Die Übernahmeschlacht um den Vermögensverwalter Janus Henderson spitzt sich dramatisch zu. Nachdem das Unternehmen am 22. Dezember 2025 eine Vereinbarung mit Trian Fund Management und General Catalyst über einen Verkauf für 49 Dollar je Aktie getroffen hatte, meldet sich nun ein konkurrierender Bieter mit einem deutlich höheren Angebot zurück.

Victory Capital hat am gestrigen Mittwoch ein überarbeitetes Übernahmeangebot vorgelegt, das den Janus Henderson-Aktionären 57,04 Dollar je Aktie bieten würde – rund 16 Prozent mehr als das Trian-Angebot. Das Besondere: Die Offerte kombiniert 30 Dollar in bar mit 0,350 Victory-Aktien pro Janus Henderson-Anteil. Nach Abschluss der Transaktion würden die bisherigen Janus Henderson-Aktionäre rund 38 Prozent am fusionierten Unternehmen halten.

Vollständig finanziertes Konkurrenzangebot

Victory Capital untermauert sein Angebot mit verbindlichen Finanzierungszusagen zweier internationaler Investmentbanken und betont, dass keine Finanzierungsvorbehalte bestehen. Die kombinierte Gesellschaft käme auf einen Unternehmenswert von etwa 16 Milliarden Dollar. CEO David Brown verweist auf die erfolgreiche Integrationshistorie seines Hauses, zuletzt bei der Übernahme von Pioneer, und verspricht Kosteneinsparungen von 500 Millionen Dollar jährlich.

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Der Herausforderer kritisiert scharf, dass ihm vor Abschluss des Trian-Deals kein Zugang zu Unternehmensinformationen gewährt wurde – obwohl Victory nach eigenen Angaben der einzige ernstzunehmende externe Interessent war. Das Unternehmen hatte bereits im November und Dezember 2025 mehrere Angebote eingereicht, die alle abgelehnt wurden.

Special Committee steht unter Druck

Janus Henderson bestätigte heute den Eingang des unverbindlichen Angebots. Das zuständige Sondergremium des Verwaltungsrats werde die Offerte "in Übereinstimmung mit seinen treuhänderischen Pflichten" prüfen. Die bisherige Empfehlung für das Trian-Angebot bleibt vorerst bestehen – Aktionäre müssten derzeit nicht handeln.

Victory Capital pocht darauf, dass sein Vorschlag ein "überlegenes Angebot" im Sinne des Trian-Vertrags darstellt und fordert umgehende Verhandlungen. Das Unternehmen hat zudem mehrere Vertragsbedingungen verbessert: Die erforderliche Zustimmungsschwelle bei Kundenmandaten sinkt von 80 auf 75 Prozent, die Vertragsstrafe bei Nichtgenehmigung durch die Aktionäre entfällt komplett, und die Auflösungsgebühr wird von vier auf drei Prozent reduziert.

Bei einem Wechsel zu Victory Capital müsste Janus Henderson allerdings 297 Millionen Dollar Vertragsstrafe an Trian zahlen – immerhin vier Prozent des Eigenkapitalwerts. Victory hat angekündigt, diesen Betrag nicht vom Angebotspreis abzuziehen. Das verwaltete Vermögen von Janus Henderson belief sich zum 31. Dezember 2025 auf rund 493 Milliarden Dollar.

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