Ethereum startet in die erste Handelswoche 2026 mit einem Spannungsfeld: Der Kurs erholt sich moderat, während die Blockchain im Hintergrund Rekorde bei Nutzung und Transaktionsvolumen meldet. Während Großbanken wie Bank of America ihren Fokus zunächst klar auf Bitcoin-ETFs legen, wächst bei Ethereum vor allem die Rolle als Abwicklungs- und Infrastruktur-Layer. Die Frage lautet: Wie lange kann sich diese Diskrepanz zwischen Marktaufmerksamkeit und Fundamentaldaten halten?

Kursbild und Marktstrukturen

Heute notiert Ethereum bei rund 3.180 US‑Dollar und liegt damit gut 5 % über seinem 50‑Tage-Durchschnitt. Auf Wochensicht steht ein Plus von knapp 8 % zu Buche, seit Jahresbeginn rund 6 %. Zugleich bleibt der Abstand zum 52‑Wochen-Hoch mit gut 32 % deutlich – die Erholung ist also noch ein Stück von den Spitzenwerten entfernt.

Charttechnisch war zuletzt ein Ausbruch aus einer Konsolidierungsphase zu erkennen. Analysten sprechen von einem symmetrischen Dreieck, das häufig einem stärkeren Volatilitätsschub vorausgeht. Ausgehend von dieser Formation werden Bewegungen von bis zu 30 % in beide Richtungen für möglich gehalten – mit Zielzonen um 4.100 US‑Dollar auf der Oberseite beziehungsweise im Bereich von gut 2.200 US‑Dollar auf der Unterseite. Entscheidend ist dabei vor allem die Stabilität der aktuellen Unterstützungszone, die zuletzt zurückerobert wurde.

Auf der Kapitalfluss-Seite bestätigt sich eine Stimmungswende: Nach fünf Monaten mit Abflüssen verzeichnete Ethereum im Dezember 2025 auf Binance wieder Nettozuflüsse von 960 Millionen US‑Dollar. Über das Gesamtjahr 2025 summierten sich die Zuflüsse in Ethereum-ETPs auf 12,7 Milliarden US‑Dollar – ein Anstieg um 138 % im Jahresvergleich. Dennoch muss sich ETH im Wettbewerb um Kapital weiter gegen dynamisch wachsende Altcoins behaupten.

Netzwerkdaten auf Rekordniveau

Parallel zur nur moderaten Kursentwicklung liefert die Blockchain deutlich robustere Signale. Im vierten Quartal 2025 wurden auf Ethereum Stablecoins im Wert von 8 Billionen US‑Dollar transferiert – fast doppelt so viel wie im zweiten Quartal desselben Jahres. Das unterstreicht die Rolle des Netzwerks als zentrale Abwicklungsebene im Krypto-Ökosystem.

Einige Kennzahlen für den Zeitraum bis Ende Dezember 2025:

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  • Tägliche Transaktionen: Rekordstand bei 2,23 Millionen, plus 48 % gegenüber dem Vorjahr
  • Aktive Nutzer: 10,4 Millionen monatlich aktive Adressen im Dezember
  • Stablecoins: Ausgabevolumen auf Ethereum steigt 2025 um 43 % auf 181 Milliarden US‑Dollar, Marktanteil bei 57 %
  • Tokenisierte Real-World Assets (RWA): Rund 19 Milliarden US‑Dollar Volumen, Marktanteil von 65 %

Diese Daten stützen die Sichtweise, dass der Wert von Ethereum zunehmend über tatsächliche Nutzung, Settlement-Volumen und DeFi-/RWA-Aktivität definiert wird – weniger über reine Spekulation.

Fusaka-Upgrade: Fortschritt bei Skalierung

Ein zentraler Treiber der positiven Fundamentaldaten ist das Fusaka-Upgrade, das am 3. Dezember 2025 live gegangen ist. Vitalik Buterin spricht in einer aktuellen Stellungnahme davon, dass Ethereum das klassische „Blockchain-Trilemma“ aus Sicherheit, Dezentralisierung und Skalierbarkeit im Kern gelöst habe.

Technisch basiert der Fortschritt vor allem auf PeerDAS (Peer Data Availability Sampling) und Zero-Knowledge-EVMs (zkEVMs). Die aktualisierten Berichte nennen eindrucksvolle Verbesserungen:

  • zkEVM-Proof-Erstellung: von 16 Minuten auf 16 Sekunden reduziert
  • Kosten: Transaktionskosten für diese Proofs um den Faktor 45 gesenkt
  • Roadmap: Fokus 2026 auf 128‑Bit‑Sicherheitsnachweisen bis Dezember; vollständiger zkEVM-Node-Rollout soll sich bis 2027 erstrecken

Damit verbessert Ethereum insbesondere die Skalierbarkeit für Layer‑2‑Lösungen, ohne Abstriche bei Sicherheit und Dezentralisierung in Kauf zu nehmen. Das schafft Spielraum für weiteres Wachstum im DeFi‑, RWA‑ und Zahlungsbereich.

Adoption im Zahlungsverkehr und institutioneller Fokus

Im Zahlungssektor gewinnt Ethereum ebenfalls an Gewicht. Visa meldet für 2025 einen Anstieg der Ausgaben mit Krypto-Karten um 525 %, von 14,6 Millionen US‑Dollar im Januar auf 91,3 Millionen US‑Dollar im Dezember. Die EtherFi-Karte sticht dabei hervor und steuert mit 55,4 Millionen US‑Dollar den größten Anteil bei. Das deutet auf eine zunehmende Bereitschaft hin, auf Ethereum generierte Erträge und Stablecoin-Salden tatsächlich im Alltag zu nutzen.

Auf der institutionellen Seite ergibt sich jedoch ein gemischtes Bild. Bank of America erlaubt seit heute ihren mehr als 15.000 Beratern, Krypto-Allokationen von 1–4 % zu empfehlen – allerdings ausschließlich über Spot-Bitcoin-ETFs wie IBIT und FBTC. Ethereum-Produkte sind von diesem Mandat vorerst ausgenommen. Das verschiebt den unmittelbaren Beratungsfokus der Großbank klar in Richtung Bitcoin, obwohl Ethereum bei Nutzung, Settlement-Volumen und technischer Weiterentwicklung eigene Akzente setzt.

Fazit: Fundament stärker als der Kurs

Unterm Strich präsentiert sich Ethereum zum Jahresauftakt 2026 mit soliden bis starken Fundamentaldaten, während der Kurs noch deutlich unter dem jüngsten Hoch notiert. Rekordwerte bei Transaktionen, Stablecoin-Volumen und RWA-Tokenisierung sowie die Effekte des Fusaka-Upgrades sprechen für eine wachsende Rolle als Basisschicht des Krypto-Finanzsystems. Kurzfristig bleibt der Blick auf die aktuelle Unterstützungszone und die weitere Umsetzung der Skalierungsroadmap entscheidend, mittel- bis langfristig dürften vor allem Nutzung und technischer Fortschritt die Entwicklung prägen.

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