Ethereum startet mit Rückenwind ins neue Jahr. Nach einer längeren Phase der Konsolidierung kehrt das Netzwerk mit Rekordwerten bei der Nutzung, frischer Nachfrage von Großinvestoren und Rückenwind von der Regulierung zurück. Im Zentrum steht dabei weniger der Kurs selbst, sondern die Frage: Wie stark tragen die aktuellen On-Chain- und Staking-Trends einen möglichen Aufwärtstrend?

Wichtige Marken und Marktumfeld

Zum Wochenende notiert Ethereum knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 3.000 US‑Dollar und damit nur leicht über seinem 50‑Tage-Durchschnitt. Nach mehreren Anläufen hat sich dieser Bereich zuletzt als hartnäckiger Widerstand erwiesen; der aktuelle Anstieg signalisiert, dass diese Hürde vorerst zurückerobert ist.

Im größeren Bild liegt ETH jedoch noch deutlich unter seinem 52‑Wochen-Hoch – der Abstand beträgt aktuell rund 36 %. Gleichzeitig ist der Abstand zum 52‑Wochen-Tief mit gut 8 % überschaubar. Der RSI von 42 deutet eher auf ein neutrales bis leicht abgekühltes Momentum hin, nicht auf eine überhitzte Rally. Vor diesem Hintergrund wirkt die Erholung eher konstruktiv als spekulativ überzogen.

On-Chain-Daten: Nutzung auf Rekordniveau

Die eigentliche Dynamik spielt sich auf der Kette ab. Mehrere Kennzahlen deuten darauf hin, dass das Ethereum-Netzwerk so intensiv genutzt wird wie selten zuvor:

  • Transaktionsvolumen: Das tägliche Transaktionsvolumen hat ein neues Allzeithoch erreicht. Der Sieben-Tage-Durchschnitt liegt bei rund 1,87 Millionen Transaktionen und übertrifft damit die Spitzenwerte aus dem DeFi-Boom 2021. Haupttreiber sind aus Marktsicht die gereiften Layer‑2‑Lösungen, die durch niedrigere Kosten deutlich mehr Aktivität ermöglichen.
  • Aktive Adressen: Die Zahl der täglich aktiven Adressen liegt bei etwa 729.000 – der höchste Wert seit Mai 2021. Das spricht dafür, dass nicht nur Institutionen, sondern auch die Breite der Nutzerbasis wieder stärker auf Ethereum setzt.
  • Staking-Entwicklung: Erstmals seit einem halben Jahr ist die Warteschlange für neue Staker wieder länger als die für Abhebungen. Anleger binden verstärkt ETH im Netzwerk, um Rendite zu erzielen und die Kette zu sichern. Dadurch sinkt das frei verfügbare Angebot am Markt, was aus Angebots-Sicht tendenziell preisstabilisierend wirkt.

Diese Kombination aus Rekordnutzung und zunehmender Verknappung durch Staking wird von Marktbeobachtern als struktureller Rückenwind interpretiert, der über kurzfristige Kursschwankungen hinausreicht.

Ökosystem und Upgrades: Von „Fusaka“ zu „Glamsterdam“

Auf technischer Ebene arbeitet die Entwicklergemeinschaft am nächsten großen Schritt. Nach dem „Fusaka“-Upgrade Ende 2025, das die Kostenstruktur insbesondere für Layer‑2‑Transaktionen verbessert hat, rückt nun „Glamsterdam“ in den Fokus. Das Upgrade, das für später im Jahr 2026 vorgesehen ist, soll Datenverfügbarkeit und Effizienz für Rollups weiter erhöhen und Ethereum als Abwicklungsebene für unterschiedlichste Anwendungen stärken.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Ethereum?

Parallel dazu wächst die institutionelle Nutzung. Spot‑ETFs auf Ethereum haben nach Angaben des Markts bereits Milliarden an verwalteten Vermögen eingesammelt. Zudem prüfen große Vermögensverwalter Pilotprojekte zur Tokenisierung realer Vermögenswerte direkt auf der Hauptkette. In Kombination mit der derzeit relativ stabilen Kursentwicklung sehen viele dieser Akteure darin einen geeigneten Zeitpunkt, um Infrastrukturprojekte auf längere Sicht aufzusetzen.

Regulierung: Mehr Klarheit durch den CLARITY Act

Auf der regulatorischen Seite hat sich vor allem in den USA der Ton etwas aufgehellt. Mit der geplanten Weiterentwicklung des „CLARITY Act“ rückt ein Rechtsrahmen näher, der digitale Vermögenswerte klarer klassifiziert. Solche Leitplanken werden von traditionellen Finanzinstituten als Voraussetzung gesehen, um ihr Engagement in Krypto-Assets auszubauen.

Das in den vergangenen Jahren häufig eingepreiste „Regulierungsrisiko“ fällt damit etwas geringer aus. Marktteilnehmer berichten, dass diese Entwicklung die Hemmschwelle für zusätzliche ETH-Exponierung bei klassischen Finanzadressen spürbar senkt.

Stimmungslage: Skepsis trotz Anstieg

Auffällig ist, dass die Marktstimmung trotz der Erholung verhalten bleibt. Der Crypto Fear & Greed Index signalisiert mit einem Wert von 37,1 weiterhin „Angst“. Von breiter Euphorie ist also keine Spur. Vielmehr deuten die Daten darauf hin, dass vor allem größere Adressen und professionelle Marktteilnehmer den Markt tragen, während Privatanleger noch zögern.

Konträre Marktstrategien sehen eine solche Konstellation oft positiv: Historisch entstehen Hochphasen selten in einem Umfeld ausgeprägter Skepsis. Der bestehende „Widerstand im Kopf“ vieler Anleger lässt nach dieser Lesart weiteren Spielraum nach oben, falls die fundamentale Entwicklung anhält und die Zurückhaltung der Breite langsam nachlässt.

Fazit: Solide Basis für ein bewegtes erstes Quartal

Zum Jahresauftakt steht Ethereum auf einer vergleichsweise robusten Grundlage: Die Marke von 3.000 US‑Dollar ist zurückerobert, die Netzwerkaktivität erreicht Rekordwerte, und über das Staking wird Angebot dauerhaft gebunden. Hinzu kommen eine gut gefüllte Pipeline an Protokoll-Upgrades und eine wachsende Rolle institutioneller Produkte wie Spot‑ETFs.

Für das erste Quartal 2026 bedeutet das: Der Markt verfügt sowohl über fundamentale Impulse als auch über ausreichend Unsicherheit in der Stimmung, um größere Bewegungen zu ermöglichen. Sollte der Mix aus hoher Netzwerkauslastung, weiterem Staking-Zuwachs und zunehmender regulatorischer Klarheit anhalten, hat Ethereum eine nachvollziehbare Grundlage, um in den kommenden Monaten frühere Widerstandszonen erneut zu testen.

Ethereum: Kaufen oder verkaufen?! Neue Ethereum-Analyse vom 04. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Ethereum-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Ethereum-Investoren. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 04. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Ethereum: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...