MOL Aktie: Pipeline-Streit eskaliert
Der ungarische Energieriese MOL zieht vor die Europäische Kommission. Gemeinsam mit der Tochter Slovnaft wehrt sich der Konzern gegen den kroatischen Pipeline-Betreiber JANAF. Im Kern geht es um Transitgebühren, die sich laut MOL massiv verteuert haben und die Versorgungssicherheit in Mittelosteuropa gefährden könnten.
Vorwurf der missbräuchlichen Preisgestaltung
MOL wirft dem kroatischen Betreiber vor, die Transportkosten seit Beginn des Ukraine-Krieges ohne objektive Begründung nahezu verdoppelt zu haben. Auf Basis der beförderten Einheiten lägen die Gebühren inzwischen dreimal so hoch wie bei vergleichbaren Systemen in der Region. Der Konflikt wiegt schwer, da für das Jahr 2026 bislang kein gültiger Vertrag über den Rohöltransport zwischen den Parteien besteht.
Zusätzlich sorgt die mangelnde Klarheit über den Umgang mit russischen Öllieferungen für Spannungen. MOL kritisiert, dass JANAF keine eindeutige Position dazu beziehe, ob sanktionskonforme Lieferungen durch das System weiterhin zulässig sind. Verzögerungen bei geplanten Kapazitätstests belasten das Verhältnis der Geschäftspartner zusätzlich.
Strategische Expansion im LNG-Sektor
Abseits des juristischen Tauziehens treibt das Management die Diversifizierung des Geschäftsmodells voran. Über die Tochter MOL Euro Energie SAS hat sich das Unternehmen mit 25 % am Schiffsmanager V.Ships France beteiligt. Ziel der Partnerschaft ist das technische Management von zwei neuen LNG-Tankern. Dieser Schritt unterstreicht das Bestreben, die Abhängigkeit von stationären Pipelines zu verringern und die Präsenz im maritimen Markt für Flüssigerdgase auszubauen.
Charttechnik und Termine
Die Aktie reagierte zuletzt mit moderaten Abgaben auf die Nachrichtenlage und beendete den Handel am Freitag bei 3.818 HUF, was einem Minus von 1,45 % entspricht. Trotz des jüngsten Rücksetzers bleibt die kurzfristige Tendenz mit einem Wochenplus von 3,75 % positiv. Allerdings mahnt der Relative-Stärke-Index (RSI) zur Vorsicht: Mit einem Wert von 70,3 gilt der Titel technisch als überkauft, während er rund 7 % unter seinem 52-Wochen-Hoch notiert.
Für die weitere Einschätzung der operativen Lage sind die kommenden Wochen entscheidend:
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- April 2026: Ordentliche Hauptversammlung und Veröffentlichung des Jahresberichts 2025
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- Mai 2026: Bekanntgabe der Ergebnisse für das erste Quartal 2026
Diese Termine werden zeigen, wie stark die gestiegenen Transitkosten die Margen bereits belasten und ob eine Einigung mit dem kroatischen Partner für die Zeit ab 2026 in Sicht ist.
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