Esprinet hat die Zahlen für das Geschäftsjahr 2025 vorgelegt und dabei ein zweigeteiltes Bild gezeichnet. Während der Umsatz leicht zulegen konnte, blieb das Nettoergebnis hinter den Markterwartungen zurück. Zudem steht das Unternehmen vor einem bedeutenden Führungswechsel: Nach 25 Jahren an der Spitze wird CEO Alessandro Cattani im April seinen Posten räumen.

Steuerlast und Schulden bremsen

Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um 4 % auf rund 4,29 Milliarden Euro. Dennoch lastete ein enttäuschender Nettogewinn von 20,2 Millionen Euro auf der Stimmung. Ein wesentlicher Grund dafür war die unerwartet hohe Steuerquote von 36 %, die deutlich über der ursprünglichen Schätzung von 26 % lag. Neue globale Mindeststeuerregeln (Pillar Two) und die geografische Verteilung der Erträge trieben die Abgaben nach oben.

Zusätzlich belasteten höhere Abschreibungen für das neue Logistikzentrum in Tortona sowie gestiegene Finanzierungskosten das Ergebnis. Besonders kritisch sahen Marktteilnehmer die Nettofinanzposition: Statt des erhofften Cash-Bestands wies Esprinet zum Jahresende eine Nettoverschuldung von 43,8 Millionen Euro aus.

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Wachstumsmärkte im Fokus

Trotz der finanziellen Dämpfer zeigten operative Bereiche eine positive Dynamik. Während das Geschäft auf dem italienischen Heimatmarkt stagnierte, verzeichnete Esprinet in internationalen Märkten deutliche Zuwächse:

  • Spanien: +10 %
  • Portugal: +47 %
  • Marokko: +22 %

Die spezialisierten Geschäftsbereiche V-Valley und Zeliatech wuchsen zudem um 11 % bzw. 18 %. Die Bruttomarge lag im Gesamtjahr bei 5,53 %.

Zeitenwende im Management

Der angekündigte Rückzug von Alessandro Cattani markiert das Ende einer Ära. Unter seiner Führung entwickelte sich Esprinet über zweieinhalb Jahrzehnte hinweg zu einem bedeutenden Akteur. Sein Nachfolger Giovanni Testa übernimmt das Ruder in einer Phase, in der das Unternehmen die Schuldenlast reduzieren und die neue Steuerumgebung navigieren muss. Cattani bleibt dem Unternehmen jedoch als Großaktionär langfristig verbunden.

Das Unternehmen schlägt trotz der verfehlten Gewinnziele eine Dividende von 0,35 Euro pro Aktie vor. Die offizielle Stabübergabe an Giovanni Testa im April markiert nun den Startpunkt für die Neuausrichtung der Finanzstrategie unter den veränderten steuerlichen Rahmenbedingungen.

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