DAX: Plötzliches Unwetter?
Der Iran-Krieg hinterlässt deutliche Spuren an den europäischen Aktienmärkten. Brent-Rohöl kletterte zuletzt auf rund 103 Dollar pro Barrel — ein Plus von 40 Prozent im Monatsvergleich — und belastet Industrieunternehmen, Airlines und Banken gleichermaßen. Der DAX schloss die vergangene Handelswoche mit einem Minus von knapp einem Prozent.
Das Wochentief am Montag bei 22.927 Punkten markierte den tiefsten Stand seit Mai 2025. Seither konnte sich der Index zwar stabilisieren, steht aber seit Jahresbeginn rund 4,4 Prozent im Minus und notiert spürbar unter seinem 50-Tage-Durchschnitt bei 24.729 Punkten.
Verlierer und ein überraschender Gewinner
Die Belastungen treffen nicht alle Sektoren gleich. Siemens Energy büßte am Freitag über sechs Prozent ein, Volkswagen verlor mehr als drei Prozent. Auch der Reisesektor leidet: Lufthansa kämpft neben hohen Treibstoffpreisen zusätzlich mit einem Pilotenstreik, Fraport gab knapp drei Prozent nach. Banken stehen ebenfalls unter Druck — die Aussicht auf EZB-Zinserhöhungen zur Bekämpfung der energiegetriebenen Inflation belastet die Zinsmargen. Die Deutsche Bank verlor auf Wochensicht 5,5 Prozent.
Positiver Ausreißer war Zalando mit einem Plus von mehr als sieben Prozent. Auslöser: eine Hochstufung durch Bernstein auf „Market Perform" mit angehobenem Kursziel von 25 Euro, kombiniert mit einem Aktienrückkaufprogramm und einem neuen Deal mit Levi Strauss.
Stagflation als größtes Risiko
Der eigentliche Kern der Marktsorgen liegt tiefer. Barclays-Aktienstratege Emmanuel Cau warnte, dass die Märkte bei anhaltender Blockade der Straße von Hormus — durch die rund ein Fünftel des weltweiten Ölangebots fließt — zunehmend in Richtung Stagflation tendieren könnten. Die Deutsche Bank senkte ihre Wachstumsprognose für Deutschland 2026 bereits von 1,5 auf 1,0 Prozent. Bei einem Ölpreis von 100 Dollar je Barrel beziffert sie den volkswirtschaftlichen Schaden auf über 40 Milliarden Euro in zwei Jahren.
Anleiherenditen in der Eurozone stiegen auf 15-Jahres-Hochs. Die Zinsentscheide der großen Notenbanken in der kommenden Woche dürften zeigen, wie die Währungshüter auf das Dilemma zwischen Wachstumsschwäche und Inflationsdruck reagieren.
Charttechnisch bleibt die Unterstützungszone um 22.922 Punkte die entscheidende Marke. Hält sie, könnte eine Stabilisierung einsetzen — zumal die OPEC+ angekündigte Fördererhöhungen mittelfristig dämpfend auf den Ölpreis wirken könnten. Gibt sie nach, droht dem Index ein weiterer Rücksetzer auf Mehrmonatstief.
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