Ethereum steckt zum Jahresbeginn 2026 in einer spannenden Zwischenphase: Der Kurs liegt deutlich unter früheren Höchstständen, gleichzeitig laufen Netzwerkaktivität, Tokenisierung und institutionelles Interesse auf Hochtouren. Während andere Coins stark von Stimmungen getrieben sind, zeigt sich bei ETH ein Bild, das eher nach solider Infrastruktur als nach kurzfristiger Spekulation aussieht. Wie passt das zusammen?

Kursschwäche trotz hoher Aktivität

Am Markt wirkt Ethereum derzeit eher gebremst. Der Preis notiert mit rund 2.940 US‑Dollar zwar leicht im Plus gegenüber dem Vortag, liegt aber rund 37 % unter dem 52‑Wochen‑Hoch und damit klar unter den Spitzenwerten der Vergangenheit. Seit Jahresbeginn steht ein moderates Minus zu Buche.

Parallel dazu bleibt die Rolle im Kryptomarkt groß: Als zweitgrößte Kryptowährung nach Marktkapitalisierung ist Ethereum weiterhin die führende Smart-Contract-Plattform. Der Kursverlauf signalisiert allerdings, dass Anleger trotz starker Fundamentaldaten vorsichtig sind und den Abstand zu den Rekordniveaus bislang nicht schließen.

Rekordwerte im Netzwerk

Deutlich dynamischer als der Kurs entwickelt sich die Nutzung des Netzwerks. Mitte Januar markierte Ethereum ein Allzeithoch bei den täglichen Transaktionen: 2,885 Millionen Vorgänge an einem Tag – mehr als doppelt so viel wie der Durchschnitt von rund 1,2 Millionen im Jahr 2025.

Mehrere On-Chain-Kennzahlen unterstreichen die breite Nutzung:

  • Tägliche aktive Adressen: Dreijahreshoch mit 1,03 Millionen am 16. Januar 2026
  • Neue Wallets: 450.000 neue Adressen am 11. Januar 2026
  • Stablecoins: 35–40 % aller Transaktionen entfallen auf Stablecoin-Transfers
  • Staking: 36 Millionen ETH sind gestakt, etwa 30 % des gesamten Angebots
  • Gebühren: Nach dem „Fusaka“-Upgrade sind Transaktionskosten pro Swap auf bis zu 0,04 US‑Dollar gefallen

Bemerkenswert: Die Warteschlange für das Verlassen des Stakings ist auf null gefallen. Das deutet darauf hin, dass Validatoren ihre Positionen überwiegend halten und dem Netzwerk langfristig vertrauen – ein klarer Kontrast zu einem Umfeld, in dem viele kurzfristig reagieren würden.

BlackRock setzt auf Tokenisierung

Einen wichtigen Schub bekommt Ethereum von institutioneller Seite. In seinem Ausblick für 2026 bezeichnet BlackRock die Blockchain als zentrale Infrastruktur für die Tokenisierung realer Vermögenswerte (Real World Assets, RWA). Laut dem Bericht laufen etwa 65–66 % aller tokenisierten Assets über Ethereum – deutlich vor BNB Chain (10 %), Solana (5 %) und Arbitrum (4 %).

Jay Jacobs, US‑Chef für Aktien-ETFs bei BlackRock, stellt Ethereum im Kontext der nächsten Tokenisierungsphase als möglichen Hauptprofiteur dar. Für ein Haus dieser Größe ist das ein klares Signal, dass Ethereum nicht nur als Kryptowährung, sondern als Basisinfrastruktur gesehen wird.

Wachstum beim BUIDL-Fonds

Konkreter wird es beim tokenisierten Treasury-Fonds „BUIDL“ von BlackRock. Dieser Fonds verwaltet Anfang 2026 fast 2 Milliarden US‑Dollar und hat seit seinem Start 2024 rund 150 Millionen US‑Dollar an Dividenden ausgeschüttet. Er läuft auf mehreren Netzwerken, darunter Ethereum und BNB Chain, und zeigt, dass tokenisierte Staatsanleihen bereits im großen Maßstab eingesetzt werden.

ETFs und Derivatemarkt

Zuflüsse in Spot-ETH-ETFs

Auch über regulierte Produkte fließt Kapital in Ethereum. In der Woche bis zum 16. Januar 2026 verzeichneten Spot-ETH-ETFs die höchsten Zuflüsse seit Oktober 2025:

  • Wöchentliche Nettozuflüsse: 479 Millionen US‑Dollar
  • BlackRocks ETHA: 219 Millionen US‑Dollar der Zuflüsse, verwaltetes Volumen 10,7 Milliarden US‑Dollar
  • Year-to-Date-Zuflüsse: rund 585 Millionen US‑Dollar

Zum Wochenstart danach kehrte allerdings ein gemischtes Bild ein: Am 20. Januar kam es zu Abflüssen von 239 Millionen US‑Dollar, davon 101 Millionen allein aus BlackRocks ETHA. Das verdeutlicht, dass institutionelle Investoren aktiv taktieren, auch wenn der übergeordnete Trend zu strukturellen Zuflüssen zeigt.

