Ethereum steht an einem spannenden Punkt: Auf der einen Seite drückt kurzfristiger technischer Verkaufsdruck auf den Kurs, auf der anderen Seite rückt die Kryptowährung durch neue ETF-Pläne noch stärker in den Fokus großer Finanzhäuser. Besonders die Pläne von Morgan Stanley, einen Spot-ETF mit Staking-Komponente aufzulegen, könnten den Markt langfristig verändern. Entscheidend wird sein, wie sich dieser institutionelle Rückenwind mit der aktuellen Marktschwäche verzahnt.

Morgan Stanley und der neue Staking-Schub

Der wichtigste Impuls dieser Woche kommt klar aus der institutionellen Ecke. Morgan Stanley hat am 7. Januar bei der US-Börsenaufsicht SEC einen S-1-Antrag für einen Spot Ethereum ETF eingereicht – und geht dabei einen Schritt weiter als frühere Produkte: Der ETF soll explizit Staking ermöglichen.

Konkret sieht die Struktur vor, über Drittanbieter Staking-Erträge aus dem Ethereum-Netzwerk zu vereinnahmen und damit die native Rendite (Yield) von Proof-of-Stake direkt in ein reguliertes Produkt zu holen. Damit folgt Morgan Stanley einem klaren Trend: TradFi-Anbieter versuchen verstärkt, die laufenden Erträge von PoS-Assets systematisch zu monetarisieren.

Der Antrag reiht sich ein in ähnliche Vorstöße anderer Vermögensverwalter. In der Summe deutet das auf eine koordinierte Bewegung hin, Staking als festen Bestandteil regulierter Krypto-Produkte zu etablieren – ein möglicher Game Changer für die Wahrnehmung von Ethereum als Ertrags-Asset.

ETF-Ströme: Von starken Zuflüssen zur schnellen Kehrtwende

Parallel dazu zeigen die Kapitalflüsse in US-Spot-ETFs, wie nervös der Markt derzeit agiert.

  • Am Dienstag, 6. Januar, verzeichneten die US-Spot-Ethereum-ETFs kräftige Nettozuflüsse von rund 114,7 Millionen US-Dollar. Es war der dritte Tag in Folge mit positiven Flows. Treiber war vor allem BlackRocks iShares Ethereum Trust (ETHA), der allein knapp 198 Millionen US-Dollar einsammelte.
  • Bereits am Mittwoch, 7. Januar, drehte das Bild jedoch: Nettoabflüsse von etwa 98,6 Millionen US-Dollar signalisierten kurzfristige Gewinnmitnahmen. Hauptverantwortlich war der Grayscale Ethereum Trust (ETHE) mit mehr als 52 Millionen US-Dollar an Abflüssen, die den Schwung des Vortags weitgehend neutralisierten.

Diese schnelle Umschaltung von Kauf- zu Verkaufsdynamik passt zum aktuellen Marktbild: Langfristige institutionelle Story auf der einen Seite, taktische Umschichtungen und Profitsicherung auf der anderen.

On-Chain: Skalierungs-Upgrade und Rekordauslastung

Abseits der täglichen Kursbewegungen entwickelt sich das Netzwerk fundamental weiter.

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BPO2-Fork stärkt Layer-2-Rollups

Am 7. Januar wurde die zweite „Blob Parameter Only“-Fork (BPO2) erfolgreich implementiert. Ziel dieses technischen Upgrades ist es, die Kapazität von Ethereum für Layer-2-Rollups zu erhöhen, indem zentrale Parameter angepasst werden:

  • Blob-Limit: Anhebung von 15 auf 21
  • Blob-Target: Anhebung von 10 auf 14

Damit sinken die Kosten und die Engpässe für Layer-2-Netzwerke, die auf Ethereum als Abwicklungsschicht aufsetzen. Die Rolle von Ethereum als zentrales Settlement-Layer für skalierbare Web3-Anwendungen wird damit weiter gefestigt.

Netzwerkaktivität auf Höchstniveau

Die Nutzung des Netzwerks bleibt hoch. Ende Dezember und Anfang Januar erreichte das tägliche Transaktionsvolumen mit rund 2,23 Millionen Transaktionen pro Tag ein Allzeithoch. Diese starke On-Chain-Aktivität wird durch große Staking-Engagements flankiert.

So hat etwa BitMine seine Ethereum-Staking-Operationen ausgebaut und hält nun über 827.000 ETH im Staking – ein Bestand im Wert von rund 2,62 Milliarden US-Dollar. Das signalisiert, dass große Marktteilnehmer Ethereum nicht nur als spekulativen Vermögenswert, sondern als langfristige Ertragsquelle betrachten.

Marktbild: Gewinnmitnahmen, Wale und charttechnische Marken

Der Rückgang in Richtung der Zone um 3.100 US-Dollar wurde vor allem durch Gewinnmitnahmen und Bereinigungen im Derivatemarkt ausgelöst. Der aktuelle Kurs von 3.111,47 US-Dollar liegt etwa 3 % über dem 50-Tage-Durchschnitt und rund ein Drittel unter dem 52-Wochen-Hoch – ein Bild, das eher nach Konsolidierung als nach Panik aussieht.

Bei den großen Adressen ergibt sich ein gemischtes Bild:
- World Liberty Financial hat jüngst Wrapped Bitcoin (WBTC) in etwa 770 ETH getauscht und damit gezielt zugekauft.
- Gleichzeitig haben Wallets mit Beständen zwischen 100.000 und 1 Million ETH im Wochenverlauf rund 970 Millionen US-Dollar an ETH verkauft. Diese Verkäufe schaffen ein Angebotsüberhang, der Erholungen derzeit begrenzt.

Charttechnisch richten sich die Blicke vor allem auf den Bereich zwischen 3.030 und 3.050 US-Dollar, der als wichtige Unterstützungszone gilt. Ein Bruch dieses Bereichs könnte den Weg in Richtung 2.800 US-Dollar öffnen. Auf der Oberseite gelten 3.200 US-Dollar sowie die psychologisch relevante Marke von 3.400 US-Dollar als erste ernstzunehmende Widerstände.

Regulierung, Stimmung und der Blick nach vorn

Auf der regulatorischen Seite überwiegen aktuell die positiven Signale. Die politische Großwetterlage in den USA wird zunehmend als krypto-freundlich interpretiert, was die Chancen für die Zulassung komplexerer Produkte wie eines Spot-ETFs mit Staking-Anteil erhöht. Davon könnte insbesondere der Vorstoß von Morgan Stanley profitieren.

Kurzfristig bleibt Ethereum von der Balance zwischen ETF-Zuflüssen, Gewinnmitnahmen und Derivatepositionen geprägt. Mittelfristig sind vor allem zwei Faktoren entscheidend: der Fortgang des Zulassungsverfahrens für den Staking-ETF von Morgan Stanley und die weitere Entwicklung der ETF-Flows nach den gegensätzlichen Bewegungen am 6. und 7. Januar. In Kombination mit den jüngsten Skalierungs-Upgrades und der hohen Netzwerkaktivität ergibt sich damit ein Umfeld, in dem technische Rücksetzer und struktureller institutioneller Aufbau unmittelbar aufeinandertreffen.

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