Diginex Aktie: Brasilien-Deal prallt ab
Diginex hat gestern ein strategisch wichtiges Joint-Venture-Rahmenabkommen in Brasilien verkündet – doch an der Börse verpuffte der erste Enthusiasmus schnell. Nach einem vorbörslichen Kurssprung von über 30 Prozent drehte die Aktie im regulären Handel deutlich ins Minus. Im Hintergrund wirken ein massiver Abwärtstrend und technischer Verkaufsdruck.
Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- Rahmenvereinbarung mit BGlobal und dem Bundesstaat Mato Grosso in Brasilien
- Geplantes Joint Venture für digitale ESG- und Dekarbonisierungsplattform im Agrarsektor
- Vorbörslicher Kurssprung auf 1,79 USD, Schlusskurs an der Nasdaq bei ca. 1,26 USD (-6,7 %)
- Aktie seit Oktober 2025 rund 95 % unter Allzeithoch
- Aggressive Expansionsstrategie durch Übernahmen und Partnerschaften bei weiterhin klar negativen Ergebnissen
Brasilien-Joint-Venture und Marktpotenzial
Kern der Meldung ist der Einstieg in den brasilianischen Dekarbonisierungsmarkt. Diginex hat eine Rahmenvereinbarung mit BGlobal und dem Bundesstaat Mato Grosso unterzeichnet. Ziel ist der Aufbau einer digitalen Infrastruktur für ESG-Berichterstattung und Dekarbonisierung im Agrarsektor.
Geplant ist ein Joint Venture, das einen „Digital Green Passport“ etablieren soll. Das Pilotprojekt startet im Rindfleischsektor in Mato Grosso, einer für Brasiliens Agrarwirtschaft wichtigen Region.
Diginex unterlegt die Expansion mit Marktzahlen:
- Der brasilianische Dekarbonisierungsmarkt wurde 2024 auf 43,1 Mrd. USD geschätzt
- Bis 2030 soll das Volumen auf 76,8 Mrd. USD steigen (CAGR rund 10,1 %)
- Der Markt für Nachhaltigkeitssoftware in der Region soll sich von 141,4 Mio. USD auf 341,4 Mio. USD mehr als verdoppeln
Die Nachricht löste im vorbörslichen US-Handel einen Kurssprung auf bis zu 1,79 USD aus, ein Plus von 32,59 Prozent. Dieser Impuls hielt jedoch nicht bis zum Handelsschluss.
Kursverlauf: Volatilität trotz positiver Story
An der Nasdaq schloss die Aktie gestern bei rund 1,26 USD und damit etwa 6,7 Prozent im Minus. Auch an deutschen Handelsplätzen wie Tradegate endete der Tag mit Verlusten bei etwa 1,02 Euro.
Trotz der kommunizierten Wachstumsperspektiven überwog der Verkaufsdruck. Marktbeobachter verweisen auf das mögliche Auslaufen einer Lock-up-Vereinbarung am Donnerstag. Dadurch könnte zusätzliches Aktienangebot auf den Markt gekommen sein und den positiven Nachrichtenimpuls abgeschwächt haben. Konkrete Details dazu nennt das Unternehmen in der Meldung nicht.
Charttechnisch bleibt das Bild schwach. Die Aktie notiert weit unter ihren gleitenden Durchschnitten, nach Angaben im Markt rund 80 Prozent unter dem 100-Tage-SMA. Der Relative-Stärke-Index lag vor dem Freitag mit Werten um 18 im Bereich einer stark überverkauften Situation, was die heftige vorbörsliche Gegenbewegung mit erklärt.
Kurzfristig gilt die Zone um 1,00 Euro/USD als psychologisch wichtige Marke, die im aktuellen Umfeld eine Orientierungsgröße für kurzfristig orientierte Marktteilnehmer darstellt.
Expansion trotz tiefem Abwärtstrend
Die jüngste Volatilität fällt in eine Phase deutlicher Kursschwäche. Seit dem Allzeithoch im Oktober 2025 von über 35 Euro hat die Aktie rund 95 Prozent an Wert verloren. Parallel dazu setzt das Unternehmen auf aggressive anorganische Expansion.
Zu den jüngsten Schritten zählen:
- Abschluss der Übernahme von PlanA.earth am 14. Januar 2026 für rund 55 Mio. Euro, teilweise in Aktien bezahlt
- Akquisition von „The Remedy Project“ Anfang Januar
- Nun die Brasilien-Partnerschaft mit BGlobal und dem Bundesstaat Mato Grosso
Strategisch soll so eine umfassende ESG-Plattform entstehen, in die Softwarelösungen, Beratung und neue Regionen integriert werden. Dem stehen aktuell noch geringe Erlöse und deutliche Verluste gegenüber: Für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2026 (bis 30. September 2025) meldete Diginex einen Umsatz von 2,0 Mio. USD bei einem operativen Verlust von 6,0 Mio. USD. Damit bleibt der Beweisdruck hoch, die erwarteten Synergien und Wachstumschancen auch tatsächlich in steigende Erträge zu überführen.
Ausblick: Umsetzung rückt in den Vordergrund
In den kommenden Monaten rückt die operative Umsetzung des Brasilien-Pilotprojekts in den Mittelpunkt. Wie schnell der „Digital Green Passport“ im Rindfleischsektor von Mato Grosso eingeführt und skaliert werden kann, wird entscheidend dafür sein, ob die kommunizierten Marktchancen Substanz gewinnen.
Da die nächsten vollständigen Finanzergebnisse erst nach Ende des laufenden Geschäftsjahres anstehen, dürfte der Nachrichtenfluss zu den neuen Projekten in Brasilien und zur Integration von PlanA.earth und The Remedy Project den Kursverlauf zunächst wesentlich prägen.
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