Ethereum startet mit Rückenwind ins neue Jahr. Während die Stimmung am Kryptomarkt laut Fear-&-Greed-Index weiter von Vorsicht geprägt ist, zeigen die On-Chain-Daten ein anderes Bild: Das Netzwerk arbeitet auf Rekordniveau, institutionelles Geld kehrt zurück. Spannend ist vor allem die Diskrepanz zwischen eher moderatem Kursverlauf und stark wachsender Nutzung – ein typisches Muster in frühen Akkumulationsphasen.

Technischer Blick: Ausbruch aus dem Abwärtstrend

Ethereum notiert aktuell bei rund 3.217 US‑Dollar und liegt damit gut 6 % über seinem 50‑Tage-Durchschnitt von 3.009 US‑Dollar. Nach einer längeren Konsolidierung seit Ende 2025 hat der Kurs einen abwärtsgerichteten Trendkanal nach oben verlassen.

Analysten sehen kurzfristige Widerstände im Bereich um 3.287 US‑Dollar. Gelingt hier ein klarer Ausbruch, rücken höhere Kursziele bei etwa 3.447 und 3.659 US‑Dollar in den Fokus. Der RSI von 42 signalisiert dabei weder Überkauf noch Überverkauf – der Markt wirkt technisch eher ausgeglichen.

Der jüngste Anstieg reiht sich in eine breitere Erholung am Kryptomarkt ein, bei der auch Bitcoin wieder Boden gutgemacht hat. Bei Ethereum kommt jedoch ein zusätzlicher Treiber hinzu: Die Netzwerknutzung wächst deutlich schneller als der Kurs.

On-Chain-Daten auf Rekordniveau

Die fundamentale Aktivität im Ethereum-Ökosystem hat zum Jahreswechsel neue Höchststände erreicht. Auslöser ist vor allem das Fusaka-Upgrade vom Dezember 2025, das Effizienz und Kapazität des Netzwerks erhöht hat.

Wichtige Kennzahlen im Überblick:

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  • Transaktionen: Am 29. Dezember 2025 verarbeitete Ethereum mit 2,23 Millionen Transfers so viele Transaktionen wie nie zuvor an einem Tag. Auch Anfang 2026 bleibt das Niveau hoch, am 2. Januar wurden knapp 1,98 Millionen Transaktionen bestätigt.
  • Aktive Adressen: Erstmals überschreitet die Zahl der monatlich aktiven Adressen die Marke von 10 Millionen – ein neuer Allzeithöchststand.
  • Stablecoins: Auf der Chain abgewickelte Stablecoin-Transaktionen summierten sich im vierten Quartal 2025 auf über 8 Billionen US‑Dollar. Das signalisiert, dass Ethereum zunehmend für Wertabwicklung genutzt wird, nicht nur für kurzfristige Spekulation.

Zusätzlich hat sich die Zahl der neuen Wallet-Adressen seit dem Fusaka-Upgrade um 110 % erhöht. Das deutet darauf hin, dass nicht nur bestehende Nutzer aktiver werden, sondern auch viele neue Teilnehmer ins Netzwerk kommen.

Institutionelle Impulse und ETF-Dividende

Parallel zu den starken On-Chain-Daten kehrt institutionelles Interesse zurück. Am ersten Handelstag 2026 verzeichneten US‑Spot-Ether-ETFs Nettozuflüsse von 174,5 Millionen US‑Dollar – der höchste Tageswert seit über zwei Wochen. Marktbeobachter werten dies als Hinweis, dass professionelle Anleger die aktuellen Kurse verstärkt zum Aufbau von Positionen nutzen, obwohl Privatanleger laut Sentiment-Indikator noch eher skeptisch sind.

Ein weiteres Signal kommt von Grayscale: Heute erfolgt erstmals eine Staking-Ausschüttung für Anleger des Grayscale Ethereum Trust ETF (ETHE). Pro Anteil werden rund 0,08 US‑Dollar ausgeschüttet, finanziert aus On-Chain-Staking-Erträgen. Es ist das erste Mal, dass ein US‑börsengehandelter Spot-Krypto-ETF solche auf Staking basierenden Dividenden auszahlt. Für renditeorientierte Investoren wird damit die ETH-Haltung über traditionelle Finanzprodukte potenziell attraktiver.

Technologische Fortschritte – und Risiken im Layer‑2-Bereich

Auch auf der technologischen Seite meldet sich Ethereum mit ambitionierten Zielen. Mitgründer Vitalik Buterin sorgte zuletzt für Diskussionen, als er erklärte, Ethereum komme der Lösung des „Blockchain-Trilemmas“ – dem Spannungsfeld aus Sicherheit, Skalierbarkeit und Dezentralisierung – sehr nahe.

Buterin verweist auf den produktiven Einsatz von zkEVM-Lösungen und PeerDAS. Diese Technologien sollen hohe Transaktionsdurchsätze ermöglichen, ohne die Dezentralisierung des Konsensmechanismus aufzugeben. Sicherheitsverbesserungen laufen zwar weiter, doch die zentralen Skalierungstechniken erreichen nach seinen Aussagen inzwischen Produktionsreife.

Ganz ohne Reibungsverluste verläuft der Ausbau des Ökosystems allerdings nicht. Am 5. Januar kam es bei der Layer‑2-Lösung Starknet zu einem mehr als zweistündigen Stopp der Blockproduktion. Ursache war ein Fehler in der Transaktionsausführung. Das Problem wurde zügig behoben, zeigt aber, wie komplex die wachsende Layer‑2-Landschaft inzwischen geworden ist.

Akkumulationsphase mit Blick auf den nächsten Zyklus

Trotz Rekordnutzung und wachsender institutioneller Zuflüsse ist die Marktstimmung laut Fear-&-Greed-Index mit einem Wert von 44 weiterhin von Zurückhaltung geprägt. Diese Kombination aus starker Fundamentaldynamik und nur moderat reagierendem Kurs wird häufig als Akkumulationsphase interpretiert, in der vor allem langfristig orientierte Anleger Positionen aufbauen.

Mit den Effizienzgewinnen durch das Fusaka-Upgrade, neuen Höchstständen bei Transaktionen und aktiven Adressen, der ersten Staking-Dividende eines US‑Spot-ETFs und wieder positiven ETF-Zuflüssen legt Ethereum derzeit wichtige Grundlagen. Wie stark sich diese Faktoren in den kommenden Monaten im Kurs widerspiegeln, dürfte vor allem von der Stabilität der technischen Entwicklungen und der weiteren Risikobereitschaft institutioneller Investoren abhängen.

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