‑Wochen-Hoch.
HBM komplett vergeben – KI als Haupttreiber
Ein entscheidender Hebel ist Microns Position im Markt für High Bandwidth Memory (HBM), der insbesondere für KI-Rechenzentren benötigt wird. Das Management bestätigte, dass die komplette HBM-Produktion für das Kalenderjahr 2026 bereits über Preis- und Mengenvereinbarungen gebunden ist. Dazu zählt auch die HBM4-Produktlinie, die als technologisch führend im Markt gilt.
Beim Blick nach vorne zeigt sich, wie stark Micron auf diesen Trend setzt: Das Unternehmen erwartet, dass der adressierbare HBM-Markt bis 2028 auf rund 100 Milliarden US-Dollar wächst – ausgehend von etwa 35 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Diese Marke wird damit zwei Jahre früher anvisiert als in früheren Prognosen. Auffällig ist zudem, dass diese HBM-Projektion für 2028 größer wäre als der gesamte DRAM-Markt im Kalenderjahr 2024.
Morgan Stanley setzt Micron an die Spitze
Vor diesem Hintergrund hat Morgan Stanley Micron zu seinem „Top Pick“ im Halbleitersektor für 2026 gemacht. Das Analystenteam um Joseph Moore stuft den Speicherhersteller damit höher ein als Schwergewichte wie Nvidia und Broadcom und sieht mit einem Kursziel von 338 US-Dollar weiteres Potenzial gegenüber dem aktuellen Niveau.
Zur Begründung verweisen die Analysten auf drei Kernpunkte:
- Der laufende KI-Ausbau habe die stärkste DRAM- und NAND-Knappheit seit 30 Jahren ausgelöst.
- Micron habe im HBM-Segment im vergangenen Jahr 10 Prozentpunkte Marktanteil hinzugewonnen.
- Für die nächsten drei Jahre erwarte der Markt ein durchschnittliches Gewinnwachstum von 48 % pro Jahr.
Diese Kombination aus strukturellem Nachfrageboom, Marktanteilsgewinnen und kräftigem Gewinnwachstum stützt die positive Einschätzung.
Prognose fürs zweite Quartal: Neue Bestmarken in Sicht
Auch der Ausblick des Managements für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 fällt offensiv aus. Micron stellt in Aussicht:
- Umsatz: 18,70 Milliarden US-Dollar (± 400 Millionen)
- Bruttomarge: 68,0 % (± 1,0 Prozentpunkt)
- Verwässerter Gewinn je Aktie (EPS): 8,42 US-Dollar (± 0,20 US-Dollar)
Im Vergleich zum ersten Quartal entspricht das einem sequenziellen Umsatzanstieg von rund 37 %. Gleichzeitig sollen die Margen weiter zulegen. Treiber sind laut Management höhere Preise, sinkende Stückkosten und ein vorteilhafter Produktmix mit hohem HBM-Anteil.
Hohe Investitionen in Kapazität und Technologie
Um die starke Nachfrage bedienen zu können, fährt Micron die Investitionen spürbar hoch. Die Investitionsplanung für das Geschäftsjahr 2026 wurde von 18 auf etwa 20 Milliarden US-Dollar angehoben. Die Mittel fließen vor allem in:
- Ausbau der HBM-Kapazitäten
- Einführung der 1‑Gamma-DRAM-Generation
- Zusätzliche Reinraumflächen weltweit
- Eine neue Advanced-Packaging-Fabrik in Singapur, die 2027 in Betrieb gehen soll
Die Strategie ist klar: Micron will die aktuelle Knappheit nicht nur mitnehmen, sondern seine Stellung im Hochleistungsspeicher über mehrere Technologiegenerationen festigen.
Angebotsknappheit stützt Preise
Die angespannte Versorgungslage dürfte nach Unternehmensangaben länger anhalten. Für das Kalenderjahr 2025 rechnet Micron mit einem DRAM-Bit-Wachstum im niedrigen 20‑Prozent-Bereich. NAND-Speicher soll im hohen Zehnerbereich wachsen. In beiden Kategorien bleibt das Angebot knapp, was die Preisentwicklung stützt.
Parallel dazu zieht die Nachfrage nach Server-Hardware deutlich an. Für 2025 erwartet das Management ein Wachstum der Server-Stückzahlen im hohen Zehnerprozentbereich – deutlich mehr als die zuvor genannten rund 10 %. KI-Rechenzentren fungieren damit als wesentlicher Katalysator für den gesamten Speicherbedarf.
Bewertung und Analystenziele
Die starke Geschäftsentwicklung bleibt nicht ohne Folgen für die Bewertung. Aktuell wird Micron mit etwa dem 28‑Fachen der vergangenen Gewinne und rund dem 7‑ bis 8‑Fachen der erwarteten künftigen Gewinne gehandelt. Der Median der Analystenkursziele liegt bei 305 US-Dollar. Mehrere Häuser haben ihre Ziele nach den Q1-Zahlen in eine Spanne von 300 bis 338 US-Dollar angehoben.
Zusätzlich zahlt Micron eine Quartalsdividende von 0,115 US-Dollar je Aktie, fällig am 14. Januar 2026 für Aktionäre mit Bestandsdatum 29. Dezember 2025. Im Zusammenspiel aus starkem Wachstum, hoher Profitabilität, aggressivem Kapazitätsausbau und nach wie vor angespannter Angebotslage bleibt Micron damit eng an die weitere Entwicklung des KI-Infrastrukturmarkts gekoppelt – positive wie negative Abweichungen dürften sich entsprechend direkt im Geschäftsverlauf widerspiegeln.
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