Infineon startet mit Rückenwind ins neue Börsenjahr. Ein stark wachsendes KI-Geschäft, frische Auto-Partnerschaften von der CES in Las Vegas und ein optimistisches Analysten-Update von Jefferies treffen auf eine Aktie nahe Mehrjahreshoch. Die zentrale Frage: Trägt diese Kombination die Bewertung weiter nach oben – oder ist vorerst eine Atempause angesagt?

Die Fakten im Überblick

  • Schlusskurs Freitag: 41,55 € (+2,44 % zum Vortag)
  • Abstand zum 52‑Wochen-Hoch (42,35 €): rund –1,9 %
  • Plus seit 12 Monaten: 28,5 %
  • Deutlich über den gleitenden Durchschnitten (200 Tage: 34,58 € / 50 Tage: 36,48 €)
  • Jefferies-Kursziel: 48 €
  • Erwarteter KI-Umsatz: potenziell über dem Unternehmensziel von 1,5 Mrd. € im laufenden Geschäftsjahr

Die Aktie bewegt sich damit klar im Aufwärtstrend. Der Markt preist zunehmend ein, dass Infineon über das klassische Auto- und Industriegeschäft hinaus im KI-Zyklus eine wichtigere Rolle spielt.

Jefferies hebt KI-Potenzial hervor

Im Fokus steht die neue Studie von Jefferies-Analyst Janardan Menon. Er bestätigt seine Kaufempfehlung und belässt das Kursziel bei 48 Euro, was vom aktuellen Niveau ausnoch deutliches Aufwärtspotenzial signalisiert.

Kernpunkte der Einschätzung:

  • Das KI-Segment entwickelt sich dynamischer als noch vor wenigen Monaten angenommen.
  • Menon hält es für realistisch, dass Infineon das eigene Umsatzziel von 1,5 Milliarden Euro im KI-Geschäft im laufenden Jahr übertrifft.
  • Besonders positiv: Infineon positioniert sich als wichtiger Lieferant für Power-Management-Lösungen in KI-Rechenzentren – also als „Schaufelverkäufer“ im Infrastrukturhintergrund des KI-Booms.

Damit erweitert sich der Blick auf das Geschäftsmodell. Die Story dreht sich nicht mehr nur um E-Mobilität und klassische Autochips, sondern stärker um Rechenzentren und KI-Infrastruktur mit oft höher bewerteten Erlösströmen.

CES 2026: Offensive im Auto-Sektor

Zusätzlichen Rückenwind liefern konkrete Meldungen von der CES 2026 in Las Vegas. Infineon nutzt die Messe, um seine Rolle im Bereich „Software-Defined Vehicle“ (SDV) auszubauen – ein Schlüsseltrend für die Elektronik der nächsten Fahrzeuggeneration.

Zwei Partnerschaften stechen heraus:

  1. Kooperation mit HL Klemove
  2. Am 9. Januar wurde ein Memorandum of Understanding unterzeichnet.
  3. Ziel: gemeinsame Entwicklung von Zonal-Control-Units und hochauflösenden Radarsystemen für autonomes Fahren.
  4. Infineon bringt hier seine AURIX™-Mikrocontroller und Leistungshalbleiter ein.

  5. Allianz mit Flex

  6. Gemeinsam wurde ein „Zone Controller Development Kit“ vorgestellt.
  7. Dieses Kit soll Autoherstellern helfen, komplexe elektronische Fahrzeugarchitekturen deutlich schneller zu entwickeln und zu erproben.

Beide Schritte unterstreichen, dass Infineon nicht nur Komponenten liefert, sondern stärker in Systemkonzepte eingebunden wird – ein struktureller Pluspunkt im Wettbewerb um das Auto der Zukunft.

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Marktumfeld und Kursbild

Die erste Handelswoche 2026 verlief für die Aktie stark. Am Donnerstag erreichte der Kurs im Hoch rund 42,35 Euro und damit das aktuelle 52‑Wochen-Hoch – ein Niveau, das seit Jahren nicht mehr gesehen wurde. Impulse kamen auch aus dem Sektor, etwa durch positive Signale des US-Wettbewerbers Microchip Technology, die auf eine Stabilisierung im zyklischen Halbleitermarkt hindeuten.

Charttechnisch zeigt sich:

  • Mit 41,55 Euro notiert die Aktie nur knapp unter dem Hoch und rund 20 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt.
  • Der 50‑Tage-Durchschnitt liegt bei 36,48 Euro, der Abstand von knapp 14 % signalisiert eine kräftige Rally der letzten Wochen.
  • Der RSI von 46,3 deutet darauf hin, dass die kurzfristig überkaufte Situation inzwischen weitgehend abgebaut ist.

Die leichte Korrektur zum Wochenschluss nach der Jefferies-Studie wirkt damit wie ein klassischer „Sell-on-good-news“-Effekt nach einem starken Lauf, nicht wie ein Bruch des Trends.

Ausblick: Wichtige Marken und Treiber

Für die kommende Woche zeichnen sich drei wesentliche Beobachtungspunkte ab:

  • Charttechnik:
  • Die Zone um 40 Euro fungiert als zentrale Unterstützung.
  • Solange dieses Niveau hält, bleibt der übergeordnete Aufwärtstrend intakt.
  • Ein nachhaltiger Ausbruch über das Hoch bei 42,35 Euro würde den Weg in Richtung des Jefferies-Ziels von 48 Euro öffnen.

  • Analystenseite:

  • Nach Jefferies und der Kurszielanhebung von Barclays auf 44 Euro könnten weitere Häuser ihre Modelle überarbeiten, falls sich die Annahme einer überdurchschnittlichen KI-Entwicklung bestätigt.

  • Sektor- und Makroumfeld:

  • Die anstehende Berichtssaison der US-Tech-Giganten mit ihren Investitionsplänen für Rechenzentren dürfte zum Test für die KI-Infrastruktur-Story werden.
  • Positive Capex-Signale von Microsoft, Google oder Amazon wären ein klarer Rückenwind für Anbieter von Power-Management-Lösungen – und damit auch für Infineon.

Fazit

Die aktuelle Lage ist von einem konstruktiven Mix geprägt: Ein dynamischer als erwartet laufender KI-Bereich, neue SDV- und Auto-Allianzen von der CES sowie ein technisch intakter Aufwärtstrend bilden ein solides Fundament. Entscheidend für die nächste Etappe wird sein, ob Infineon die hohen Erwartungen an das KI-Umsatzwachstum im laufenden Geschäftsjahr sichtbar übertreffen kann und damit das Szenario einer Neubewertung untermauert.

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