Der Basler Pharmadienstleister hat heute Abend den finalen Schritt zum reinen Auftragsfertiger vollzogen. Lonza verkauft sein Geschäft mit Kapseln und Nahrungsergänzungsmitteln an die Private-Equity-Gesellschaft Lone Star Funds – und kassiert dafür kräftig.

Milliardendeal mit cleverer Struktur

Die Division Capsules & Health Ingredients (CHI) wird bei einem Unternehmenswert von 2,3 Milliarden Franken den Besitzer wechseln. Lonza erhält sofort 1,7 Milliarden Franken in bar, behält aber gleichzeitig 40 Prozent am Geschäft. Dazu kommt eine bevorzugte Beteiligung an einem künftigen Weiterverkauf durch Lone Star.

Die Rechnung der Basler: Wenn alles nach Plan läuft, sollen aus dem Deal insgesamt mindestens 3 Milliarden Franken werden – rund eine Milliarde mehr als der aktuelle Unternehmenswert. CEO Wolfgang Wienand spricht von einem attraktiven Mechanismus, um an der zukünftigen Wertentwicklung zu partizipieren.

Fokus auf Kerngeschäft

Mit dem Verkauf ist Lonza endgültig das, was es sein wollte: ein reiner Auftragsfertiger für die Pharmaindustrie. Die drei verbliebenen CDMO-Plattformen sollen künftig im Schnitt mit niedrigen zweistelligen Wachstumsraten bei steigenden Margen expandieren.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Lonza?

Die 1,7 Milliarden Franken Verkaufserlös will das Management gezielt einsetzen: Ein Teil fließt in organisches Wachstum und kleinere Zukäufe. 500 Millionen Franken gehen direkt an die Aktionäre zurück – per Aktienrückkauf nach Erhalt der Mittel.

Buchhalterische Altlast

Ganz schmerzfrei läuft der Umbau allerdings nicht. Für das Geschäftsjahr 2025 kündigt Lonza eine außerordentliche Abschreibung von rund 1,3 Milliarden Franken an, die vor allem den Goodwill des CHI-Geschäfts betrifft. Die Summe wird den nicht fortgeführten Aktivitäten zugerechnet und belastet das operative Ergebnis nicht.

Die Transaktion soll in der zweiten Jahreshälfte 2026 abgeschlossen werden, vorbehaltlich der üblichen Genehmigungen. Der Käufer Lone Star verwaltet Fonds mit einem Gesamtvolumen von etwa 95 Milliarden Dollar und bringt Erfahrung mit ähnlichen Plattformen mit.

Parallel hat Lonza drei weitere kleinere Geschäftsbereiche verkauft: die Personalized-Medicines-Sparte mit der Cocoon-Plattform, die Software MODA sowie einen Produktionsstandort in Monteggio. Die strategische Neuausrichtung ist damit komplett.

Lonza-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Lonza-Analyse vom 06. März liefert die Antwort:

Die neusten Lonza-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Lonza-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 06. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Lonza: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...