Ethereum: Komplexe Lage
Ethereum startet verhalten ins neue Jahr. Nach einer spürbaren Korrektur trifft der Kurs nun auf einen dichten Block aus Widerständen, während im Hintergrund große Investoren zukaufen. Gleichzeitig explodieren die Aktivitätszahlen im Netzwerk – ein großer Teil davon ist jedoch künstlich aufgebläht. Wie ist dieses Gemisch aus technischem Gegenwind, Whale-Käufen und Spam-Traffic einzuordnen?
Wichtige Marken im Chart
Seit dem Jahreshoch hat Ethereum rund 15,6 % nachgegeben und in der vergangenen Woche nochmals etwa 10–11 % verloren. Der Markt tastet sich damit an eine Zone heran, die für Trader entscheidend ist.
- Aktueller Kurs: 2.948,28 US‑Dollar
- Abstand zum 52‑Wochen-Hoch: rund –37 %
Um 2.860 US‑Dollar hat sich eine klare Unterstützungszone herausgebildet, an der bereits spürbares Kaufinteresse aufkam. Auf der Oberseite bremst der Bereich um 3.000 US‑Dollar: Er gilt sowohl als psychologische Marke als auch als technischer Widerstand. Analysten sehen einen Schlusskurs deutlich über 3.010 US‑Dollar als mögliches Signal für eine kurzfristige Trendwende nach oben. Rutscht der Kurs dagegen unter 2.860 US‑Dollar, rückt die Spanne zwischen 2.800 und 2.850 US‑Dollar als nächster potenzieller Zielbereich in den Fokus.
Whale-Käufe und verzerrte On-Chain-Daten
Unter der Oberfläche zeigt sich ein deutlich differenzierteres Bild als der reine Kursverlauf vermuten lässt. Nach dem Rücksetzer haben sogenannte Whales – also große ETH-Inhaber – ihre Positionen merklich ausgebaut. Innerhalb von 24 Stunden kauften sie rund 350.000 ETH im Wert von über 1 Milliarde US‑Dollar, vor allem im Bereich der Unterstützung um 2.860 US‑Dollar. Marktbeobachter werten dies als Hinweis, dass große Adressen die Korrektur eher als Einstiegschance denn als Ausstiegspunkt genutzt haben.
Parallel dazu schnellen die On-Chain-Aktivitätskennzahlen in die Höhe. Teilweise lag die Zahl der täglich aktiven Adressen sogar über dem Niveau mancher Layer-2-Lösungen. Auf den ersten Blick wirkt das wie ein Zeichen kräftig wachsender Netzwerknutzung – doch hier lohnt ein genauer Blick.
Blockchain-Sicherheitsexperten machen darauf aufmerksam, dass ein erheblicher Teil dieser Aktivität auf sogenannte „Address Poisoning“- und „Dust“-Angriffe zurückgeht. Dabei senden Angreifer winzige ETH-Beträge an eine große Zahl von Wallets, um die Transaktionshistorie zu „vermüllen“ und Spam zu erzeugen. Eine Analyse für den Zeitraum von Mitte Dezember 2025 bis Januar 2026 zeigt die Dimension: Von 5,78 Millionen neuen Adressen erhielten 3,86 Millionen – also rund 67 % – zunächst nur einen solchen „Dust“-Betrag. Dadurch werden Kennzahlen wie täglich aktive Adressen und Transaktionszahl nach oben verzerrt, ohne dass dahinter zwingend organisches Wachstum oder reale Nutzung steht.
Für die Interpretation der On-Chain-Daten bedeutet das: Reine Aktivitätsstatistiken sind derzeit nur bedingt aussagekräftig und sollten um qualitative Einschätzungen ergänzt werden.
Regulierung und Ausblick
Auf der Regulierungsebene richtet sich der Blick vieler Marktteilnehmer auf den CLARITY Act in den USA. Die geplante Anhörung im Bankenausschuss des Senats, ursprünglich für den 15. Januar vorgesehen, wurde verschoben, um weiter zu verhandeln. Nun wird erwartet, dass der Agrarausschuss des Senats den Gesetzentwurf bis spätestens 27. Januar behandelt.
Sollte der CLARITY Act verabschiedet werden, könnte er einen klareren regulatorischen Rahmen für digitale Vermögenswerte in den USA schaffen. Das würde die Einbindung von Ethereum und anderen Krypto-Assets in das traditionelle Finanzsystem erleichtern und mittel- bis langfristig Vertrauen fördern.
Kurzfristig bleibt das Bild jedoch gemischt:
- Technisch muss Ethereum den Widerstandsbereich zwischen etwa 2.950 und 3.000 US‑Dollar überwinden, um wieder einen freundlicheren Trend zu etablieren.
- Fundamental stützen die jüngsten Whale-Käufe eher eine positive langfristige Sicht.
- Gleichzeitig erschwert der hohe Anteil von Spam-Aktivität im Netzwerk die saubere Bewertung des tatsächlichen Nutzungswachstums.
Unterm Strich steht Ethereum damit aktuell in einer Konsolidierungsphase mit hoher Liquidität und anhaltendem Interesse, aber ohne klaren kurzfristigen Trend. Wesentliche Impulse könnten in den nächsten Tagen sowohl aus Washington durch die weitere Entwicklung beim CLARITY Act als auch aus dem Zusammenspiel von Unterstützungszone um 2.860 US‑Dollar und Widerstand bei rund 3.000 US‑Dollar kommen.
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