Gold: Stagflation trifft Deeskalation
Der Goldpreis startet mit einem kräftigen Plus in das zweite Quartal. Hinter dem Anstieg steckt ein ungewöhnliches Spannungsfeld: Während stagflationäre Signale aus den USA das Edelmetall stützen, dämpfen aufkeimende Hoffnungen auf eine Einigung im Nahen Osten die Risikoprämie.
Geopolitik als Zündfunke
Trumps Ankündigung, einen Abzug der US-Streitkräfte aus Iran in „zwei oder drei Wochen" zu erwarten, sowie Berichte über Verhandlungsbereitschaft des iranischen Präsidenten Pezeshkian lösten heute eine breite Marktrally aus. Der S&P 500 stieg um 2,9 Prozent, Öl drehte scharf nach unten — WTI fiel auf 101,38 Dollar, Brent verlor 3,2 Prozent.
Für Gold bedeutet das eine zwiespältige Lage. Nachlassende geopolitische Spannungen reduzieren die klassische Fluchtprämie. Gleichzeitig liefern die US-Makrodaten Argumente für anhaltende Goldnachfrage: Der ISM Manufacturing PMI stieg im März auf 52,7 Prozent — die Gesamtwirtschaft expandiert damit den 17. Monat in Folge. Der Prices-Paid-Subindex signalisiert weiter erhöhten Kostendruck, was die stagflationäre Konstellation vor dem NFP-Freitag unterstreicht.
Die 10-jährige US-Rendite fiel gestern um rund 20 Basispunkte auf etwa 4,13 Prozent — ein Rückgang, der sowohl die schwachen JOLTS-Arbeitsmarktdaten als auch die Deeskalationshoffnung widerspiegelt. Sinkende Renditen haben historisch Zuflüsse in goldgedeckte ETFs begünstigt.
Institutionelle Nachfrage bleibt robust
Das zeigen auch aktuelle Zahlen: Laut World Gold Council flossen in den ersten zwei Monaten 2026 bereits 78 Tonnen in goldgedeckte ETFs — 73 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Bestände des SPDR Gold Shares stiegen auf 920 Tonnen, der iShares Gold Trust verzeichnete im ersten Quartal Nettozuflüsse von 2,8 Milliarden Dollar.
Der März war trotzdem ein schwieriger Monat: Der Spotpreis verlor rund 14,6 Prozent gegenüber Februar — der größte monatliche Rückgang seit Oktober 2008. Vom Allzeithoch bei 5.598 Dollar Ende Januar liegt der aktuelle Kurs noch immer rund 18 Prozent entfernt. Der RSI hat sich inzwischen aus überverkauftem Terrain erholt und notiert bei knapp 47.
Wildcard am Abend
Trumps nationale Ansprache zu Iran um 21:00 Uhr ET wird die Richtung für die restliche Session maßgeblich bestimmen. Eine Bestätigung des beschleunigten Truppenabzugs würde die Erholung verlängern; eine erneute Eskalation könnte sie vollständig umkehren. Die nächsten belastbaren US-Daten folgen am Freitag mit dem NFP-Bericht — allerdings bleiben NYSE und Nasdaq an Karfreitag geschlossen. Die erste reguläre US-Kassasession findet damit erst am Montag, 6. April, statt.
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