Gold baut seine beeindruckende Hausse zu Jahresbeginn 2026 weiter aus. Heute markiert das Edelmetall mit 4.623,70 US‑Dollar je Feinunze ein frisches Allzeithoch und liegt damit rund 6,5 Prozent über dem Stand zum Jahresanfang. Nach einem historischen Plus von etwa 65 Prozent im Vorjahr setzt sich der Aufwärtstrend damit nahtlos fort – gestützt von geopolitischen Spannungen, Zweifeln an der Fed-Unabhängigkeit und sinkenden Zinserwartungen.

Die Fakten im Überblick

  • Neues Rekordhoch bei 4.623,70 US‑Dollar je Feinunze
  • Plus von rund 6,5 % seit Jahresbeginn 2026
  • Rund 17 % Abstand zum 52‑Wochen-Tief von 3.941,30 US‑Dollar
  • Gold notiert etwa 6,7 % über dem 50‑Tage-Durchschnitt (4.333,22 US‑Dollar)
  • Volatilität (30 Tage, annualisiert) bei 19,45 %, RSI (14 Tage) mit 57,7 im neutralen Bereich

Die Daten zeigen: Der Markt ist deutlich fester, aber noch nicht völlig überhitzt.

Geopolitik und Fed im Fokus

Ein zentraler Treiber der aktuellen Gold-Rallye ist die Suche nach Sicherheit. Mehrere Konflikte erhöhen die Unsicherheit spürbar:

  • In der Iran-Krise droht die US-Regierung mit „starken Maßnahmen“ nach landesweiten Protesten. Teheran warnt Nachbarstaaten mit US-Militärbasen vor möglichen Vergeltungsschlägen.
  • In Venezuela hat eine US-Militäraktion und die Festnahme von Präsident Maduro die geopolitischen Risiken weiter angeheizt.
  • Zusätzlich belastet die erneute Debatte um eine mögliche US-Kontrolle über Grönland das Verhältnis zu Dänemark.

Diese Gemengelage verstärkt die Nachfrage nach klassischen „Safe-Haven“-Anlagen. Gold profitiert als Krisenwährung direkt von dieser Flucht in Sicherheit.

Parallel dazu rückt die Unabhängigkeit der US-Notenbank in den Mittelpunkt. Fed-Chef Jerome Powell steht im Fokus einer strafrechtlichen Untersuchung des US-Justizministeriums. Zehn Zentralbankchefs – darunter EZB und Bank of England – stellten sich öffentlich hinter Powell und betonten, die Unabhängigkeit der Notenbanken sei ein „Eckpfeiler der Preis-, Finanz- und Wirtschaftsstabilität“.

Die politische Dimension dieser Debatte hat den sogenannten „Debasement Trade“ sichtbar belebt:
Investoren meiden verstärkt US-Staatsanleihen und den Dollar – ein Umfeld, das typischerweise Edelmetalle stützt.

Zinsen, Inflation und die Rolle der Daten

Auf der makroökonomischen Seite liefert die US-Konjunktur ein Bild, das Gold zusätzlich Rückenwind gibt. Die jüngsten Inflationszahlen sprechen eher für sinkende Zinsen:

Sollten Anleger Gewinne mitnehmen? Oder startet bei Gold gerade der nächste Boom?

  • Die Kerninflationsrate für Dezember fällt mit 2,6 Prozent auf den niedrigsten Stand seit 2021.
  • Die Erzeugerpreise steigen im November nur moderat und überraschen nicht nach oben.
  • Die Einzelhandelsumsätze signalisieren gleichzeitig robuste Konsumausgaben.

Aus diesen Daten leiten die Märkte die Erwartung von zwei bis drei Zinssenkungen der Federal Reserve im laufenden Jahr ab – mehr, als die Notenbank bisher selbst angedeutet hat. Für Gold ist das entscheidend:
Niedrigere Leitzinsen verringern die Opportunitätskosten des Haltens eines unverzinsten Assets wie Gold und machen das Metall im relativen Vergleich attraktiver.

Edelmetalle und Industriemetalle im Sog

Der Höhenflug beschränkt sich nicht auf Gold. Auch andere Metalle ziehen deutlich an:

  • Silber überschreitet erstmals die Marke von 90 US‑Dollar je Unze und notiert über 91 US‑Dollar – mehr als 5 Prozent Tagesplus und fast 200 Prozent Gewinn im Jahresvergleich.
  • Kupfer markiert ebenfalls ein Allzeithoch.
  • Zinn legt zeitweise bis zu 6 Prozent zu.
  • Platin steigt auf etwa 2.395 US‑Dollar je Feinunze.

Ein zusätzlicher Verstärker kommt aus China: An der Shanghai Futures Exchange erreichen Handelsvolumen und offene Positionen Rekordstände. Die starke Aktivität deutet auf kräftige spekulative Beteiligung hin, die die Bewegung in vielen Metallmärkten beschleunigt.

Strukturelle Nachfrage stützt den Trend

Neben den kurzfristigen Katalysatoren wirkt eine Reihe struktureller Faktoren, die den Goldmarkt breiter tragen.

Die chinesische Notenbank hat ihre Goldkäufe im Dezember zum 14. Monat in Folge ausgeweitet. Die Bestände liegen nun bei 74,15 Millionen Feinunzen. Diese kontinuierlichen Käufe signalisieren ein anhaltendes Interesse an Gold als Reservebaustein abseits des US-Dollars.

Auch die Nachfrage institutioneller Anleger ist hoch:
Physisch hinterlegte Gold-ETFs verzeichneten im Jahr 2025 Zuflüsse von 89 Milliarden US‑Dollar – der höchste jemals gemessene Wert. Das unterstreicht, dass die Rallye nicht nur von kurzfristig orientierten Marktteilnehmern, sondern auch von längerfristigen Engagements getragen wird.

Parallel dazu profitieren Industriemetalle vom anhaltenden KI-Boom. Der Ausbau von Rechenzentren und Hochleistungsinfrastruktur erhöht den Bedarf an Metallen wie Kupfer und Zinn. Gleichzeitig kämpfen Minen und Schmelzen damit, die steigende Nachfrage zu bedienen. Das knappe Angebot trifft damit auf strukturelles Wachstum – ein Umfeld, das Preissteigerungen begünstigt.

Ausblick: 5.000 US‑Dollar als nächste Marke?

Mehrere große Investmentbanken haben ihre Prognosen an die neue Realität angepasst. Citigroup erhöhte das Drei-Monats-Ziel für Gold auf 5.000 US‑Dollar je Feinunze, für Silber auf 100 US‑Dollar. Marktteilnehmer rechnen damit, dass die strukturelle Hausse mindestens bis zum Ende des ersten Quartals anhalten könnte.

Entscheidend für die weitere Entwicklung bleiben drei Punkte:
Erstens der Verlauf der geopolitischen Konflikte, insbesondere im Nahen Osten und in Venezuela. Zweitens die Frage, ob die Debatte um die Fed-Unabhängigkeit abklingt oder sich verschärft. Und drittens, ob die anstehenden US-Inflations- und Zinsentscheidungen die Erwartung sinkender Leitzinsen bestätigen.
Solange diese Faktoren nicht deutlich in eine entgegengesetzte Richtung drehen, bleibt der Weg in Richtung der 5.000‑US‑Dollar-Marke aus heutiger Sicht grundsätzlich offen.

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