Fast minus 7 Prozent in fünf Handelstagen – so brutal hat es den deutschen Leitindex zuletzt im April 2025 erwischt, als Donald Trumps Zollhammer die Märkte erschütterte. Doch diesmal kommt der Schock aus dem Nahen Osten. Der Iran-Krieg eskaliert, die Straße von Hormus droht zur dauerhaften Blockade zu werden – und die Anleger fliehen aus Aktien.

Am Freitag schloss der DAX bei 23.591 Punkten, ein Minus von 0,9 Prozent zum Vortag. Noch am Vormittag hatte der Index kurz über die psychologisch wichtige Marke von 24.000 Punkten geschaut, dann aber machte die Realität einen Strich durch die Rechnung. Mitte Januar stand der DAX noch bei seinem Rekord von 25.507 Zählern – davon ist er nun fast 2.000 Punkte entfernt.

Ölpreis auf dem Weg zur 100-Dollar-Marke

Die Ursache für den Ausverkauf liegt auf der Hand: Der Ölpreis schoss am Freitag um 6,7 Prozent nach oben auf über 91 Dollar pro Fass Brent. Die Straße von Hormus, durch die normalerweise ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gaslieferungen fließt, ist faktisch lahmgelegt. Immer weniger Tanker wagen die Durchfahrt, nachdem der Iran begonnen hat, auch die Öl-Infrastruktur der Golfstaaten anzugreifen.

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Die Folge: Kuwait will Teile seiner Ölproduktion stoppen, weil die Lager voll sind und das Öl nicht mehr abtransportiert werden kann. Auch in Saudi-Arabien türmen sich die Vorräte. "Niemand will derzeit ins sprichwörtliche fallende Messer greifen, zumal sich der Ölpreisanstieg beschleunigt und die Angstmarke von 100 Dollar in greifbare Nähe rückt", warnt Jochen Stanzl von der Consorsbank.

US-Arbeitsmarkt bricht ein

Zu den Kriegssorgen gesellten sich am Freitag auch noch enttäuschende Daten aus den USA. Der Arbeitsmarkt verlor im Februar 92.000 Stellen außerhalb der Landwirtschaft – eine regelrechte Vollbremsung nach zuletzt robusten Zahlen. Die Kombination aus steigenden Energiepreisen und schwächelnder Konjunktur lässt das Gespenst der Stagflation wieder auferstehen.

Robert Greil von der Privatbank Merck Finck geht in seinem Basisszenario von einem maximal dreimonatigen Krieg aus. Sollte die Straße von Hormus tatsächlich über Monate hinweg blockiert bleiben, wären die wirtschaftlichen Folgen allerdings drastisch. Noch haben die Märkte eine schnelle Lösung eingepreist – doch mit jedem Tag, an dem Donald Trump eine "bedingungslose Kapitulation" des Iran fordert, ohne dass eine Entspannung in Sicht ist, schwindet diese Hoffnung.

Profiteure der Krise sind einmal mehr die Rüstungsaktien: Rheinmetall legte am Freitag fast 3 Prozent zu, RENK sogar 7 Prozent. Doch die große Masse der DAX-Werte steckt im Abwärtssog fest – und ein beruhigendes Wochenende ist nicht in Sicht.

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