Ein offener Machtkampf zwischen der US-Regierung und der Federal Reserve trifft auf eine eskalierende Krise im Iran – für die Goldmärkte ist das eine selten brisante Mischung. Während das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Notenbank erodiert und die geopolitischen Risiken steigen, klettert der Goldpreis auf ein neues Allzeithoch. Entscheidend ist nun, wie dauerhaft dieser Fluchtreflex in Richtung sicherer Häfen ausfällt.

Politische Attacke auf die Fed

Auslöser der aktuellen Bewegung ist ein Vorgang, der an den Grundfesten der US-Institutionen rüttelt. Das US-Justizministerium hat strafrechtliche Ermittlungen gegen Fed-Chef Jerome Powell eingeleitet. Offiziell geht es um:

  • angeblich überzogene Renovierungskosten von 2,5 Milliarden US-Dollar
  • den Vorwurf der Falschaussage vor dem US-Senat im Jahr 2025

An den Märkten wird dieser Schritt überwiegend anders gelesen. Powell selbst sprach in einer Videobotschaft von einem „Einschüchterungsversuch“ und einem politischen Manöver gegen die unabhängige Zinspolitik der Notenbank. Hintergrund: Die Fed hatte sich geweigert, die Zinsen im Sinne der Trump-Administration stärker zu senken.

Damit rückt ein zentraler Pfeiler des Finanzsystems in den Fokus: die institutionelle Unabhängigkeit der Fed. Die Aussicht, dass die Geldpolitik politisch instrumentalisiert werden könnte, untergräbt Vertrauen in den US-Dollar – und stützt im Gegenzug den Goldpreis.

Iran-Krise verstärkt Sicherheitsmotiv

Parallel zur Verfassungskrise in Washington verschärft sich die Lage im Nahen Osten. Im Iran eskalieren Unruhen mit Berichten über mehr als 500 Tote und weitreichenden Internetabschaltungen. Die Sorge vor einer möglichen Ausweitung des Konflikts oder einem direkten Eingreifen der USA erhöht die Risikoaufschläge an den Rohstoffmärkten.

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Diese Kombination aus innerer Instabilität in den USA und externer geopolitischer Spannung treibt Investoren verstärkt in als sicher geltende Anlagen. Gold profitiert dabei gleich doppelt: als Krisenwährung und als Alternative zu Fiat-Währungen, deren Hüter politisch unter Druck geraten.

Marktdaten: Gold auf Rekordstand

Der aktuelle Auftrieb spiegelt sich klar in den Kennzahlen wider. Gestern schloss der Goldpreis bei 4.626,50 US-Dollar und markierte damit ein frisches 52‑Wochen-Hoch, das zugleich das bisherige Allzeithoch ist. Damit ergibt sich folgendes Bild:

  • Performance letzte 7 Tage: +2,67 %
  • Performance letzte 30 Tage: +6,74 %
  • Seit Jahresbeginn 2026: +6,55 %
  • Abstand zum 52‑Wochen-Tief (3.941,30 US-Dollar): rund +17 %
  • Abstand zum 50‑Tage-Durchschnitt (4.311,61 US-Dollar): etwa +7 %

Der Aufwärtstrend ist damit nicht nur kurzfristig, sondern auch im größeren Zeitfenster klar erkennbar. Bereits 2025 war Gold um rund 65 % gestiegen – der laufende Zyklus setzt sich 2026 nahtlos fort. Ein RSI von 57,7 signalisiert dabei ein technisch solides Momentum ohne akute Überhitzung, während die annualisierte 30‑Tage-Volatilität von knapp 20 % auf ein dynamisches, aber nicht chaotisches Marktumfeld hinweist.

Silber im Schatten mit stärkerer Dynamik

Obwohl Gold die Schlagzeilen bestimmt, zieht Silber prozentual noch kräftiger an. Der Preis sprang deutlich über 83 US-Dollar je Feinunze, in der Spitze bis auf 85 US-Dollar, was Tagesgewinnen von 5 bis 7 % entspricht. Getrieben wird diese Bewegung von der Kombination aus:

  • monetärer Nachfrage im Zuge der Flucht in Sachwerte
  • Knappheit am physischen Markt

Nach einem bereits extrem starken Jahr 2025 mit Zuwächsen von rund 150 bis 180 % sehen Marktbeobachter, darunter Experten der ANZ Bank, weiteres Potenzial in Richtung 90 US-Dollar, sofern die aktuellen Unsicherheiten anhalten. Damit bestätigt Silber seine Rolle als Hebel auf den Goldtrend.

Langfristige Perspektive: 5.000 Dollar als Szenario

Vor diesem Hintergrund gewinnen ambitionierte Goldprognosen an Gewicht. Analystenhäuser wie Incrementum halten Kursziele von 5.000 US-Dollar im Jahresverlauf 2026 für realistisch. Die Argumentation beruht im Kern auf drei Punkten:

  • Angriffe auf die Unabhängigkeit der Fed schwächen das Vertrauen in Fiat-Währungen.
  • Politische und geopolitische Spannungen erhöhen die Nachfrage nach sicheren Anlagen.
  • Der bereits laufende Gold-Superzyklus wird durch neue Krisenherde zusätzlich befeuert.

Solange der Konflikt zwischen Weißem Haus und Notenbank ungelöst bleibt und sich die Lage im Nahen Osten nicht deutlich entspannt, spricht vieles dafür, dass Gold und Silber ihren Aufwärtstrend vorerst verteidigen. Kurstechnisch wäre ein Anlauf in Richtung 5.000 US-Dollar im laufenden Jahr vor allem dann plausibel, wenn das aktuelle Allzeithoch nachhaltig bestätigt und der Abstand zum 50‑Tage-Durchschnitt nicht abrupt abgebaut wird.

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