Strategische Kurskorrektur im Glasfaserausbau, technologischer Fortschritt im Mobilfunk – und gleichzeitig ein Aktienkurs dicht über dem Jahrestief: Die Deutsche Telekom steckt an der Börse in einer heiklen Phase. Während Analysten die fundamentale Lage positiv bewerten, signalisiert der Chart anhaltenden Druck. Welche Seite setzt sich durch?

Die Lage im Überblick

Die Aktie schloss am Freitag bei 27,06 Euro und liegt damit nur knapp über dem 52‑Wochen-Tief von 26,31 Euro. Vom Jahreshoch ist der Titel weit entfernt:

  • Schlusskurs Freitag: 27,06 Euro
  • Abstand zum 52‑Wochen-Hoch: rund -24 %
  • Abstand zum 52‑Wochen-Tief: rund +3 %
  • 30‑Tage-Performance: ca. -19 %
  • Seit Jahresanfang: leicht im Minus

Der Kurs notiert zudem spürbar unter dem 200‑Tage-Durchschnitt von 29,73 Euro, was den bestehenden Abwärtstrend unterstreicht. Rein technisch bleibt das Bild damit angeschlagen, trotz operativer Fortschritte.

Glasfaserstrategie: Fokus auf ländliche Regionen

Auf dem Netzetag 2026 am 22. Januar hat die Telekom eine Neuausrichtung ihrer Glasfaserstrategie angekündigt. Künftig soll der Ausbau deutlich stärker auf ländliche Gebiete zielen. Dazu nimmt der Konzern auch in Kauf, bestehende Netze von Wettbewerbern zu überbauen.

Damit verfolgt das Unternehmen zwei zentrale Ziele:

  • Sicherung und Ausbau der Marktführerschaft außerhalb der Städte
  • Aufbau langfristiger, stabiler Ertragsquellen in Regionen mit Nachholbedarf

Die Kehrtwende ist ein klares Signal an den Wettbewerb, gerade dort, wo der Konkurrenzdruck zuletzt zugenommen hat. Gleichzeitig bedeutet der verstärkte Ausbau hohe Investitionen, die kurzfristig auf Liquidität und Margen drücken können. Investoren werten diesen Schritt daher als langfristig orientierte, aber kapitalintensive Weichenstellung.

NG eCall: Technologie-Schub im Mobilfunknetz

Parallel zum Infrastruktur-Schwenk meldet die Telekom einen wichtigen technologischen Meilenstein im Mobilfunk. Am 24. Januar 2026 wurde in den Netzen des Unternehmens das neue Notrufsystem „Next Generation eCall“ (NG eCall) offiziell gestartet – in Kooperation mit Vodafone und O2 Telefónica.

Die Eckpunkte des Systems:

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  • Technologiesprung: Umstellung vom alten 2G/GSM-Standard auf moderne 4G- und 5G-Netze
  • Schnellere Abläufe: Unfall- und Fahrzeugdaten werden nahezu in Echtzeit übertragen
  • Höhere Relevanz: Laut EU-Kommission könnten sich Einsatzzeiten der Rettungskräfte durch die beschleunigte Datenübermittlung etwa halbieren

Damit rückt die Telekom ihre 4G/5G-Infrastruktur stärker in den Fokus sicherheitskritischer Anwendungen. Die Zertifizierung dieser Netze für den Notrufdienst unterstreicht die technologische Kompetenz und Verlässlichkeit der Mobilfunkplattform.

Charttechnik: Unterstützung im Fokus

Aus technischer Sicht bleibt die Lage dagegen angespannt. Mit einer 30‑Tage-Performance von knapp -19 % und einem Kurs knapp über 27 Euro bewegt sich die Aktie nahe einer wichtigen Unterstützungszone um das jüngste Tief bei 26,31 Euro.

Weitere technische Eckdaten:

  • 50‑Tage-Durchschnitt: 27,66 Euro (Aktie leicht darunter)
  • 200‑Tage-Durchschnitt: 29,73 Euro (deutlich entfernt)
  • RSI (14 Tage): 57,5 – kein klassischer Überverkauft-Status
  • 30‑Tage-Volatilität (annualisiert): über 76 % – erhöhte Schwankungsintensität

Ein klarer Bruch der Unterstützungszone im Bereich um 26 Euro würde das negative Bild bestätigen und könnte weiteren Verkaufsdruck nach sich ziehen. Hält dieser Bereich dagegen, wäre zumindest eine technische Stabilisierung über dem Jahrestief möglich.

Fundamentaldaten und Analystenblick

Auf fundamentaler Ebene zeichnen Analysten ein deutlich freundlicheres Bild. JPMorgan hat am 21. Januar 2026 die Einstufung „Overweight“ bestätigt und das Kursziel bei 39 Euro belassen. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau entspräche dies einem zweistelligen prozentualen Aufwärtspotenzial.

Die positive Einschätzung stützt sich vor allem auf:

  • einen erwarteten Gewinn je Aktie von 2,07 Euro für das laufende Geschäftsjahr
  • eine Dividendenrendite von rund 3,36 %

Diese Kennzahlen deuten auf eine solide Ertragsbasis und eine attraktive Ausschüttung hin, die den Titel fundamental absichern können – zumindest aus Sicht der Analysten.

Fazit: Zwischen Trenddruck und Langfriststory

Die Deutsche Telekom steht derzeit zwischen zwei Polen: operativ treibt der Konzern den Glasfaserausbau in der Fläche voran und stärkt mit NG eCall seine technologische Position im Mobilfunk, während der Aktienkurs klar unter seinem langfristigen Durchschnitt und nahe am Jahrestief notiert.

Kurzfristig bleibt die Zone um 26 Euro charttechnisch entscheidend. Auf der fundamentalen Seite sprechen das bestätigte hohe Kursziel von JPMorgan, der erwartete Gewinn je Aktie und die Dividendenrendite für eine intakte Langfriststory. Wie sich der Konflikt zwischen schwachem Chartbild und soliden Kennzahlen auflöst, dürfte maßgeblich davon abhängen, ob die neue Glasfaserstrategie und die Technologie-Updates sich in den kommenden Quartalen sichtbar in den Ergebnissen niederschlagen.

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