Mitten in der Lock-up-Periode-Ablauf kaufte Klarnas Aufsichtsratsvorsitzender Michael Moritz für knapp 50 Millionen US-Dollar eigene Aktien — und das zu einem Zeitpunkt, an dem der Markt einen Ausverkauf durch frühe Investoren befürchtete. Das Signal kam an: Die Aktie legte in der vergangenen Woche rund 16 Prozent zu.

Der Kauf und sein Timing

Zwischen dem 3. und 11. März erwarb Moritz über eine verbundene Gesellschaft insgesamt 3,47 Millionen Aktien für rund 49,9 Millionen Dollar. Zusätzlich kaufte Produktchef David Fock am 9. März knapp 27.000 Aktien für rund 389.000 Dollar.

Der Zeitpunkt ist entscheidend: Genau an diesem Tag lief die Post-IPO-Lock-up-Frist ab. Damit wurden rund 335 Millionen Aktien — etwa 90 Prozent des gesamten Streubesitzes — für den freien Handel freigegeben. Statt zu verkaufen, kauften die Führungskräfte zu.

Zwei andere Manager trennten sich zwar von Anteilen — CMO David Sandström von 32.703 Aktien und CCO David Sykes von 23.799 Aktien. Beide Transaktionen erfolgten jedoch im Rahmen vorab festgelegter Handelspläne nach Rule 10b5-1, die nicht auf aktuellen Insiderinformationen basieren.

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Strukturelle Bremse gegen den Ausverkauf

Ein technisches Detail verhinderte, dass die neu handelbaren Aktien sofort den Markt fluteten. Da Klarna in England und Wales eingetragen ist, liegen die Pre-IPO-Aktien nicht in DTC-fähiger Form vor. Vor einem Verkauf über US-Broker müssen Inhaber einen Konvertierungsprozess bei Klarna-Transferagent Computershare durchlaufen — mit einer Bearbeitungszeit von sieben bis zehn Werktagen. Das dämpfte den unmittelbaren Verkaufsdruck spürbar.

Zahlen und Analystensicht

Fundamental zeigt Klarna Wachstum: 2025 stieg das Transaktionsvolumen (GMV) um 22 Prozent auf 127,9 Milliarden Dollar, der Umsatz wuchs um 25 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar. Der bereinigte operative Gewinn lag bei 65 Millionen Dollar — eine Marge von knapp 2 Prozent. Unter dem Strich steht jedoch noch ein Verlust je Aktie von 0,79 Dollar.

BofA Securities startete die Abdeckung mit einem Kaufvotum und einem Kursziel von 21 Dollar. Die Bank sieht die jüngsten Kursverluste als kurzfristige Belastung durch Finanzierungsdynamiken, nicht als Zeichen struktureller Schwäche. Morgan Stanley bleibt mit einem Kursziel von 16 Dollar neutral.

Trotz des Wochengewinns notiert die Aktie noch rund 65 Prozent unter ihrem Ausgabepreis von 40 Dollar vom September 2025. Ob der Einstieg des Chairmen eine nachhaltige Neubewertung einleitet, hängt davon ab, wann Klarna den Weg in die dauerhafte Profitabilität findet — und das bei einem GMV-Wachstum, das die Basis dafür zumindest liefert.

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