Eli Lilly Aktie: Kontinuierlicher Mehrwert
Eli Lilly steht zum Jahresauftakt erneut im Zentrum der Pharmawelt. Nach einem kurzfristigen Rückschlag wegen einer FDA‑Verzögerung meldet sich der Konzern mit einem wichtigen Fortschritt in der Onkologie zurück. Gleichzeitig arbeitet das Management daran, Abhängigkeiten vom lukrativen Abnehm‑Geschäft zu reduzieren und Produktionsengpässe hinter sich zu lassen. Wie stabil ist dieses Wachstumsbild nach den jüngsten Nachrichten?
FDA-Signal für neuen Krebswirkstoff
Den wichtigsten Impuls liefert die US‑Arzneimittelbehörde FDA mit der Einstufung des Wirkstoffs sofetabart mipitecan als „Breakthrough Therapy“. Der Kandidat richtet sich gegen schwer zu behandelnde, platin‑resistente Formen von Eierstock‑, Eileiter- und primärem Bauchfellkrebs.
Diese Einstufung ist mehr als ein Etikett: Sie signalisiert regulatorisches Vertrauen in frühe Studiendaten und ermöglicht beschleunigte Prozesse auf dem Weg zur möglichen Zulassung. Für Eli Lilly ist das ein bedeutender Baustein, um das Onkologie‑Portfolio zu stärken und den Wert der Pipeline jenseits der bekannten Stoffgruppe GLP‑1 hervorzuheben.
Der positive Bescheid kommt zudem zu einem Zeitpunkt, an dem die Aktie zuletzt unter Druck geraten war. Hintergrund war eine Verschiebung der FDA‑Entscheidung zum oralen Abnehmpräparat Orforglipron: Statt wie zunächst erwartet Ende März soll die Entscheidung nun bis zum 10. April 2026 fallen. Die Verzögerung hatte einige Tage zuvor zu einem Kursrückgang von rund 4,5 % geführt.
Kursbild: Korrektur nach starkem Jahr
Nach einem sehr starken Lauf in den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie zuletzt Luft abgelassen. Über die letzten vier Wochen ergibt sich ein Rückgang von gut 15 %, auch auf Wochensicht steht ein zweistelliger Rückgang zu Buche. Vom 52‑Wochen‑Hoch trennt den Titel aktuell ein Abstand im hohen Zehnprozentbereich, während er zugleich deutlich über dem Zwölfmonatstief notiert.
Auffällig ist dabei der technische Indikator RSI (14 Tage), der mit 28,5 Punkten im überverkauften Bereich liegt. Das deutet darauf hin, dass der jüngste Rücksetzer eher kräftig ausgefallen ist, obwohl das fundamentale Wachstumsthema unverändert bleibt.
Zukauf Ventyx: Breitere Basis abseits von GLP‑1
Strategisch setzt Eli Lilly parallel zu den regulatorischen Themen auf Übernahmen, um die Pipeline zu verbreitern. Anfang Januar wurde der Kauf von Ventyx Biosciences bekanntgegeben. Der Deal sieht eine Prämie von 62 % auf den volumengewichteten 30‑Tage‑Durchschnittskurs der Ventyx‑Aktie vor – ein deutliches Zeichen, dass der Konzern die Wirkstoffkandidaten als wertvoll einstuft.
Ventyx bringt mehrere kleine Moleküle gegen entzündungsbedingte Erkrankungen ein. Damit stärkt Eli Lilly gezielt Bereiche außerhalb des dominierenden GLP‑1‑Geschäfts mit Adipositas- und Diabetesmitteln. Marktbeobachter sehen darin eine Antwort auf die Sorge, der Konzern könnte zu stark von einem einzigen Wirkstoff‑Cluster abhängig sein.
Produktionsengpässe bei Mounjaro und Zepbound beendet
Ein weiteres wichtiges Signal kam Mitte Januar von CEO David Ricks auf der J.P. Morgan Healthcare Conference. Demnach wurden die Produktionskapazitäten für Mounjaro und Zepbound – beide basieren auf dem Wirkstoff Tirzepatid – so weit ausgebaut, dass die Lieferengpässe der Jahre 2024 und 2025 nun beendet sein sollen.
Damit kann Eli Lilly die hohe weltweite Nachfrage nach GLP‑1‑Therapien besser bedienen. Für das Wachstum ist das entscheidend: Bisher hatte knappes Angebot immer wieder die tatsächlichen Umsätze begrenzt, obwohl der Bestelleingang hoch war. Gelingt es, die Versorgung nun dauerhaft stabil zu halten, kann der Konzern das Nachfragepotenzial im Abnehm- und Diabetesmarkt deutlich besser ausschöpfen.
Konkurrenzdruck durch Novo Nordisk
Ganz ohne Gegenwind bleibt die Erfolgsstory aber nicht. Anfang Januar brachte der Rivale Novo Nordisk mit der oralen Wegovy‑Pille das erste verschreibungsfähige orale Abnehmpräparat in den USA auf den Markt. Diese Nachricht sorgte kurzfristig für Kursdruck bei Eli Lilly und führte zu einem Rückgang der Aktie um rund 3,6 % an einem Tag.
Analysten sehen den Markt für Gewichtsreduktion dennoch groß genug, um beiden Anbietern langfristig attraktive Perspektiven zu eröffnen. Von einem echten Verdrängungswettbewerb ist derzeit eher nicht die Rede, eher von einer zunehmenden Segmentierung innerhalb eines stark wachsenden Gesamtmarktes.
Bewertungsseitig spiegelt sich der Mix aus Chancen und Risiken bereits wider. Das erwartete Kurs‑Gewinn‑Verhältnis liegt mit etwa 33 in der Nähe des Zehnjahresdurchschnitts. Der Markt preist damit sowohl die ambitionierten Wachstumsziele als auch mögliche Hürden bei Zulassungen und Konkurrenz ein. Auf Basis der aktuellen Schätzungen rechnen Analysten für 2026 mit einem Gewinnanstieg von rund 35 %, vor allem getragen vom GLP‑1‑Geschäft und einer sich füllenden Pipeline.
Blick nach vorn: Mehrere Trigger in den kommenden Monaten
Für die nächsten Monate sind mehrere klar terminierte Ereignisse entscheidend. Bereits am 4. Februar legt Eli Lilly die Zahlen für das vierte Quartal 2025 vor, inklusive Ausblick auf das laufende Jahr. Im zweiten Quartal steht dann die FDA‑Entscheidung zu Orforglipron an, deren Verschiebung zuletzt für Unruhe gesorgt hatte. Zusätzlich könnte die für April 2026 geplante Ausweitung der Medicare‑Part‑D‑Erstattung auf Abnehmpräparate die Nachfrage in den USA strukturell nach oben verschieben. Zusammengenommen ergibt sich damit ein dicht gefüllter Kalender an Katalysatoren, die das Bild der Aktie im Verlauf von 2026 maßgeblich prägen dürften.
Eli Lilly-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Eli Lilly-Analyse vom 23. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Eli Lilly-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Eli Lilly-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 23. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Eli Lilly: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








