Der iShares MSCI World ETF gilt als Standardlösung für globale Diversifikation in Industrieländern. Doch zum Start des Jahres 2026 zeigt ein Blick in das Portfolio eine bedenkliche Entwicklung: Wenige US-Technologiegiganten diktieren zunehmend die Richtung des gesamten Fonds. Anleger müssen sich fragen, ob der ETF noch die breite Marktstreuung bietet, die sein Name verspricht, oder ob er faktisch zu einer Wette auf das Silicon Valley geworden ist.

Nvidia an der Spitze

Die Struktur des Fonds offenbart eine massive Konzentration auf US-Aktien, insbesondere im Technologiesektor. Wer hier investiert, kauft vor allem die großen Gewinner des KI-Booms. Eine Analyse der aktuellen Bestände zeigt, dass Nvidia inzwischen die schwerste Position im Portfolio einnimmt und damit sogar Apple und Microsoft hinter sich lässt.

Die Top-Positionen im Überblick:

Ticker Unternehmen Gewichtung (%) Sektor
NVDA NVIDIA CORP 5,32 IT
AAPL APPLE INC 4,36 IT
MSFT MICROSOFT CORP 3,77 IT
AMZN AMAZON COM INC 2,66 Zykl. Konsumgüter
GOOGL ALPHABET INC A 2,28 Kommunikation

Diese fünf Werte allein machen bereits fast ein Fünftel des gesamten Fondsvolumens aus. Zusammen mit den restlichen Top-10-Werten entsteht ein Klumpenrisiko, das die tägliche Kursentwicklung des ETF extrem anfällig für Schwankungen im Tech-Sektor macht.

Solider Start ins Jahr 2026

Trotz – oder gerade wegen – dieser Konzentration startete der ETF positiv in das neue Jahr. Getrieben von der Hoffnung auf eine weiche Landung der Wirtschaft und anhaltende KI-Fantasie steht seit Jahresbeginn ein Plus von 1,71 Prozent zu Buche.

Auch über die letzten drei Monate zeigt der Trend mit einem Zuwachs von gut 3 Prozent nach oben. Das verwaltete Vermögen von knapp 6,94 Milliarden US-Dollar sorgt dabei für eine hohe Liquidität und geringe Spreads im Handel.

Teurer als die Konkurrenz?

Im direkten Vergleich mit Wettbewerbern offenbaren sich jedoch Nachteile auf der Kostenseite. Mit einer Gesamtkostenquote (TER) von 0,24 Prozent liegt der iShares MSCI World ETF deutlich über vergleichbaren Produkten.

Der Vanguard Total World Stock ETF (VT) verlangt lediglich 0,06 Prozent und schließt im Gegensatz zum iShares-Produkt auch Schwellenländer mit ein. Auch der SPDR Portfolio MSCI Global Stock Market ETF (SPGM) ist mit 0,09 Prozent günstiger. Anleger, die maximale Diversifikation inklusive Emerging Markets suchen, finden bei der Konkurrenz somit breiter aufgestellte und kosteneffizientere Alternativen.

Quartalszahlen als Belastungstest

Die weitere Entwicklung hängt nun maßgeblich von der anlaufenden Berichtssaison ab. Da der ETF so stark in US-Tech-Werten investiert ist, müssen diese Unternehmen ihre hohen Bewertungen mit entsprechenden Gewinnen rechtfertigen. Jede Enttäuschung bei den "Magnificent Seven" würde sich ungefiltert auf den Kurs des ETF durchschlagen. Sollte der Markt in die Breite rotieren und Tech-Aktien abstoßen, droht dem vermeintlich defensiven Welt-Portfolio eine Phase der Underperformance gegenüber gleichgewichteteren Indizes.

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