Ethereum: Spam-Schock
Die zweitgrößte Kryptowährung fällt unter die 3.200-Dollar-Marke. Während das Netzwerk zuletzt Rekordaktivität meldete, dämpfen Sicherheitsforscher die Euphorie: Ein Großteil der Transaktionen könnte auf automatisierte Spam-Angriffe zurückgehen. Gleichzeitig treiben geopolitische Spannungen und globale Zinsssorgen Anleger aus Risiko-Assets.
Geopolitik und Bond-Stress belasten
Ethereum verlor binnen 24 Stunden rund 5 bis 6,5 Prozent und rutschte von über 3.300 Dollar auf zeitweise unter 3.000 Dollar. Der Ausverkauf war Teil einer breiteren Krypto-Marktkorrektur, die über eine Milliarde Dollar an Liquidationen auslöste – 92 Prozent davon trafen Long-Positionen.
Die Turbulenzen an der Wall Street, ausgelöst durch Trump's erneuten Vorstoß zur Kontrolle Grönlands und Zolldrohungen gegen europäische Staaten, versetzten Investoren in Alarmstimmung. Hinzu kam ein plötzlicher Ausverkauf japanischer Staatsanleihen, der die Renditen auf Rekordniveau trieb und globale Finanzmärkte belastete. Gold kletterte auf neue Allzeithochs – ein klassisches Zeichen für Kapitalflucht aus Risiko-Assets.
Rekord-Transaktionen oder Spam-Welle?
Ethereum verarbeitete kürzlich 2,88 Millionen Transaktionen an einem einzigen Tag – ein neuer Netzwerk-Rekord. Doch Sicherheitsexperten warnen vor voreiligen Schlüssen. Der unabhängige Forscher Andrey Sergeenkov fand heraus, dass etwa 67 Prozent der neu aktiven Adressen weniger als einen Dollar als erste Stablecoin-Überweisung erhielten – ein typisches Muster für automatisiertes "Dusting".
"Address Poisoning ist ein anhaltendes Problem, und es wird schlimmer", erklärt Gonçalo Magalhães, Sicherheitschef bei Immunefi. Die Angriffsmethode funktioniert so: Betrüger senden Kleinstbeträge von Wallet-Adressen, die legitimen Adressen täuschend ähnlich sehen. Kopiert ein Nutzer später eine Adresse aus seiner Transaktionshistorie, landen die Gelder beim Angreifer.
Michael Pearl von der Sicherheitsfirma Cyvers beziffert das Ausmaß: "Allein in den letzten sieben Tagen haben wir täglich über eine Million Address-Poisoning-Vorbereitungen auf Ethereum entdeckt." Bislang wurden mindestens 740.000 Dollar von 116 Opfern gestohlen, einzelne Verteiler-Wallets schickten Dust an über 400.000 Adressen.
Niedrige Gebühren – Fluch und Segen
Das Fusaka-Upgrade im Dezember 2025 senkte die Transaktionskosten um über 60 Prozent auf durchschnittlich 0,15 Dollar – historischer Tiefstand. Die günstigen Gebühren machten das Netzwerk zugänglicher, ermöglichen aber auch Spam-Attacken im industriellen Maßstab. "Wenn man Blockchain-Infrastruktur skaliert, ohne Nutzersicherheit zu priorisieren, riskiert man verzerrte Aktivitätskennzahlen", so Sergeenkov.
Parallel erreichte das Ethereum-Staking historische Höchststände: 46,6 Prozent des gesamten ETH-Angebots – rund 77,85 Millionen Token – sind mittlerweile im Deposit Contract gesperrt. Treasury-Firma BitMine stakete jüngst 1,7 Millionen ETH im Wert von 5,56 Milliarden Dollar. Die Validator-Exit-Queue steht bei null, während Entry-Queues weiter gefüllt sind – ein Zeichen für stabiles, nicht überhitztes Interesse.
Großinvestoren kaufen den Rücksetzer
Während die Stimmung unter Kleinanlegern leidet, nutzen institutionelle Akteure die Schwäche. Trend Research transferierte 70 Millionen USDT an Börsen, um etwa 24.555 ETH zu kaufen. Analysefirma Swissblock meldet einen Zyklusindikator auf "Predominance" – historisch ein Signal für bevorstehendes Ethereum-Outperformance gegenüber Bitcoin und dem breiteren Altcoin-Markt.
Die Entwickler arbeiten derweil am nächsten Upgrade Glamsterdam, das unter anderem enshrined Proposer Builder Separation (ePBS) bringen soll. Das Netzwerk kann mittlerweile 14 Blobs pro Block verarbeiten, mit einem Maximum von 21.
Ethereum steht an einem Wendepunkt: Starke fundamentale Daten bei Staking und institutionellem Interesse treffen auf aufgeblähte Aktivitätszahlen durch Spam-Angriffe. Ob sich das Netzwerk aus der Korrektur befreien kann, hängt davon ab, ob Entwickler das Spam-Problem lösen können – ohne die neu gewonnene Zugänglichkeit zu opfern.
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