European Lithium ist mit einem kräftigen Jahresstart unterwegs. Der Kurs hat seit Jahresbeginn deutlich angezogen – getragen von klaren Zeitplänen beim Tanbreez-Projekt über die Beteiligung an Critical Metals sowie einer spürbaren Belebung im Lithiumsektor. Wie tragfähig ist dieser Rückenwind?

Tanbreez-Deal rückt näher

Haupttreiber der jüngsten Bewegung ist Critical Metals Corp (NASDAQ: CRML), an der European Lithium rund 53 Millionen Aktien hält. CEO Tony Sage bestätigte am 31. Dezember gegenüber Reuters, dass die finalen Lieferverträge für das Tanbreez-Seltenerd-Projekt in Grönland bis Ende des ersten Quartals 2026 abgeschlossen werden sollen.

Damit liegt erstmals ein konkreter Zeitplan für die Kommerzialisierung des Projekts auf dem Tisch. Bereits jetzt sind 75 % der geplanten Produktion vorverkauft – aufgeteilt zwischen Abnehmern in den USA und Europa. Die restlichen 25 % der Abnahmeverträge sollen bis Anfang 2026 folgen.

Projektzeitplan und Investitionen

Laut Sage stellt sich der Fahrplan aktuell wie folgt dar:

  • Produktionsbeginn im Tagebau ist für 2027 geplant
  • Erste Auslieferungen werden für Mitte 2028 angepeilt
  • Die Investitionskosten in Grönland werden auf rund 500 Mio. US-Dollar geschätzt
  • Die nachgelagerten Verarbeitungsanlagen sollen mehr als 1 Mrd. US-Dollar kosten

Die Ankündigung baut auf einer unverbindlichen Absichtserklärung vom 9. Dezember 2025 auf. Critical Metals und das rumänische Staatsunternehmen FPCU vereinbarten darin ein 50/50-Joint-Venture für die Verarbeitung von Seltenen Erden.

Grönland-Fantasie stützt Critical Metals

Zusätzliche Dynamik kam von der US-Börse: Die Aktien von Critical Metals sprangen am Dienstag um 25,7 % nach oben. Auslöser waren Spekulationen, ob die Trump-Regierung einen Erwerb Grönlands von Dänemark wieder aufgreifen könnte. Ein solcher Schritt würde grundsätzlich die Rahmenbedingungen für dort ansässige Rohstoffprojekte wie Tanbreez verändern.

Critical Metals erklärte gegenüber Reuters, man stehe einer Beteiligung aus Washington offen gegenüber und habe einen Antrag auf Fördermittel nach dem Defence Production Act gestellt.

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Lithiumsektor im Aufschwung

Parallel dazu profitierte European Lithium von einer breiten Rally im Lithiumsegment. Eine Anfang Januar veröffentlichte Reuters-Analyse erwartet, dass die Nachfrage nach Lithium für Energiespeicher 2026 um 55 % zulegt, nach einem Plus von 71 % im Jahr 2025. Der Ausbau von Batteriespeichersystemen (BESS) entwickelt sich damit zu einem wichtigen zusätzlichen Nachfragetreiber.

Zentrale Prognosen für 2026:

  • Morgan Stanley rechnet mit einem Defizit von 80.000 Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent (LCE)
  • UBS erwartet ein Minus von 22.000 Tonnen nach einem Überschuss von 61.000 Tonnen im Jahr 2025
  • Canaccord Genuity sieht den Markt 2026 ausgeglichen, mit Defiziten ab 2027

Diese Einschätzungen stützen die Erwartung einer sich aufhellenden Fundamentallage im Lithiummarkt.

Technische Lage hellt sich auf

Aus technischer Sicht hat sich das Bild zuletzt verbessert. Der Schlusskurs von 0,18 AUD zu Wochenbeginn liegt über dem 15-Tage-Durchschnitt von 0,165 AUD, was Charttechniker als positives Signal werten. Das Handelsvolumen übertraf dabei den üblichen Tagesdurchschnitt um mehr als 38 %.

Im Dezember 2025 pendelte der Kurs überwiegend in einer Spanne zwischen 0,15 und 0,16 AUD. Viele Anleger warteten in dieser Phase auf mehr Klarheit zu Projektmeilensteinen und zur Branchenerholung. Der nun kommunizierte Zielzeitraum Q1 2026 von Critical Metals hat den Ausführungsrisikoabschlag zumindest teilweise reduziert.

Kursentwicklung im Überblick

  • Schlusskurs 6. Januar 2026: 0,18 AUD
  • Schlusskurs 31. Dezember 2025: 0,155 AUD
  • 52-Wochen-Tief (April 2025): 0,034 AUD
  • 52-Wochen-Hoch: 0,485 AUD
  • Marktkapitalisierung: rund 266 Mio. AUD

Damit bleibt die Aktie klar über dem Tief, aber weit unter dem Jahreshoch.

Wolfsberg-Projekt weiter auf Eis

Tony Sage bestätigte, dass das Lithiumprojekt Wolfsberg in Österreich vorerst ausgesetzt bleibt. Eine Wiederaufnahme der Aktivitäten ist an eine Erholung der Lithiumpreise geknüpft. Strategisch liegt der Schwerpunkt derzeit auf der Beteiligung an Critical Metals und dem Tanbreez-Projekt, das eng mit den Zielen des EU-Gesetzes zu kritischen Rohstoffen verknüpft ist.

Ausblick: Q1-Entscheidungen und Kursmarken

In den kommenden Wochen richtet sich der Blick vor allem auf den Abschluss der verbindlichen Lieferverträge für Tanbreez im ersten Quartal 2026. Aus charttechnischer Sicht wäre ein stabiler Handel über 0,18 AUD ein Schritt hin zur nächsten markanten Zone um 0,20 AUD, während der Bereich um 0,165 AUD als nahegelegene Unterstützung gilt.

Der nächste Quartalsbericht von European Lithium ist für den 19. März 2026 angekündigt. Bis dahin dürften Fortschritte bei den Tanbreez-Verträgen und die weitere Entwicklung am Lithiummarkt entscheidend prägen, wie der Markt das Chance-Risiko-Profil der Aktie einordnet.

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