Eli Lilly Aktie: Verstärkte Anspannung?
Die Aktie von Eli Lilly gerät unter Druck. Grund sind eine Verzögerung bei einem wichtigen Abnehmpräparat und neue rechtliche Risiken im US-Markt. Gleichzeitig zeigt das bestehende Geschäft im Bereich Gewichtsreduktion weiter starke Zahlen – die Bewertung bleibt jedoch anspruchsvoll.
FDA verschiebt Entscheidung zu Orforglipron
Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Zeitplan für die Entscheidung über das orale Abnehmmedikament Orforglipron verschoben. Laut internen Unterlagen, auf die sich Reuters beruft, wurde der Zieltermin auf den 10. April 2026 gelegt. Zuvor war eine Entscheidung für Ende März erwartet worden.
Dabei hatte Eli Lilly für Orforglipron einen sogenannten „Commissioner's National Priority Voucher“ erhalten, der die Prüfzeit eigentlich auf ein bis zwei Monate verkürzen sollte. Auf Basis der aktuellen FDA-Guidance rechnet das Unternehmen nun mit einer möglichen Zulassung im zweiten Quartal 2026.
Die Verzögerung stärkt die Position des Rivalen Novo Nordisk. Dessen orale Wegovy-Tablette ist bereits seit Anfang des Monats auf dem Markt. Hinzu kommt: Ab April soll Medicare in den USA breiteren Zugang zu Adipositas-Medikamenten ermöglichen – der Startzeitpunkt wird damit noch wichtiger.
Wesentliche Folgen der Verzögerung:
- Novo Nordisk baut als Erster die Marktposition bei oralen Adipositas-Mitteln aus
- Der Beginn der breiteren Kostenerstattung durch Medicare fällt in die Phase ohne Orforglipron-Zulassung
- Goldman Sachs erwartet für orale GLP‑1-Präparate bis 2030 rund 22 Milliarden US‑Dollar Umsatzvolumen
- Orforglipron gilt als anwenderfreundlich, da keine speziellen Diätvorgaben nötig sind
Kartellklage erhöht Rechtsrisiken
Zusätzliche Unsicherheit bringt eine neue Kartellklage in den USA. Die Compounding-Apotheke Strive Specialties hat am 14. Januar 2026 beim Bundesgericht im Western District of Texas Klage gegen Eli Lilly und Novo Nordisk eingereicht.
Vorwürfe der Klägerseite
Strive wirft den Konzernen vor, durch exklusive Vereinbarungen mit großen Telemedizin-Anbietern den Zugang zu individuell hergestellten GLP‑1-Präparaten eingeschränkt zu haben. Ärzte auf diesen Plattformen hätten demnach keine entsprechenden Rezepturen mehr verschreiben können.
Zudem soll Eli Lilly zusammengesetzte Arzneien als unsicher dargestellt und die Geschäftsbeziehungen von Strive zu Zahlungsdienstleistern und Technologiepartnern beeinträchtigt haben.
Beide Unternehmen weisen die Vorwürfe entschieden zurück. Eli Lilly bezeichnet die Klage als „in den Tatsachen wie im Recht falsch“ und als Versuch, von eigenem Verhalten abzulenken. Novo Nordisk spricht von unbegründeten Anschuldigungen und kündigt an, sich vor Gericht energisch zu verteidigen.
Starke GLP‑1-Franchise bleibt intakt
Trotz regulatorischem Druck und Rechtsstreit bleibt das bestehende Portfolio zur Gewichtsreduktion ein zentraler Ertragsbringer. Die Tirzepatid-Produkte Mounjaro (Diabetes) und Zepbound (Adipositas) erzielten im jüngsten Quartal zusammen mehr als 10 Milliarden US‑Dollar Umsatz.
Klinische Daten stützen die Pipeline:
- In der TOGETHER‑PsA‑Studie zeigte Zepbound in Kombination mit Taltz eine überlegene Wirksamkeit bei psoriatischer Arthritis bei adipösen Patienten
- Orforglipron konnte Patienten helfen, nach Umstellung von injizierbaren Therapien das erreichte Gewicht zu halten
- Zudem meldete Eli Lilly ein KI-Co-Innovationslabor mit NVIDIA im Umfang von 1 Milliarde US‑Dollar, um die Arzneimittelentwicklung neu aufzusetzen
Weitere strategische Schritte und Bewertung
Am 7. Januar 2026 kündigte Eli Lilly die Übernahme von Ventyx Biosciences an. Ziel ist es, das Angebot oraler Therapien für entzündungsbedingte Erkrankungen auszubauen und die bestehende Immunologie-Expertise mit einer erweiterten Small-Molecule-Pipeline zu verbinden.
An der Börse wird das Unternehmen derzeit mit über 1 Billion US‑Dollar bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei rund 52, die Eigenkapitalrendite mit 96,82 % deutlich über Branchenniveau. Am 4. Februar 2026 legt Eli Lilly die nächsten Quartalszahlen vor – dann wird sich zeigen, wie stark die kommerzielle Dynamik im GLP‑1-Geschäft trotz regulatorischer Verzögerungen und Rechtsstreit fortbesteht.
Eli Lilly-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Eli Lilly-Analyse vom 19. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Eli Lilly-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Eli Lilly-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 19. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Eli Lilly: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








