Lynas Rare Earths liefert mit den jüngsten Quartalszahlen ein ambivalentes Update: Die Produktion ist rückläufig, die Erlöse legen dennoch deutlich zu. Gleichzeitig gewinnt die geopolitische Rolle des Konzerns in den westlichen Lieferketten für Seltene Erden weiter an Gewicht. Wie gut trägt diese strategische Bedeutung die Aktie, wenn die operative Basis schwächelt?

Umsatzsprung trotz Produktionsrückgang

Für das Quartal bis Ende Dezember meldete Lynas operative Kennzahlen, die eine klare Diskrepanz zwischen Volumen und Erlösen zeigen.

  • Bruttoumsatz: +43 % auf 201,9 Mio. US‑Dollar im Jahresvergleich
  • Durchschnittlicher Verkaufspreis: 85,60 US‑Dollar je Kilogramm
  • Produktion seltener Erdenoxide: Rückgang auf 2.382 Tonnen

Der deutliche Umsatzanstieg ist damit im Wesentlichen auf höhere Verkaufspreise zurückzuführen, nicht auf Mengenwachstum.

Auf der Produktionsseite belasten mehrere Faktoren: In der Anlage Kalgoorlie kam es zu erheblichen Störungen bei der Stromversorgung. Parallel dazu führte geplante Großwartung im Werk in Malaysia zu geringeren Ausstoßmengen. Diese Kombination drückte das Gesamtvolumen spürbar nach unten und legt die operative Verwundbarkeit der Lieferkette offen.

Geopolitik und Preisstabilität

Strategisch wichtig für die Investmentstory sind die laufenden Gespräche mit dem US-Verteidigungsministerium. Lynas verhandelt über ein staatlich abgesichertes Modell zur Preisstabilisierung, um die von China geprägte Preisschwankung am Markt für Seltene Erden abzufedern. Im Fokus steht ein Preiskorridor mit Untergrenze, weniger direkte Subventionen, mehr planbare Rahmenbedingungen.

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Diese Initiative fügt sich in die breitere Bewegung westlicher Staaten ein, kritische Rohstoffe unabhängiger von chinesischen Lieferketten zu beschaffen.

Eine zentrale Rolle spielt dabei auch Japan:
- Die Handelshäuser rund um Sojitz haben ihre Partnerschaft mit Lynas vertieft.
- Sojitz hat mit dem Import von Lynas-veredelten schweren Seltenen Erden begonnen.
- Ziel ist, einen erheblichen Teil der japanischen Inlandsnachfrage auf dieser Basis zu decken.

Damit wächst die Bedeutung langfristiger Abnahmevereinbarungen und politischer Unterstützung als Stabilitätsfaktoren für das Geschäftsmodell.

Operative Basis und Ausblick

Trotz aller geopolitischen Relevanz bleiben die operativen Kennzahlen entscheidend. Aus dem jüngsten Update stechen drei Punkte heraus:

  • Finanzlage: Lynas schließt das Quartal mit liquiden Mitteln aus Kasse und kurzfristigen Einlagen von 1,03 Mrd. US‑Dollar ab.
  • Kapazitätsausbau: Das Erweiterungsprojekt Mt Weld kommt voran, die Flotationsanlage läuft derzeit bei rund 70 % der Kapazität.
  • Managementwechsel: CEO Amanda Lacaze will zum Ende des laufenden Geschäftsjahres in den Ruhestand gehen. Der Nachfolgeprozess wurde angestoßen.

Auf operativer Ebene zeigen sich erste Entlastungen: Die Stromversorgung in Kalgoorlie hat sich nach Unternehmensangaben verbessert. Die geplante Wartung in Malaysia wurde abgeschlossen, die Anlage ist im laufenden Monat wieder sicher hochgefahren worden.

Entscheidend wird nun, ob Lynas in den kommenden Quartalen die Produktionskapazitäten wieder voll nutzen und gleichzeitig von den höheren Preisen sowie möglichen Preisstabilisierungsmechanismen profitieren kann.

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