Eine historische Verschiebung prägt den Start ins Börsenjahr 2026 für den iShares MSCI World ETF (URTH). Während Anleger sich über eine starke Jahresperformance freuen, hat sich die Machtbalance im Portfolio grundlegend gewandelt. Der anhaltende KI-Boom hat die langjährige Ordnung an der Spitze umgestoßen und zwingt Investoren dazu, das Klumpenrisiko neu zu bewerten.

  • Neue Nummer Eins: Nvidia verdrängt Apple und Microsoft von der Spitze.
  • Starke Zuflüsse: Über 1,4 Milliarden Dollar neues Kapital im vergangenen Jahr.
  • Hohe Bewertung: Das KGV des Fonds klettert auf ambitionierte 26,7.

Wachablösung an der Spitze

Jahrelang war der Kampf um die größte Position im MSCI World ein Duell zwischen Apple und Microsoft. Doch der massive Kursanstieg von Nvidia im Jahr 2025 hat nun Fakten geschaffen. Der Chip-Hersteller ist mit einer Gewichtung von 5,39 Prozent zur dominierenden Kraft im ETF aufgestiegen. Apple (4,61 Prozent) und Microsoft (4,00 Prozent) folgen mit deutlichem Abstand.

Diese Entwicklung verdeutlicht die enorme Abhängigkeit des Portfolios vom Technologiesektor, der mittlerweile über 27 Prozent des Gesamtvermögens ausmacht. Die "Top 10"-Positionen allein stehen für knapp 27 Prozent des gesamten Fondsvolumens. Wer diesen ETF kauft, setzt also weniger auf eine breite Weltwirtschaft, sondern zunehmend auf die Performance weniger US-Tech-Giganten.

Die geografische Verteilung unterstreicht diesen Fokus: Mit einem US-Anteil von fast 70 Prozent ähnelt die Strategie eher einem "S&P 500 mit internationalen Beimischungen" als einem global diversifizierten Ansatz. Japan und Großbritannien folgen weit abgeschlagen mit Anteilen im mittleren einstelligen Bereich.

Jetzt noch einsteigen? Was Anleger beim MSCI World ETF beachten sollten...

Teuer erkaufte Performance?

Die Strategie zahlte sich zuletzt aus. Im Jahr 2025 erzielte der ETF eine Gesamrendite von 21,28 Prozent. Anleger honorierten dies mit Nettozuflüssen von 1,43 Milliarden Dollar. Doch der Erfolg hat seinen Preis – im wörtlichen wie im übertragenen Sinne.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 26,70 und einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von fast 4,0 ist der ETF historisch hoch bewertet. Dies übersteigt den Durchschnitt vieler Marktsegmente deutlich. Die Bewertung spiegelt die enormen Erwartungen an das Wachstum der KI-Infrastruktur wider, macht den Fonds aber auch anfällig für Korrekturen im Halbleitersektor.

Zudem müssen Anleger beim URTH tiefer in die Tasche greifen als bei der Konkurrenz. Die Kostenquote (TER) von 0,24 Prozent liegt deutlich über vergleichbaren Produkten wie dem Vanguard Total World Stock ETF (VT), der lediglich 0,06 Prozent berechnet. Der Vanguard-Konkurrent, der auch Schwellenländer einschließt, konnte 2025 mit einer Rendite von über 23 Prozent sogar leicht besser abschneiden.

Fazit

Der iShares MSCI World ETF bleibt ein Basisinvestment für Industrieländer, hat sich jedoch charakterlich verändert. Durch den Aufstieg von Nvidia zur größten Position verwandelt sich der Fonds zunehmend in ein Vehikel, das maßgeblich am Tropf der KI-Investitionen hängt. Die starke Performance und die hohen Zuflüsse bestätigen das Vertrauen der Anleger in diesen Trend. Angesichts der hohen Bewertung und der Tech-Konzentration müssen Investoren jedoch akzeptieren, dass die Volatilität künftig stärker von den Investitionszyklen der Technologiebranche diktiert wird als von der breiten Weltkonjunktur.

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