Logistikkonzern verzeichnet historischen Höchststand an Kundenbeschwerden bei gleichzeitigen Personalkürzungen – Bundesnetzagentur erhält neue Sanktionsmöglichkeiten


Bei der Bundesnetzagentur sind so viele Post-Beschwerden wie nie zuvor eingegangen - ein Umstand, der die DHL Group unter Druck setzt. Insgesamt 44.406 kritische Eingaben wurden im vergangenen Jahr erfasst, was einem Anstieg von fast sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders besorgniserregend: Fast 90 Prozent dieser Beschwerden richteten sich gegen den Marktführer DHL und seine Briefsparte Deutsche Post. Die Gründe für den Unmut sind vielfältig: Verlorene Sendungen, beschädigte Pakete, verspätete Zustellungen sowie geschlossene Filialen trotz ausgewiesener Öffnungszeiten. Für erheblichen Frust sorgen auch angebliche Zustellversuche, bei denen Empfänger trotz Anwesenheit und funktionierender Klingel keine Benachrichtigung erhalten haben. Obwohl der Logistikkonzern betont, dass die Anzahl der Beschwerden im Verhältnis zum Gesamtvolumen von 12,2 Milliarden Briefen und 1,8 Milliarden Paketen verschwindend gering sei, könnte die Situation durch die kürzlich angekündigte Personalreduzierung weiter verschärft werden. Eine Tarifeinigung mit Verdi bringt den 170.000 Beschäftigten zwar schrittweise fünf Prozent mehr Lohn, doch plant der Konzern gleichzeitig, bis Jahresende etwa 8.000 Stellen abzubauen – was mehr als vier Prozent der momentanen 187.000 Stellen im deutschen Brief- und Paketgeschäft entspricht.

Postgesetz-Reform verschärft Kontrolldruck

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Mit Inkrafttreten der Postgesetz-Reform Anfang 2025 hat die Bundesnetzagentur nun schärfere Instrumente zur Hand. Die Behörde kann künftig Bußgelder verhängen, was den Druck auf den Logistikkonzern erhöht, seine Servicequalität zu verbessern. Im vergangenen Jahr führte die Bundesnetzagentur 27 sogenannte Anlassprüfungen durch – acht weniger als im Vorjahr, aber immer noch ein deutliches Signal an die Branche. In mehreren Regionen, darunter Bochum, Stuhr, Erlensee und Hamburg, wurden zeitweise erhebliche Zustelldefizite festgestellt. Die Post begründete diese Mängel vorwiegend mit Personalengpässen, reagierte mit Neueinstellungen und konnte die Situation teilweise stabilisieren. Aus politischen Kreisen kommt die Mahnung, dass der geplante Stellenabbau nicht zu Qualitätseinbußen führen dürfe. Die bereits jetzt knappen Personalressourcen in manchen Regionen könnten durch weitere Kürzungen die Zustellqualität beeinträchtigen und den Unmut der Verbraucherinnen und Verbraucher verstärken – ein Risikofaktor, der auch für Anleger relevant sein dürfte.

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