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Nasdaq will Optionsgrenzen lockern

Ein weiteres Puzzleteil ist der Derivatemarkt. Am 21. Januar 2026 hat die Nasdaq bei der US-Börsenaufsicht SEC einen Antrag eingereicht, die Positions- und Ausübungsgrenzen von 25.000 Kontrakten für Optionen auf Bitcoin- und Ethereum-ETFs aufzuheben.

Betroffen wären unter anderem:

  • BlackRocks iShares Bitcoin Trust (IBIT)
  • BlackRocks iShares Ethereum Trust (ETHA)
  • Sowie ETF-Produkte von Grayscale, Bitwise, Fidelity, ARK21Shares und VanEck

Gelingt diese Änderung, könnten größere institutionelle Akteure deutlich flexibler mit Absicherungen und Strategien auf ETF-Basis arbeiten. Das würde Ethereum noch stärker in etablierte Marktstrukturen einbinden.

Technische Roadmap: Mehr Sicherheit und Skalierbarkeit

Vitalik Buterins DVT-Vorschlag

Auf Protokollebene bleibt Ethereum ebenfalls in Bewegung. Am 21. Januar 2026 hat Mitgründer Vitalik Buterin einen vereinfachten Ansatz für „Distributed Validator Technology“ (DVT) vorgeschlagen. Die Idee:

  • Validatoren mit ausreichend ETH können bis zu 16 separate Schlüssel registrieren
  • Diese Schlüssel bilden mehrere „virtuelle Identitäten“, die als eine Einheit agieren

Dadurch soll die Sicherheit erhöht und die Dezentralisierung gestärkt werden, da die Validierung nicht an einen einzelnen Punkt gebunden ist. Zudem könnte das Risiko von Ausfällen oder Angriffen auf einzelne Validatoren sinken.

Zwei große Upgrades 2026

Für 2026 sind zwei größere Protokoll-Upgrades geplant:

  • „Glamsterdam“ (1. Halbjahr 2026): Fokus auf effizientere Ausführung von Transaktionen und die Trennung von Block-Erzeugung und -Bündelung (Proposer-Builder Separation)
  • „Hegota“ (2. Halbjahr 2026): Themen sind das Wachstum des Blockchain-Zustands, die langfristige Tragfähigkeit von Nodes und der Schutz vor Zensur, einschließlich Fortschritten bei der Implementierung von Verkle Trees

Beide Upgrades zielen darauf ab, das Netzwerk technisch robuster und skalierbarer zu machen – zentrale Voraussetzungen, wenn Ethereum seine Rolle im Finanzsystem ausbauen will.

Große Adressen bleiben aktiv

Auf der Blockchain selbst zeigt sich weiteres institutionelles Interesse. Wallets, die mit BlackRock in Verbindung gebracht werden, haben laut Medienberichten über 430 Millionen US‑Dollar in Bitcoin und Ethereum zu Coinbase Prime transferiert. Bereits Anfang Januar hatte BlackRock innerhalb von drei Tagen 46.851 ETH im Wert von rund 149 Millionen US‑Dollar akkumuliert.

Auch Krypto-Treasury-Spezialisten bauen Positionen aus. Bitmine, geführt von Krypto-Befürworter Tom Lee, meldete am 21. Januar einen zusätzlichen ETH-Kauf über 100 Millionen US‑Dollar und erhöht damit eine bestehende Position von 13 Milliarden US‑Dollar. Solche Schritte unterstreichen, dass Ethereum zunehmend als strategischer Bestandteil von Unternehmens- und Fondsbilanzen genutzt wird.

Fazit: Solide Basis, gedämpfte Bewertung

Unterm Strich geht Ethereum mit einer auffällig stabilen Fundamentallage in das späte Januarumfeld 2026: Rekord-Transaktionszahlen, deutlich gesunkene Gebühren nach dem Fusaka-Upgrade, hohe Staking-Quoten und eine führende Position bei der Tokenisierung sprechen für eine wachsende praktische Nutzung des Netzwerks.

Parallel sorgen Spot-ETFs, Treasury-Fonds wie BUIDL, größere On-Chain-Transaktionen institutioneller Adressen und mögliche Derivateerweiterungen an der Nasdaq für eine zunehmend tiefere Verankerung im traditionellen Finanzsystem. Mit den anstehenden Upgrades „Glamsterdam“ und „Hegota“ rückt zudem die technische Weiterentwicklung in den Fokus, um Skalierung, Sicherheit und Zensurresistenz weiter auszubauen. Damit steht Ethereum aktuell in einem Spannungsfeld: Der Kurs spiegelt die volle Stärke dieser Entwicklungen noch nicht wider, die Struktur dahinter wird jedoch Schritt für Schritt ausgebaut.

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